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Skeptizismus, Whisky und Politik

Terry Pratchett – Thief Of Time

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Terry Pratchett hat inzwischen 36 Bände seiner Discworld-Reihe veröffentlicht und sich damit als Verfasser von Fantasy-Parodien einen Namen gemacht. Allerdings täuscht diese Bezeichnung, denn auch wenn er in den 70ern mit The Colour Of Magic zwar mit gutem aber doch auch etwas klamaukigem Humor begonnen hat, so hat sich das im Laufe der Reihe stark geändert.
In den frühen Büchern musste man oft laut loslachen (was in öffentlichen Verkehrsmitteln gern mal zu seltsamen Blicken der anderen Fahrgästen geführt hat) weil die Szenen einfach so skuril waren. Inzwischen ist es dann doch eher ein Grinsen, aber dafür eines, das es in sich hat. Es geht auch gar nicht mehr so sehr um Fantasy (oder das Parodieren dieses Genres), sondern um ziemlich hintersinnige Satire und Gesellschaftskritik. Nicht nur teilweise hochphilosophisch, aber nie abgehoben oder mit intellektueller Arroganz, sondern eben immer mit einem Augenzwinkern und einem Haufen britischem Humor, der teilweise auch recht boshaft werden kann.

Ich schätze alle Bücher von ihm (wie man aus dem vorangegangenen ahnen kann, die späten noch mehr als die frühen), besonders die über die Stadtwache in Ankh-Morpork. Aber Thief of Time hat es ziemlich souverän geschafft, sich auf Platz 1 zu schieben. Der Plot des Buches (die Auditors, die Buchhalter des Universums, wollen eine Uhr bauen, die die Zeit anhält und das allgemeine und verhasste Chaos endgültig beendet) ist wie üblich nur der Rahmen für mehrere Themen. Hauptsächlich geht es um Menschsein, Menschwerdung und wie unsere Form und unser Alltag unser Wesen definieren, daneben noch um Autorität, Pflichtbewusstsein, Liebe und wie auch außergewöhnliche Individuen ein ganz normales Leben führen können (oder eben nicht).

Dafür gibt es eine uneingeschränkte Empfehlung von mir.

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