The Mindmachine

Skeptizismus, Whisky und Politik

9/11 again

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Der Tag des Anschlags auf das WTC hat sich mal wieder gejährt und pünktlich gab es auch wieder alle möglichen News zu den verschiedenen Verschwörungstheorien. Eigentlich ignoriere ich die ja inzwischen komplett, aber eine Flashanimation hab ich mir dann doch reingezogen. Eigentlich ging es gar nicht in erster Line um das WTC, sondern um den Anschlag aufs Pentagon. Akribisch wurden alle möglichen Fakten in Bild, Ton und Animation aufgelistet, die angeblich beweisen, dass das gar keine Boeing 757 sein konnte. Sehr überzeugend gemacht, keine Frage. Aber trotzdem hatte ich beim Anschauen wieder das gleiche Problem, das ich mit bislang allen „Beweisen“ von Verschwörungen hatte – egal ob Pentagon, WTC, Mondlandung oder was auch immer.
Die Fakten und Argumente wirken sehr überzeugend. Wirken. Beweisen tun sie für mich aber gar nichts. Klar, wenn ich mir die Bilder so ansehe, dann klingt es logisch, dass die Einschlagstelle zu klein für eine 757 ist, dass die Form des Loches nichts zur Form des Flugzeugs passt, etc., etc. Aber ganz ehrlich, ich hab keine Ahnung, wie die Absturzstelle korrekt aussehen müsste und ob sie das auch tut. Ich bin absoluter Laie in der Thematik.
Das bringt mich zu der Überlegung, wie viele Experten es zu diesem Thema gibt. Wie viele Menschen in einer deutschen Großstadt können die Unfallstelle eines Flugzeugabsturzes beurteilen? Da gibt es sicher einige am Flughafen, bei Flugzeugherstellern, in den Universitäten und auch bei den Rettungskräften. Sagen wir einfach mal 50, nur um eine Zahl zu nennen. Die genaue Anzahl ist nicht wichtig, jedenfalls sind es einige. Ich überlege weiter, wie viele es in ganz Deutschland sind, in Europa, weltweit. Verdammt viele, würde ich sagen.
Wie viele davon haben sich mit 9/11 beschäftigt? Die meisten, würde ich schätzen. Wenn etwas so dermaßen Außergewöhnliches passiert, das in meinen Fachbereich fällt, dann setze ich mich damit auseinander. Mindestens oberflächlich, wahrscheinlich intensiv.
Und da haben wir auch das Problem. Wenn es für mich als Laien so offensichtliche Widersprüche gibt, die sich alle anhand des öffentlich zugänglichen Materials ohne weiteres erschließen, warum zum Teufel ist es dann diesen ganzen Experten nicht schon längst aufgefallen? Und wenn es ihnen aufgefallen ist, warum haben sie dann nichts gesagt? Warum kommen alle „Beweise“ nur von irgendwelchen „interessierten Laien“, die das „in akribischer Kleinarbeit“ zusammengetragen haben?
Sind alle Wissenschaftler und Experten loyale Mitverschwörer? Das wäre, wenn es nur um die amerikanischen ginge, rein zahlenmäßig zumindest unwahrscheinlich. Wenn wir jetzt noch die anderen Nationen dazunehmen (unter ihnen Russland, China und andere Länder, die nicht gerade die besten Freunde der USA sind), dann erscheint mir diese Option vollkommen absurd. Nicht besser fallen Überlegungen aus, ob ihnen gedroht wurde, usw.
Nein, die einzigen plausiblen Möglichkeiten, dass keiner von ihnen Beweise gebracht hat, dass das alles nicht so sein kann, wie es uns erzählt wurde, ist die Option, dass es diese Beweise entweder nicht existieren oder dass sie nichts beweisen, weil man sie eben auch alle anders erklären kann.
Manche Dinge mögen für mich als Laien seltsam aussehen, aber das muss nicht bedeuten, dass sie nicht stimmen. In meiner Arbeit gibt es auch etliche Dinge, die für einen Laien vollkommen absurd aussehen, die dem Experten aber nicht mal ein Stirnrunzeln abringen.
Ich habe letztlich keine Ahnung, ob wir mit 9/11 verarscht wurden oder nicht. Aber wenn ich genau darüber nachdenke, dann machen die ganzen Verschwörungstheorien auch nicht mehr Sinn, als die offizielle Fassung (die meisten deutlich weniger). Und deswegen bleibe ich vorerst bei dieser. Vorerst.

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