The Mindmachine

Skeptizismus, Whisky und Politik

Urlaub und Snobismus, zweiter Teil

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Es mag den einen oder anderen, der meine politische Ausrichtung kennt, nicht weiter verwundern, aber ich fahre wirklich ausgesprochen gerne in die Toskana. Die Landschaft hat Charme, das Essen ist hervorragend und auch wenn es eigentlich egal ist – mein Buch lese ich eben doch am liebsten in einer Hägematte unter einem Baum, mit dem Duft von Pinien in der Nase und einem gelegentlichen Blick über ein Tal, wenn ich zwischen zwei Absätzen aufschaue. Das kommt einem perfekten Urlaub schon ziemlich nahe, wenn man noch die weitestgehende Abwesenheit anderer Menschen (vor allem Touristen) und die Anwesenheit eines guten Weins dazu nimmt.

Wie schon erwähnt gibt es hier massenhaft Menschen. Diese sind fast ausnahmslos Touristen, was die Sache schlimm macht. Statt Bäumen gibt es Palmen, derer aber zu wenig für Schatten und Hängematten. Gut, es gibt keine Mücken und auch sonst kaum etwas, was sticht, beißt oder sonstwie piesackt, aber dafür auch keinen Pinienduft. Streng genommen gibt es gar keine Gerüche auf Fuerte, wenn man von ein wenig Salz und Fisch am Meer, dem Essen am Buffet oder den Reinigungsmitteln der Zimmermädchen absieht. Und wo wir gerade beim Essen sind, das Restaurant im Hotel hat den Charme einer Großkantine und in etwa auch deren kulinarische Klasse. Was aber auch wieder Sinn ergibt, denn so müssen die meisten Gäste sich nicht groß umstellen. Sehr schade, denn die kanarische Küche wäre ja so schlecht nicht.

Richtig finster wird es beim Thema Wein. Jeweils zwei Marken der Richtung rot, rosé und weiß, in Flaschen, die am Buffet zum selber holen in Eiskübeln bereit stehen und von denen kein einziger über einen mittleren Hauswein in der Pizzeria nebenan hinauskommt – das ist ein eine Schande für eine Nation wie Spanien.

Dass man an der Hotelbar nicht mal anständige Cocktails bekommt, ist obendrein dann doch verblüffend, denn das funktioniert eigentlich immer irgendwie. Mit einem halbwegs vernünftigen Whisky hatte ich ja eh nicht gerechnet.

Aber – und das ist ein gewichtiges Aber – es gibt eben doch etwas, wo die Toskana nicht mithalten kann: den Atlantik mit einem wunderbaren Sandstrand. Man muss es sagen, das macht einiges wett und führt dann doch bereits heute dazu, dass ich endgültig bereit bin, mich mit dem Rest zu arrangieren. Ich brauche das nicht immer, aber das letzte Mal Strand und richtiges Meer ist doch schon ein paar Jahre her.

Darauf erst mal eine Sangria aus dem Zapfhahn!

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