The Mindmachine

Skeptizismus, Whisky und Politik

Störe meine Kreise nicht!

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Nein, es geht nicht Archimedes, es geht um die Partei der Herzen, die FDP. Die trifft sich heute zu ihrem traditionellen Dreikönigstreffen und versucht dort, sich selber die Krise auszureden, in die sie sich mit ihrer profillosen Lobbypolitik konsequent selber manövriert hat.

Sie würde auch gern ihren ungeliebten Vorsitzenden loswerden, Deutschlands unbeliebtesten  Politiker, Guido Westerwelle. Allein, da ist niemand, der seinen Job übernehmen könnte. Brüderle und Niebel wären keine Verbesserung, Leutheusser-Schnarrenberger und Kubicki fehlt der Rückhalt in der Partei und der Rest ist weit davon entfernt, auch nur so etwas ähnliches wie eine Führungspersönlichkeit sein zu können. Das ist neben der Inhaltsschwäche das zweite Problem der Partei und es wird sich genau so wenig auf die Schnelle lösen lassen.

Das wird auch darin deutlich, wie intern mit den Problemen umgegangen wird. Kaum ein Einzelner wagt sich hervor, kein Kronprinz zeigt sich. Nein, es bilden sich Kreise. Erst war es im Herbst der „Liberale Aufbruch“, dann der „Schaumburger Kreis“, dann ein gemeinsamer Aufruf von Lindner, Bahr und Rösler (ohne eigenen Kampfnamen), nun schließlich der „Dahrendorfkreis“, benannt nach Ralf Dahrendorf, der nicht nur ein echter Liberaler war, sondern ein Vordenker und eine Persönlichkeit. Also genau das, was der Partei heute fehlt. Wenn man sich die Mitglieder dieser neuesten Gruppe betrachtet, so erscheint die Namensgebung reine Realsatire zu sein. Der Eindruck bestätigt sich auch umgehend, wenn man hört, wie Jorgo Chatzimarkakis (genau, wer?) sagt, der Kreis richte sich an den „ganzheitlichen Liberalen“.

An der Verwendung des Wortes „ganzheitlich“ erkennt man eigentlich immer sofort den Schwachkopf und Dummschwätzer, den niemand ernst nehmen darf. Dahrendorf würde ihn dafür vermutlich aus der Raum jagen, würde er noch unter uns weilen.

Und so wird auch dieser Kreis nichts dazu beitragen können, die Krise der FDP zu beenden. Das mag man für schade halten, wenn man sich die wirklich liberale Partei zurückwünscht, die die FDP mal war. Wenn man sich aber ansieht, was daraus geworden ist, dann kann es einen nur freuen, dass die aktuelle Mannschaft auf dem besten Weg dazu ist, die Partei dauerhaft in die Bedeutungslosigkeit unter der 5%-Hürde zu führen. Denn genau da gehört sie in der aktuellen inhaltlichen und personellen Verfassung auch hin.

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