Als vor ein paar Wochen BASF die Beendigung der Forschungssparte Gentechnik in Deutschland bekannt gegeben hat, gab es in einigen Wissenschaftsblogs wie auch in der Presse Kommentare, die die Wissenschaftsfeindlichkeit in Deutschland angeprangert und oftmals auch gleichzeitig die Hinwendung zu Esoterik, Parawissenschaft und sonstigem Humbug in Zusammenhang damit gebracht haben. Wer meinen Blog liest, der weiß, dass ich den letztgenannten Phänomenen ebenfalls ausgesprochen kritisch (um nicht zu sagen ablehnend) gegenüberstehe und die Hinwendung zu diesen mehr als bedenklich finde. Genauso bedenklich ist es für mich, wenn die 57 betroffenen Forscher nun aus Deutschland abwandern, da sie hier keine berufliche Zukunft mehr haben. Was den Teil angeht, stimme ich den Beiträgen zu.
Nicht nur wir haben auf der Finest Spirits in München ein paar interessante Entdeckungen gemacht – auch die Crew von Munich Spirits hat Tropfen gefunden, die begeistern konnten. Ein gutes Motto für eine Messenachlese also.
Wir lieben Kategorien. Nur wenig befriedigt uns so sehr, wie eine Kommode mit klar abgegrenzten Schubladen, in die wir die Welt aufteilen können. Nur macht die Welt das nicht immer mit. Sie tut es sogar immer seltener. Je mehr wir über sie lernen, desto komplexer wird sie und desto schwieriger wird es, sie in Schubladen zu stopfen. Auch wenn manche von uns sich dem noch so vehement verweigern und ihre Schwarz-Weiß-Sicht mit Klauen und Zähnen verteidigen. Der Welt allerdings ist das eher egal.
Schon letztes Jahr waren wir von dieser kleinen aber feinen Messe in der Gesellschaft Harmonie in Bochum ziemlich begeistert. Mit dieser Meinung waren wir offenbar nicht allein, denn diesmal war die Messe bereits im Vorfeld ausverkauft, weswegen wir nur noch durch einen Umweg überhaupt rein gekommen sind (danke an dieser Stelle an den zwerch, der uns Karten überlassen hat).
Drinnen war trotzdem nicht überfüllt, da die Begrenzung der Einlasszahlen feuerpolizeiliche Gründe hatte und somit insgesamt einfach nicht zu viele Leute in die gemütlichen Räumlichkeiten gelassen werden durften. Das ist eigentlich auch zu begrüßen, denn es vermeidet Stress. Wird aber interessant sein, wie sich das in Zukunft entwickelt und ob das zu einem Wechsel der Location und einer Vergrößerung der Messe führen wird. Aus meiner Sicht wäre das sehr schade, denn gerade die Räumlichkeiten, die überschaubare Größe und der Verzicht auf die großen Standards zu Gunsten kleiner unabhängiger Abfüller und Shops machen den Reiz dieser Veranstaltung aus.
In der Onlineausgabe der Süddeutschen Zeitung findet sich ein Artikel – streng genommen eine Buchbesprechung – der meine Haltung zum Thema Essen, Lebensmittel und Einkaufen ziemlich gut auf den Punkt bringt und der damit wärmstens von mir zum Lesen empfohlen ist:



