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No Mercy Festival München

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Schepperfest in München. Beim No Mercy standen 8 Bands der härteren Gangart auf dem Programm und damit war der Name nicht ganz unpassend gewählt.
Die Elser-Halle war zu gut 2/3 gefüllt. Aufgrund des guten Wetters haben vielleicht doch ein paar Leute einen Biergarten vorgezogen. Es ging ja auch schon um 17:00 los, da war draußen noch schönster Sonnenschein und auch wir haben die Halle ein wenig widerwillig betreten.
Andererseits gab’s drin Musik und damit war die Wehmut auch sofort wieder vergessen.
Eröffnet wurde der Abend musikalisch von DARKANE. Moderner Death Metal, laut einer Plattenkritik eine Mischung aus The Haunted und Fear Factory. Ich hab beides nicht herausgehört. Darkane waren sichtlich bemüht und boten einen recht gefälligen Gig. Nicht zwingend, aber schon ganz in Ordnung. Ihre Groove-Parts konnten durchaus überzeugen. Die schnellen Sachen eher weniger. Guter Aufwärmer.
Schnelle Parts von ganz anderem Kaliber haben danach MALEVOLENT CREATION geboten. Das war ein solides Brett. Bis auf eine paar kleine Unsicherheiten bei dem ein oder anderen Break sehr tight und straight. Schon mal die Gehörgänge für den restlichen Abend freiräumen.
Dann gab es musikalisch den ersten gröberen Wechsel. Mit PRO-PAIN war Hardcore angesagt, stampfende Grooves statt derbem Geballer. Pro-Pain waren live bislang immer eine Macht. Im Gegensatz zu den meisten Hardcore-Bands sind die Jungs irre sympathisch und sind immer dafür gut, die Laune anzuheben. Diesmal waren sie um einen Gitarristen reduziert (der wohl im Moment im Krankenhaus liegt), ließen sich das aber kaum anmerken und spielten wieder mal einen ganz großen Auftritt.
Ich hab später am Abend noch ein wenig mit dem Sänger und dem Gitarristen an der Bar gequatscht und der Eindruck, den man von Pro-Pain auf der Bühne hat, hat sich auch dort bestätigt. Sehr angenehme und nette Menschen.
Dann wurde es klassisch und mit NUCLEAR ASSAULT kamen die alten Säcke des Abends auf die Bühne. Der Drummer hat inzwischen 50 Jahre auf dem Buckel und die sieht man ihm auch an. Anhören kann man sie ihm aber nicht. Auch dem Rest der Band hört man die Jahre nicht an, allerdings eher deswegen, weil sie spielerisch noch nie wirklich gut waren. Und daran hat sich nichts geändert. Trotzdem hatte das großen Kultfaktor und das Publikum feierte die Band auch dementsprechend. Gute Unterhaltung für ein Festival.
Nummer 5 waren danach DIE APOKALYPTISCHEN REITER. Die letzten beiden Konzerte der Reiter waren ziemlich cool, technisch gut gespielter Metal mit viel Parodie und ohne jeden Respekt. Für ein Festival auf jeden Fall ein gutes Konzept. Diesmal allerdings war es leider extrem lausig. Schlecht gespielt, schlechter Sound, alles sehr haklig und gewollt lustig. Das hat leider nur genervt.
Nach den Reitern gab es wieder Sound für die Freunde der Klassiker. Nach 13 Jahren der ersten Auftritt von DEATH ANGEL in München. Und der war eindrucksvoll. Technisch über jeden Zweifel erhaben und dazu sind die Jungs abgegangen wie Schwein. Eigentlich alles perfekt. Mir ging’s trotzdem nicht so gut rein, der Funke wollte einfach nicht überspringen. Aber der restlichen Halle hat’s wohl getaugt.
Nach Death Angel war es wieder an der Zeit für einen Stilbruch. Mit MARDUK stand die einzige Black Metal Band des Festivals auf den Brettern. Die hatte ich vom Full Force noch in ziemlich furchtbarer Erinnerung. Aber sie sorgten durchaus für eine positive Überraschung. Diesmal waren sie musikalisch sehr gut drauf und das hat schon Laune gemacht. Allerdings fand ich die Jungs vom Gehabe her wieder reichlich daneben. Einen auf ultra-böse machen, T-Shirts mit „Legalize Murder“ tragen und auf der anderen Seite ständige Anbiederung beim Publikum. Strange.
Interessant war auch, was der Sänger von Pro-Pain über sie meinte. Alles nur Show und Kommerz, hinter der Bühne würden Marduk zu den normalsten und nettesten Menschen gehören, die er je kennengelernt habe.
Und dann war es auch (schon) Zeit für den Headliner. Nach einer kurzen Pause betraten TESTAMENT die Bühne. Als verdienter Headliner. Hier kamen alle Vorzüge der Bands an diesem Abend gebündelt in 5 Mann. Technische Brillanz, ambitionierter Auftritt, Brett-Sound. Testament hatten extrem viel Spaß und vermittelten den auch ans Publikum. Verdammt fetter Auftritt und der definitive Höhepunkt des Abends. Groß.
Insgesamt hat sich das Festival auf jeden Fall gelohnt. Interessante Mischung verschiedener harter Bands, meist guter Sound, kurze Umbaupausen. Cool.

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