The Mindmachine

Skeptizismus, Whisky und Politik

Von Zügen und Schafen

| Keine Kommentare

Streiks sind bei uns in Deutschland ja generell eher die Ausnahme. Während unsere französischen Nachbarn z.B. gern mal alles lahm legen um für ihre Rechte zu kämpfen, scheint das unserem Pflichtbewusstsein eher entgegenzulaufen und so rackern wir halt weiter, auch wenn uns alles stinkt. An sich schon keine besonders schlaue Haltung, aber so sind wir eben. Viel schlimmer ist meiner Meinung nach aber der Umgang mit denen, die dann tatsächlich mal aufbegehren und es wagen, für ihre Sache zu kämpfen. Die verachtet der Deutsche wegen ihrer Pflichtverletzung. Oder vielleicht auch nur aus Neid auf deren Mut, die eigene Situation nicht weiter hinzunehmen.

Aktuell wunderschön zu sehen beim Tarifstreit der Bahn. Auf der einen Seite stehen die Lokführer, die seit Jahren nichts vom beständig wachsenden Kuchen abbekommen, auf der anderen die Manager um Hartmut Mehdorn, die ihre eigenen Bezüge seit dessen Antritt um mehrere hundert Prozent erhöht haben. Ganz ohne Streik natürlich (wobei man sich da nicht so ganz sicher sein kann, denn vielleicht haben wir ihn einfach nur nicht mitbekommen).

Und auf wessen Seite steht das Volk? Interessanterweise zu großen Teilen auf der der Manager, auch wenn die ansonsten ja gerne mal als Nieten in Nadelstreifen bezeichnet werden. Aber wenn deren Untergebene aufbegehren, dann ist Schluss mit lustig. So geht es ja nicht! Dass die BILD-Leser hier brav hinterherblöken, was die Springerzentrale vorgibt, muss nicht weiter verwundern (obwohl die sich diesmal auffallend zurückhält). Aber das auch in den Kommentaren und Leserbriefen in Süddeutscher Zeitung und Konsorten ein erheblicher Anteil wider besseren Wissens die „Maßlosigkeit“ der GDL anprangert und fordert, dass diese „unserem Land nicht weiter schaden soll“, das ist irgendwie schon erschreckend.

Wir sind halt doch ein Land von Schafen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.