The Mindmachine

Skeptizismus, Whisky und Politik

Sorgfalt tut Not

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Eines ist am Internet immer wieder faszinierend: Die Geschwindigkeit, in der Informationen sich ausbreiten. Spätestens, wenn man die gleiche Spaßmail innerhalb einer halben Stunde von 4 verschiedenen Leuten zugesendet bekommt, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, wird einem klar, wie klein die Welt auf einmal wieder wird.
Im Falle besagter Mail kann das lästig sein, andererseits hat es aber auch seine Vorzüge. Beim Lesen eines Artikels oder bei einer Diskussion in einem Forum in einem zweiten Browserfenster Wikipedia aufzurufen und so Wissenslücken „on demand“ aufzufüllen, hat durchaus einen gewissen Reiz. Aber es birgt auch Gefahren. Denn in dem riesigen Wust von Informationen, den der Internet bietet, findet sich vor allem unfassbar viel Schrott. Angefangen von schlecht recherchierten Behauptungen, die durchaus gut gemeint sein mögen bis hin zu in voller Absicht veröffentlichten Falschinformationen und Lügen. Die sich wegen der eingangs genannten Geschwindigkeit auch rasend verbreiten und immer wieder auch Eingang in an sich seriöse Seiten finden.

Die Presse unterliegt in Zeiten des Internets einem ganz neuen Zwang. Meldungen werden nicht mehr am nächsten Tag veröffentlicht, sondern sofort. Wer hier langsamer ist als sein Konkurrent (und dabei geht es durchaus um Minuten), der verliert Leserschaft und damit Werbekunden. Was dazu führt, dass Meldungen oftmals unüberprüft von den Nachrichtenagenturen oder auch der Konkurrenz übernommen werden. In schöner (oder hässlicher) Regelmässigkeit sind dabei auch Falschmeldungen, die dann mangels der Überprüfung durchrutschen und Verbreitung finden. Zwar kommt die Erkenntnis über die Falschheit meist auch sehr schnell, aber Rückrufe und Korrekturen finden traditionell weit weniger Verbreitung und Beachtung als die eigentliche Meldung, die sich hatnäckig weiter verbreitet.

Auch Privatleute scheinen diesem Zwang zu erliegen und auch ich konnte es schon bei mir beobachten. Auch wenn sie schriftlich geführt werden (und deswegen anders wirken mögen) – Diskussionen in Foren werden quasi in Echtzeit geführt und unterliegen den gleichen Fehlern wie Gespräche. Nur dass die Worte nicht verhallen, sondern stehen bleiben und weiter verbreitet werden, egal wie schlau oder wahr sie sind.

Man muss dem immer wieder entgegen wirken und gerade ohne kommerziellen Hintergrund sollte man sich den Luxus erlauben, vor einer Antwort nachzudenken und bei Weitergabe von Informationen zu prüfen, ob diese wirklich aus verlässlicher Quelle stammen und nicht einfach nur ein Gerücht sind, dass sich sehr gut liest. Nur weil etwas auf tausend Seiten steht, wird es deswegen nicht wahr. Copy & paste ist kein Gütesiegel. Schon gar nicht in der digitalen Welt.

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