The Mindmachine

Skeptizismus, Whisky und Politik

Wenn den jemand umbringt, ist er selbst schuld

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Ich habe ja schon ein paar Mal meiner Bewunderung für die tapferen Freiheitskämpfer Ausdruck verliehen, die ihre ganze Energie dem Kampf gegen den schlimmsten Angriff auf unsere Bürgerrechte widmen, den diese Gesellschaft seit Generationen erlebt hat: Dem Rauchverbot.

Nun hat man ja eine Niederlage einstecken müssen, indem man den Volksentscheid verloren hat. Natürlich völlig unfair, denn die Anforderung, an einem Sonntag seine Eckkneipe zu verlassen, um in einer Kabine sein Kreuzchen zu machen, war natürlich kaum zu erfüllen. Vor allem, da dort perfiderweise auch noch das Rauchen untersagt war.

Nun könnte man zwar die Niederlage eingestehen und sich dem Willen der Mehrheit fügen. Aber das wäre ja Verrat an der heiligen Sache. Nur was tun? Nun, wenn man schon den Kampf nicht mehr gewinnen kann, so kann man sich immerhin an demjenigen rächen, der einem die Sache eingebrockt hat. Denn dieser jemand hat einen Namen – Sebastian Frankenberger, ÖDP-Politiker und größter Feind der Freiheit. Ihm kann man das Leben zur Hölle machen und sich damit angemessen dafür revanchieren, dass man nun zum Rauchen an die frische Luft muss, von der doch jeder weiß, dass sie reines Gift für jeden anständigen Raucher ist.

Wie macht man das heute? Klar, man gründet als erstes eine Facebook-Gruppe. Das ist nicht nur unheimlich kreativ, sondern auch angenehm, denn das geht von der Couch aus. Im eigenen Wohnzimmer, wo der Aschenbecher noch immer ungegängelt überquellen darf. „Wer möchte Sebastian Frankenberger als Freund? Ich jedenfalls nicht!“ Wortgewalt in Reinkultur, da hat der Dichter und Denker alle Register gezogen. Aber damit nicht genug, werden wir doch mal konkret! „Lokalverbot für Herrn Sebastian Frankenberger“ ist dann auch gleich die nächste Gruppe, die dem sauberen Herrn klar macht, was man vom Mehrheitswillen hält! Wer sich gegen die Minderheit brutal durchsetzt, der hat an den Orten, an die diese Minderheit jetzt nicht mehr gehen will, nichts verloren!

Hier kann sich die geplagte Seele auch Luft machen, kann vom „Faschisten“ bis zur Morddrohung alles rausschreien, was einem zum Frankenberger so einfällt. Denn er ist ja „selber schuld“.

Es geht aber noch weiter. Wenn man einmal Blut geleckt hat, hört man so schnell nicht mehr auf. Überzeugte Aktivisten nehmen die beschwerliche Reise bis vor Frankenbergers Wohnung auf, um dort Happenings zu veranstalten und Kippen als Andenken zu hinterlassen. Ob es die gleichen sind, die in der ganzen Stadt Schmähplakate mit seiner Anschrift anbringen, kann man nicht sagen, aber passen würde es. Vielleicht sind es auch die, die ihm einen Davidsstern zugeschickt haben, um den durchaus angemessenen Vergleich zur Judenverfolgung auszupacken, der schon lange überfällig war.

Ihr seid schon richtige Helden! Der Marlboro-Mann wäre stolz auf euch!

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