The Mindmachine

Skeptizismus, Whisky und Politik

Das Chaos tobt woanders, in München jedenfalls nicht

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Das waren sie also, die Chaostage in München. Das, was ich live mitbekommen habe, deckt sich mit den Berichten der Presse. Viel Polizei war da, und so gut wie keine Punks. Es gab keine Ausschreitungen wie 95 in Hannover. Und das verbucht die Polizei jetzt als Erfolg. Das Konzept „Deeskalierung durch Stärke“ sei aufgegangen. Alle aufkeimenden Gefahren seien schon im Ansatz unterbunden worden.
Prinzipiell ist das natürlich auch richtig so. Es ist sicherlich besser, eine Versammlung von alkoholisierten Menschen aufzulösen, bevor diese gewalttätig wird (wenn man dies erwarten muss, immer vorausgesetzt). Nur hat sich die Polizei darauf nicht beschränkt. Vielmehr hat sie sich alle Mühe gegeben, alles was nur ansatzweise nach Punk aussah, aus der Stadt zu vertreiben. Wo keine Punks, da keine Chaostage. Aber wenn irgendwelche Menschen aufgrund ihres Aussehens der Stadt verwiesen werden, weil sie dem kontrollierenden Beamten nicht „beweisen“ können, dass sie etwas anderes in der Stadt vorhaben, als Steine zu schmeißen, dann ist das schlichtweg nichts anderes als staatlich organisierte Willkür. Deren Auswüchse zeigen sich daran, dass auch etliche Jugendliche, die weder mit den Chaostagen (noch mit der sogenannten „Punkszene“ überhaupt) auch nur ansatzweise etwas am Hut haben, wieder in den nächsten Zug gesetzt wurden. Weil sie den Beamten eben „verdächtig“ erschienen.
Bravo, wenn es dass ist, was sich Herr Beckstein unter „bayerischer Lebensart“ vorstellt, dann können wir uns ja alle auf den 22. September freuen …

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