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Skeptizismus, Whisky und Politik

Was muss man können, um Innenminister zu werden? (Teil III)

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Die Frage habe ich ja nun schon öfter gestellt. Angesichts der aktuellen Entscheidung der Innenministerkonferenz, die Herstellung wie den Verkauf sogenannter „Killerspiele“ in Deutschland  zu verbieten, fällt die Antwort auch genau schon wie die beiden vorigen Male sehr einfach aus: offensichtlich ziemlich wenig.
Dass Fachleute ziemlich geschlossen weder einen Zusammenhang zwischen solchen Spielen (die nicht mal eindeutig zu kategorisieren sind) und Amokläufen sehen, dass sie weiterhin die Maßnahme für bloßen Populismus ohne Wirkung halten und letztlich vergeblich auf andere Maßnahmen hinweisen, die wirklich helfen könnten, aber Geld kosten, welches niemand ausgeben will – das alles ficht die Innenministerkonferenz nicht an. Sie bleiben bei ihrem komplett sinnbefreiten Beschluss.
Nun wäre das zwar ärgerlich aber nicht besonders dramatisch, wenn solche Entscheidungen auf Nebenschauplätze wie den Vertrieb von Computerspielen beschränkt bleiben würde. Aber leider ist diese Entscheidung inzwischen fachübergreifend typisch für unsere politische Führung. Inzwischen malen nicht nur Apokalyptiker ein ziemlich düsteres Bild der näheren Zukunft. Auch die Wissenschaft ist sich weitestgehend einig, dass unsere Aussichten ohne ziemlich radikale Änderung unserer Lebensweise ziemlich schlecht sind.Angesichts dieser aktuellen nationalen wie globalen Probleme, die immer erdrückender werden, bräuchte es mutige Visionen und die Fähigkeit wie das Rückgrat, diese auch umzusetzen. Und wie reagieren unsere Politiker darauf? Vornehmlich mit einer Kombination aus Vogel-Strauß-Taktik und Laientheater mit dem Stück „Schaut wie kompetent wir sind“. Erkenntnisse der Fachleute werden ignoriert, stattdessen wird mit unsinnigen und aktionistischen Scheinbeschlüssen Handeln vorgetäuscht (und dabei schlimmstenfalls über lange Zeit hart erkämpfte Errungenschaften der Demokratie einfach mal weggefegt) und ansonsten weitergewurstelt wie bisher. Zusätzlich werden dann die konstant einbrechenden Wählerstimmen noch als Gewinn und Bestätigung verkauft. Wahrscheinlich, um sich selber zu überzeugen, denn wer sonst sollte das noch glauben?
Das alles ändert aber nichts daran, dass wir uns ein „weiter wie bisher“ nicht mehr länger leisten können.

Nur bleibt die Frage offen, ob sich diese Erkenntnis noch rechtzeitig durchsetzt oder ob wir erst über den Abgrund laufen müssen, um ihn wahrzunehmen.

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