The Mindmachine

Skeptizismus, Whisky und Politik

Antislamismus, Meinungsfreiheit und religiöser Wahn

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Das Video, das einmal mehr für eine Gewalteskalation in der islamischen Welt gesorgt hat, ist dümmlich, rassistisch und abstoßend und seine Macher genauso zu verachten und wie die Spezialisten, die es nach den Unruhen erst Recht aufführen wollen. Davon kann sich jeder selber bei Youtube überzeugen, eine Verlinkung spare ich mir.

Ein Verbot wäre trotzdem falsch, denn auch dümmliche und rassistische Videos gehören nach unserem Verständnis zur Freiheit von Meinung und Kunst. Auch wenn ein nicht gerade kleiner Teil der Welt diese Sichtweise nicht teilt, so ist sie dennoch zentral für unsere Kultur und unsere Werte. Die sollten wir nicht aufgeben, sondern ganz nach Voltaire dafür kämpfen – trotz der Verachtung für dieses Machwerk.

Die Muslime, die nun als aufgebrachter Mob Flaggen verbrennen, Botschaften in Brand stecken und für den Tod des amerikanischen Botschafters verantwortlich sind, sind in der Mehrheit vermutlich keine religiösen Fanatiker, sondern gezielt aufgehetzte, einfache Leute, von denen kaum einer wirklich wissen dürfte, worum es hierbei geht (geschweige denn, das Video überhaupt gesehen haben). Man macht es sich zu einfach, dem Islam hierfür die Schuld zu geben. Ohne die sozialen Verhältnisse und die gesamtpolitische Lage in der islamischen Welt sind die Ausschreitungen nicht erklärbar.

Trotzdem – Religion im Allgemeinen und der Islam im Besonderen können auch nicht völlig ausgeblendet werden. Denn ohne diese wäre es wesentlich schwieriger, den Mob zum Toben zu bekommen. „Religion ist der organisierte Wille, gekränkt zu sein“ schrieb Georg Seesslen letztens in der taz. Damit liegt er nicht ganz falsch. Auch wenn die alleinige Schuld nicht bei der Religion zu suchen ist, so müssen Muslime und andere Gläubige hier ganz vorne für eine Welt eintreten, in der die Beleidigung religiöser Gefühle keine Rechtfertigung für Gewalt sein kann.

Das können wir einfordern und das müssen wir auch. Es kann nicht nur unsere Aufgabe sein, einen Krieg der Kulturen zu verhindern.

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