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Skeptizismus, Whisky und Politik

Kritik und Verantwortung

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Nach den Attentaten von Oslo ist eine Diskussion darüber entbrannt, inwiefern Islamkritiker und Rechtskonservative Mitschuld an den Taten haben. In dem Manifest von Anders Breivik findet sich einiges wieder, was genau von diesen Leuten stammt. Trotzdem weisen sie diese Anschuldigungen empört von sich. Henryk Broder in der Welt, die BILD empört sich über Kritik in Richtung Thilo Sarrazin (wie sie zum Beispiel Sigmar Gabriel geäußert hat), im englischen Raum weist Sam Harris die Vorwürfe vehement zurück.

Es gibt da aber ein Problem. Es waren genau diese Leute, die immer wieder darauf hingewiesen haben, dass nicht die Fanatiker unter den Muslimen das Problem wären, sondern der Islam an sich. Dass dieser im Kern Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Gewalt gegen Andersdenkende propagieren würde und die Fanatiker dies nur konsequent umsetzen würden. Deswegen könne man das Problem nicht auf die Terroristen beschränken, sondern müsse die Ideologie als solche angehen.

Wo genau ist da jetzt der Unterschied zu Breivik und den Vorwürfen an genau diese Kritiker?

Auch Breivik hat nur konsequent und skrupellos zu Ende geführt, was Broder, Sarrazin oder Harris vorgedacht haben. Man könnte sagen, er hat ihre Ansichten missbraucht. Aber dann gilt das auch umgekehrt für muslimische Selbstmordattentäter. Wenn man dem Islam diese Rechtfertigung verweigert, dann kann man sie nicht für sich selber in Anspruch nehmen.

Man muss sich meiner Meinung nach der Frage stellen, inwiefern man selber Mitschuld trägt an Taten, bei denen jemand die eigenen Ansichten missbraucht. Egal ob als Muslim, als Marxist oder eben als Islamkritiker. Man muss sich immer fragen, inwiefern man selber dazu beigetragen hat, Untaten zu ermöglichen und ob man genug dafür getan hat, sie zu verhindern. Wenn nicht in der Vergangenheit, dann zumindest in der Zukunft.

Diese Verantwortung wird immer wieder von den Muslimen eingefordert und das auch völlig zu Recht. Sie muss dann aber auch für alle anderen gelten. Gerade auch für diejenigen, von denen die Forderung kommt.

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