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Skeptizismus, Whisky und Politik

Jenseits und Sterbehilfe

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Eine Sache finde ich an der gerade wieder aufbrandenden Debatte über Sterbehilfe immer wieder erstaunlich. Die erbittertsten Gegner von Sterbehilfe und Selbstmord sind nicht diejenigen, die nicht an ein Leben nach dem Tod glauben, sondern ganz im Gegenteil gerade die, die von der Existenz Gottes und eines Jenseits überzeugt sind (oder das zumindest vorgeben). Gut, für die Strenggläubigen ist Suizid natürlich eine Todsünde, aber diese Gruppe ist doch eher überschaubar. Bei den meisten handelt es sich doch eher um „aufgeschlossene“ Christen, die nicht mit Sündenkonzepten argumentieren. Normalerweise kommt dann eher was von Menschenwürde (wobei die Frage, wo die Würde in einem Dahinsiechen liegt, gerne ausgespart wird).
Wie kommt es dann aber zu diesem Paradoxon? Sollten nicht gerade diejenigen, die an ein Leben nach dem Tod glauben, der Option aufgeschlossen gegenüberstehen, ein unwürdiges oder von Leiden geprägtes irdisches Dasein zu beenden? Wo doch danach noch etwas kommt, das auch nach deren Meinung oftmals besser ist als das Leben hier?

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