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Skeptizismus, Whisky und Politik

In Bayern gehen die Uhren anders

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Das ist ja auch generell nicht verkehrt so. Seit dem 28.9.2008 gehen sie aber nicht mehr ganz so anders und das ist wirklich gut. Die Zeit der Alleinherrschaft der CSU ist endlich vorbei.Ganz klar, die CSU hat in den letzten Jahrzehnten nicht alles falsch gemacht. Aber sie war eben auch nicht das, was sie immer von sicht behauptet: Der alleinige Garant für ein erfolgreiches Bayern. Nicht nur, dass außerhalb der Ballungszentren einiges im Argen liegt, was in der Laptop-und-Lederhose-Propagande gern mal verschwiegen wird. Nicht nur, dass Bayern durch besonders unangenehme Gesetze zur Inneren Sicherheit auffällt. Der Hauptgrund ist wohl vor allem, dass sich immer mehr handwerkliche Fehler einschleichen. Finanzielle Disaster bei der Landesbank. Eine dahingeschluderte Schulreform mit dem G8, die lausig umgesetzt ist. Herumgewackel beim Rauchverbot und bei der Pendlerpauschale. Und kein charismatischer Herrscher von Gottes Gnaden mehr vorn dran, der das allein durch seine Person vom Tisch wischen könnte.
Anscheinend beginnt man auch hier in Bayern endlich auf die Inhalte zu schauen und nicht nur auf die Verpackung und das (in diesem Bereich völlig unangebrachte) „das macht man halt so“.

Es wird diesem Land sehr gut tun, dass die CSU in Zukunft nicht mehr einfach so vor sich hinwursteln kann, sondern sich um ihre Mehrheit bemühen müssen wird. Vermutlich mit einer FDP und da die (im Gegensatz zum Bund) gerade in Bayern tatsächlich noch ein paar richtige Liberale besitzt, gefällt mir die Konstellation erst mal ziemlich gut. Ich hoffe auf eine Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger, die das Duo Beckstein / Herrmann in Fragen der Inneren Sicherheit kräftig einbremst. Mit ihr wird Unsinn wie das Versammlungsverbot nicht so einfach durchzusetzen sein. Und das gehört zu den besten Ausblicken an einer Wahl, auf deren Ergebnis ich hoffe, seit ich Politik verfolge.

Und ganz nebenbei: Allein der Blick von Christine Haderthauer, als Sepp Daxenberger in der Münchner Runde nach der ersten Hochrechnung eine Regenbogenkoalition ins Spiel gebracht hat, die die CSU komplett aus der Regierung kegeln würde – allein dieser Blick war die Wahl schon wert.

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