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Skeptizismus, Whisky und Politik

Der Terror und die Angst

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Mit den Anschlägen in London ist der Terror in unseren Alltag zurückgekehrt. Und mit ihm die Angst davor, zum Opfer zu werden. Gerade in Deutschland, wo nächstes Jahr mit der Fußballweltmeisterschaft eine riesige Veranstaltung über die Bühne gehen wird. Mit internationaler Beteiligung, tausenden potentiellen zivilen Opfern und massiver Medienpräsenz. Es ist also natürlich, dass wir Angst haben. Aber wir sollten und dürfen keine Angst haben.
Wir sollten keine Angst haben, weil sie nicht rational ist. Uns kann immer etwas passieren. Jeden Tag. Auf einer Liste mit wahrscheinlichen Todesursachen kommen ganz oben Herzinfarkt und Verkehrsunfall. Sehr viel weiter unten (vermutlich noch hinter „vom Blitz erschlagen werden“) kommt irgendwann der Punkt „Opfer eines Anschlags werden“. Egal wie erschreckend die Bilder im Fernsehen sind, für uns persönlich sind sie nicht besonders wahrscheinlich. Und deswegen sollten wir uns nicht von ihnen ängstigen lassen.
Wir dürfen keine Angst haben, weil wir damit die perverse Logik der Terroristen erfüllen. Wenn wir uns diese Logik aufzwingen lassen, dann werden wir verlieren. Wenn wir unser Verhalten an die Anschläge bzw. die Angst davor anpassen, dann geben wir den Anschlägen erst einen Sinn. Das schlimmste Beispiel dafür waren die Anschläge von Madrid, mit denen Al-Qaida die Spanier so weit ängstigen wollte, bis diese ihre Regierung dazu zwingen, ihre Truppen aus dem Irak abzuziehen. Und es hat funktioniert. Das war insgesamt das schlimmste, was uns bislang im Kampf gegen den Terror passiert ist. Es ist den Terroristen gelungen, ihre Ziele mit Gewalt durchzusetzen. Dadurch ist der Anreiz für weitere Anschläge massiv gewachsen. So pervers es klingt, je mehr Angst wir haben und je mehr wir unser Verhalten deswegen ändern, desto größer wird die Gefahr von Anschlägen. Und deswegen dürfen wir keine Angst haben.
Wir sollten nicht blauäugig sein und die Gefahr verdrängen. Sie ist da und wir müssen uns mit ihr auseinandersetzen. Aber wir dürfen auf keinen Fall zulassen, dass die Angst unser Handeln bestimmt. Denn sonst wird es katastrophal werden. Wir müssen ruhig bleiben, wir müssen rational bleiben, so schwer das angesichts der Bilder auch fallen mag.

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