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Skeptizismus, Whisky und Politik

Dokumenta 11

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Dokumenta 11. Nach 10 Jahren wieder in Kassel. Mit ziemlich vielen Erwartungen, denn die Dokumenta 9 1992 war mit das beste, was ich mir bislang an Kunstausstellungen angeschaut habe. Viele Experimente, viel Innovation, viel Spieltrieb. Alles Dinge, die ich bei einer Großveranstaltung wie der Dokumenta für elementar wichtig halte. Und die mir diesmal leider gefehlt haben. Im Gegensatz zur D9 hat die D11 ein großes Thema, mit dem sie sich künstlerisch beschäftigen will. Gerechtigkeit. Demzufolge sind alle Beiträge um politische Aussagen bemüht. Das ist nicht schlecht. Nur leider treten die oben genannten Punkte dabei in den Hintergrund. Ein halbdokumentarischer Kunstfilm über Ungerechtigkeit in der dritten Welt oder Kriege und Massaker ausserhalb unseres Kulturkreises ist gut und auf einer Dokumenta mit diesem Motto auch sinnvoll. 15 oder 20 sind es nicht. Und das ist das Problem. Überall Video, Dias, Fotos. Das meiste gut, aber wenig ragt heraus. Und trotz einiger wirklich spannender Sachen ermüdet die Fülle von Ähnlichem und Schon-mal-Gesehenem spätestens nach der Hälfte. Es fehlen einfach die Experimente. Noch dazu, weil die Bilder in unserem Leben sowieso schon so präsent sind. Ein Film mit Aufnahmen an einer Bushaltestelle im Gazastreifen. Bilder von Palästinensern neben Trümmerhaufen. Dafür muss ich nicht nach Kassel fahren. Das kann ich mir auch in der Tagesschau ansehen. Jeden Abend 20:15 im Ersten. Damit locke ich niemand hinter dem Ofenrohr hervor. Sorry, Chance verschenkt …

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