The Mindmachine

Skeptizismus, Whisky und Politik

WM-Fieber

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Was war das nicht vor der WM für ein Gemecker allenthalben. Die Mannschaft, die Organisation, der Trainer, die Torwartfrage, die Tickets, alles war scheiße, über alles wurde gemeckert und gelästert, bis man schon fast keine Vorfreude auf das Turnier mehr hatte. Fast. Trotz der Unstimmung und der Tatsache, dass man kein Produkt mehr ohne schwachsinnigen Fußball-Pseudo-Bezug kaufen konnte, hab ich mich wie jedes Mal auf die WM gefreut. Denn immerhin ist es eine WM. Und nun hat sich auch noch alles gedreht. Gut, über das Sportliche kann man sich streiten – aber wenigstens sind es die anderen Mannschaften oder die Schiedsrichter, über die man sich aufregen kann. Unsere Jungs geben bislang wirklich gar keinen Anlass zum Meckern und so halten nun auch die größten Unken des Vorfelds endlich die Klappe.

Was aber viel wichtiger ist – auch wenn man es im Vorfeld nicht unbedingt erwarten konnte – die WM ist tatsächlich eine große Feier mit der Welt zu Gast bei Freunden. Überall ausgelassene Stimmung und fast überall friedliche Feiern mit unglaublicher Euphorie und auch unglaublich vielen Menschen. Das tut gut. Von ein paar englischen und deutschen Hooligan-Idioten abgesehen gab es keine nennenswerten Ausschreitungen, sondern wirklich einfach nur gute Laune.

Und noch etwas ist bemerkenswert. Zur WM geht Deutschland auf einmal sehr viel weniger verkrampft mit der eigenen Identität um als die Jahre davor. Das Fahnenschwingen wird endlich nicht mehr den Rechten überlassen, sondern ist selbstverständlicher (und unpolitischer) Teil der Begeisterung. Aber nicht nur das, auch die oftmals peinliche Debatte darüber, was man darf und was nicht, bleibt weitestgehend einfach aus. Das ist so erstaunlich, wie auch überaus angenehm.

Egal, wie es sportlich ausgehen mag. Mir macht diese WM verdammt viel Spaß.

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