The Mindmachine

Skeptizismus, Whisky und Politik

Mit Vollgas zurück ins letzte Jahrtausend

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Nach der Rücknahme der Exkommunikation des Holocaust-Leugners Richard Williamson schlagen sie nun wieder hoch, die Wellen der Entrüstung. Wobei das einzige Überraschende eigentlich ist, dass es tatsächlich noch Menschen gibt, die sich über den reaktionären Kurs wundern, den der Papst eingeschlagen hat.Schon als Kardinal war Ratzinger neben dem Fuldaer Bischof Dyba so ziemlich das konservativste, rückwärtsgewandteste und unversöhnlichste, was die katholische Kirche in Deutschland so zu bieten hatte. Darüber mag der knuddelige Opa, den viele in ihm sehen, vielleicht hinwegtäuschen. Aber Ratzinger war noch nie der Versöhner oder gar derjenige, der dafür gestanden hätte, die Katholische Kirche zu öffnen. Das beweist er seit seiner Amtseinführung in schöner Regelmäßigkeit und genauso regelmäßig wird es von seinen Anhängern ausgeblendet. Egal ob es nun die bodenlosen Aussagen zu AIDS in Afrika waren, die Abweisung der Bemühungen um die Ökumene, seine Haltung zu Kreationismus, zum Islam, die Ablehnung der Unterzeichnung der UN-Erklärung zur gegen die Unterdrückung und Verfolgung von Homosexuellen oder nun eben zu einem Bischof, der eigentlich wirklich ohne jede Debatte völlig untragbar ist.

Das einzig faszinierende daran ist, wie viele Anhänger dieser Papst trotzdem hat, gerade unter Jugendlichen. Ist es Ignoranz hinter den Benedetto-Rufen auf den Weltjugendtagen oder teilt der Nachwuchs wirklich die erzkonservativen Ansichten des ehemaligen Großinquisitors?

Vielleicht will ich es gar nicht so genau wissen, beruhigend finde ich nämlich keine der Möglichkeiten.

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