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Skeptizismus, Whisky und Politik

Die Sache mit dem Endlager

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Vor lauter Eurokrise kommen die Meldungen über die wieder entbrannte Debatte um ein mögliches Endlager zwar nur im hinteren Teil der Nachrichten – aber sie kommen. Zu Recht, denn auch wenn der Atomausstieg nun doch beschlossen ist, der bislang produzierte Müll wird sich davon nicht in Luft auflösen. Und noch laufen die Meiler weiter. Die Debatte ist also weiter aktuell und notwendig. Aber sie dreht sich meiner Meinung nach um die völlig falsche Frage.

Das Wort Endlager impliziert eine endgültige Lösung. Ein Lager, in das wir den ganzen strahlenden Dreck packen und dann ein für allemal vergessen. Aus den Augen, aus dem Sinn, Problem gelöst. Endgültig.

Ich bin kein Geologe, aber meine Kenntnisse reichen weit genug um zu sehen, dass das kompletter Unsinn ist. Völlig egal, wie die Gesteinsschichten unter unserem Land (oder irgend einem anderen) aussehen – niemand kann vorhersagen, was dort in den nächsten 100.000 Jahren passieren wird. Genau das sind aber ungefähr die Zahlen, über die wir mindestens reden sollten, wenn wir von einem „Endlager“ sprechen.

Das lässt aber nur einen Schluss zu: es kann einfach keinen solchen Ort geben. Nirgends. Wenn das aber so ist, dann sollten wir aufhören, so zu tun als ob. Das ist sinnlose Augenwischerei, nichts anderes. Ehrlich wäre es, sich die Orte anzusehen, deren Sicherheit wir über einen sinnvollen Zeitraum hinweg abschätzen können, den Atommüll dort einzulagern, zu überwachen und im Bedarfsfall wieder rauszuholen und woanders unterzubringen. Das mag unbequem und teuer sein, und es entspricht auch nicht unserem Bedürfnis nach einer endgültigen Lösung. Aber es wäre wenigstens halbwegs realistisch und sinnvoll. Im Gegensatz zu der Debatte, die wir seit Jahren zu dem Thema führen.

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