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	<title>Blair Athol &#8211; The Mindmachine</title>
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	<description>Skeptizismus, Whisky und Politik</description>
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		<title>107. Tasting von Munich Spirits &#8211; Messenachlese München Spirits 2032</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Mar 2023 14:33:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kaum gehen 3 Jahre mit Covid ins Land, schon kann man sich wieder im realen Leben zu Whisky Tastings treffen. Wobei das nicht so ganz stimmt, es gab im Vorfeld der Messe bereits ein Präsenztasting, an dem ich aber nicht <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/107-tasting-von-munich-spirits-messenachlese-muenchen-spirits-2032"><span class="screen-reader-text">  107. Tasting von Munich Spirits &#8211; Messenachlese München Spirits 2032</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum gehen 3 Jahre mit Covid ins Land, schon kann man sich wieder im realen Leben zu Whisky Tastings treffen. Wobei das nicht so ganz stimmt, es gab im Vorfeld der Messe bereits ein Präsenztasting, an dem ich aber nicht teilnehmen konnte. Für mich war es also Premiere. Sehr schön, Menschen wieder real zu treffen. Auch wenn man dafür nach dem Tasting heim fahren muss und nicht einfach nur den Rechner zuklappen kann. Aber das ist ein kleiner Preis, den man für die Realität zahlt. Eine neue Location gab es diesmal auch, nämlich das CROSS im Englischen Garten. Dank U-Bahn-Nähe gut zu erreichen, netter und kompetenter Service und auch die Snackplatten mit Wurst und Käse in der Pause waren lecker. Einziges Manko: da in dem Nebenzimmer, in dem wir waren, rundherum glatte Wände ohne Möbel oder sonstiges waren, war der Lautstärkepegel enorm. Das hat es für mich extrem anstrengend gemacht, die ganzen Jahre Musikmachen sind nicht spurlos an meinen Ohren vorbeigegangen. Den Gesprächen mit den Nebenmännern zu folgen, war eine Herausforderung.<span id="more-2308"></span></p>
<p>Nun aber zu den Whiskys. Acht Flaschen waren regulär am Start, alles spannende Fundstücke von Marco auf der München Spirits. Dazu gab es eine Bonusflasche, die bei einer Bestellung von Klaus Pflichtbeigabe war und von ihm als Eröffnung in die Tastingrunde geworfen wurde.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181212917_iOS-scaled.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2309" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181212917_iOS-150x150.jpg" alt="Glen Scotia Campbeltown Harbour" width="150" height="150" /></a>Glen Scotia Campeltown Harbour, OA, NAS, 40%<br />
</strong>Die einzige Abfüllung in Trinkstärke, deswegen zur Eröffnung. In der Nase Zitrusfrüchte und Bourbonfass, sehr straight aber auch sehr angenehm. Das setzt sich im Mund fort. Ein klarer und typischer Schotte aus dem Bourbonfass, eher herb mit schönen Fruchtnoten drin. Der Abgang mittellang mit Vanillenoten. Das Etikett spricht von sea spray &amp; gentle smoke, was wir beides nicht nachvollziehen konnten. Muss aber auch gar nicht sein. Das ist ein typischer, aber sehr angenehmer Trinkwhisky, der keine Herausforderungen stellt, sich aber auch keine Schwächen leistet. Kann man gemütlich vor sich hintrinken. Die an sich eher schmalbrüstigen 40% fallen auch nicht unangenehm auf.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181226375_iOS-scaled.jpg"><img decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-2311" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181226375_iOS-150x150.jpg" alt="Linkwood Villa Konthor" width="150" height="150" /></a>Linkwood, Villa Konthor, Wine Finish, 12 Jahre, 56,3<br />
</strong>Die 15-Jahre-Jubiläumsabfüllung der Villa. Zwar war ich bei der Messe am Stand und habe dort nicht nur Flaschen probiert, sondern auf gekauft &#8211; diesen hier allerdings nicht. Abfüllungen aus dem Weinfass finde ich auch gern mal schwierig. In der Nase wird das Fass schon mal recht deutlich. Weiniges Aroma, Erdbeere, Bienenwachs, Pfirsich und eine leichte Schärfe. Der Geschmack ist überraschend alkoholisch. Trotz des Glen Scotia davor, wir steigen ja nicht direkt mit Fassstärke ein. Ansonsten ist das geschmacklich eigen, aber nicht so richtig gut zu greifen. Mit etwas Wasser wird er verträglicher und cremiger, bis in den Abgang hinein. Aber diese Abfüllung gehört dann letztlich doch zu denen, die bei mir nicht so richtig funktionieren.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181234135_iOS-scaled.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-2313 size-thumbnail" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181234135_iOS-150x150.jpg" alt="Blair Athol Berry Bros &amp; Rudd" width="150" height="150" /></a></p>
<p><strong>Blair Athol, Berry Bros &amp; Rudd, Oloroso Cask 307589, vermutlich 12 Jahre, 54,1%<br />
</strong>Vom Erdbeerfeld direkt in den Wald. Holz, dunkle Beeren, leicht muffige Noten und Karamell in der Nase. Geschmacklich ist meine erste Assoziation Pilze. Vielleicht führt das Fass in die falsche Richtung, hier kommen schwefelige Noten heraus und auch Gewürze. Ein wenig erinnert das an englischen Christmas Cake. Auch im Abgang dominieren dunkle und eher herbe Töne. Mein Fazit dazu ist sehr unklar. Abhängig von der Tagesform könnte ich mir gut vorstellen, dass ich den entweder ziemlich spannend oder aber auch eher unattraktiv finde.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181246016_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2316 size-thumbnail" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181246016_iOS-150x150.jpg" alt="Glenallachie Duncan Taylor" width="150" height="150" /></a></p>
<p><strong>Glenallachie, Duncan Taylor via Kirsch Import, Sherry Octave Small Batch, 14 Jahre, 53,8%<br />
</strong>Wir bleiben in einer ähnlichen Ecke, wenn auch mit einem ganz anderen Ergebnis. Hier wurden zwei Octavefässer miteinander vermischt, in denen der Whisky aufgrund der geringen Größe recht schnell und intensiv reift. Leichte Schwefelnoten gibt es auch hier in der Nase, die ich aber sehr angenehm finde. Dahinter ist reife, rote Frucht in Richtung Sauerkirsch oder Johannisbeere. Geschmacklich sind es hier auch eher herbe Sherrynoten, ich sehe mich spontan auf einer schweren Ledercouch vor dem offenen Kamin, während draußen der Sturm den Regen ans Fenster peitschen lässt. Bei dem feinen, eleganten und langen Abgang kann einem das herzlich egal sein. Der Whisky polarisiert ziemlich am Tisch. Während die untere Seite gar nichts mit ihm anfangen kann, findet unser Ende den sehr schön. Für mich ist das sogar der klare Gewinner des Abends.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181256519_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2318" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181256519_iOS-150x150.jpg" alt="Speyburn Shinanoya" width="150" height="150" /></a>Speyburn, OB exclusively to Shinanoya, 1st-fill-Sherry Cask 614, 13 Jahre, 52,5%<br />
</strong>Hierbei handelt es sich um eine Abfüllung für den japanischen Markt, die außerhalb solcher Events wie einer Messe kaum erhältlich sein dürfte. Stilistisch auch wieder eine ähnliche Ecke wie der Vorgänger. Eher herber Sherry, in der Nase sehr deutlich Marzipan, im Mund Cassis und Honignoten. Im langen Abgang geht es über in eine schwere Süße. Alles in allem ebenfalls eine sehr elegante und ausgewogene Abfüllung mit viel Klasse.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181309052_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-2320" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181309052_iOS-150x150.jpg" alt="Ben Nevis Best Dram" width="150" height="150" /></a>Ben Nevis, Best Dram, First Fill Red Wine Cask #107, 10 Jahre, 55,3%</strong><br />
Nach dem Essen geht es weiter mit noch einer Abfüllung aus dem Rotweinfass. Auch hier finden sich wieder Erdbeeraromen, die hier aber eher an Erbeerjoghurt erinnern. Ich hab auch eine Assoziation zu diesen rotgelben Schaumgummistücken, die es früher immer bei Volksfesten gegeben hat. Ein paar Gewürznoten sind auch dabei. Im Mund erinnert das alles eher an die Früchte in Roter Grütze. Im Abgang hat das was von Sekt, der einem in die Nase steigt. So richtig zünden will das bei mir alles nicht, aber die Position nach dem Essen ist ja auch immer die schwierigste. Wenn ein Whisky dann so eigen ist wie dieser hier, dann fällt die Bewertung schwer. Ob ich mir den ins Regal stellen würde, ist aber insgesamt ziemlich zweifelhaft.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181315736_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2321" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181315736_iOS-150x150.jpg" alt="Bimber Whiskyfacile" width="150" height="150" /></a>Bimber Destillery, Whiskyfacile, PX-Sherry-Finish, 4 Jahre, 58,9%</strong><br />
Es bleibt exotisch. Eine vierjährige Abfüllung aus einer englischen Destillerie, ausgesucht von einem italienischen Vertrieb. Vom Marketing her ist man auf der Höhe der Zeit. Was der Whisky kann, muss sich zeigen. Dieser hier ist jedenfalls extrem eigenwillig. Hält man die Nase übers Glas, so betritt man direkt einen Douglas-Shop. Zumindest legt das der perfümige Charakter nahe. Im Mund ist er unfassbar süß. Statt bei Douglas ist man hier in einem Süßwarenladen in Istanbul, im dem Baklava noch das dezenteste ist. Es gibt viele verschiedene Zuckernoten, unter anderem erinnert mich das an Churros und ähnliches. Aber trotzdem ist das hier eben kein Likör, sondern harter Alkohol, auch wenn der trotz des jungen Alters und der Fassstärke eher im Hintergrund bleibt. Sehr abgefahren, ich hatte noch nie was im Glas, was auch nur ansatzweise vergleichbar gewesen wäre. Allerdings werden hier auch Preise aufgerufen, die ich keinesfalls zu zahlen bereit bin.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181322920_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-2323" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181322920_iOS-150x150.jpg" alt="Caol Ila Thompson Bros" width="150" height="150" /></a>Caol Ila, Thompson Bros, 10 Jahre, 52,7%<br />
</strong>Caol Ilas gab es reichlich auf der Messe. Dieser kommt für mich ziemlich typisch daher. Rauch, der eher an kalte Asche erinnert als an Schinken, Zitrusnoten, alles eher hell und klar. Geschmacklich kräftig, aber sehr gut ausbalanciert mit einem langen Abgang, der in einer leicht schmelzigen Süße endet. Nicht außergewöhnlich, aber alles genau so, wie es sein sollte. Klasse Abfüllung.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181331961_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2324" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181331961_iOS-150x150.jpg" alt="Braon Peat" width="150" height="150" /></a>Braon Peat, The Warehouse, Sherry Edition 1 in PX Octave Casks, 54,1%<br />
</strong>Peated aus Islay, die Destille darf nicht genannt werden. Hier ist jetzt der Schinken, kräftig in der Kombination mit dem Sherry. Auch hier setzt sich das schlüssig im Mund fort. Die Kombination aus Torf und Sherry funktioniert und ist gut eingebettet, ohne dass eine Note überlagern würde. Nichts medizinisches, auch keine anderen auffälligen Noten, die Tipps gehen einhellig zu Lagavulin. Ein langer, mächtiger Abgang rundet alles ab. Auch hier keine Überraschungen, aber eben alles richtig gemacht. Für Torffreunde genau so richtig wie der Caol Ila.</p>
<p>Schönes Lineup mit interessanten Sachen dabei. Danke an Marco für&#8217;s Aussuchen und Organisieren! Und an alle anderen einfach dafür, dass sie dabei waren. Bis zum nächsten Mal.</p>
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		<title>96. Tasting von Munich Spirits &#8211; Anam na h-Alba Online</title>
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		<dc:creator><![CDATA[NegatroN]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 May 2021 20:45:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wir bleiben in der Reihe &#8222;Abfüller stellen Whiskys aus ihrer aktuellen Range vor&#8220;. Diesmal mit Tom von Anam na h-Alba, der uns sympathischerweise lauter durchaus bezahlbare Abfüllungen mitgebracht hat. Wobei mitgebracht einmal mehr verschickt heißt, denn auch dieses Tasting findet <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/96-tasting-von-munich-spirits-anam-na-h-alba-online"><span class="screen-reader-text">  96. Tasting von Munich Spirits &#8211; Anam na h-Alba Online</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2014/08/line-up-tasting-mai_2021-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2098" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2014/08/line-up-tasting-mai_2021-150x150.jpg" alt="Anam na h-alba" width="150" height="150"></a>Wir bleiben in der Reihe &#8222;Abfüller stellen Whiskys aus ihrer aktuellen Range vor&#8220;. Diesmal mit Tom von Anam na h-Alba, der uns sympathischerweise lauter durchaus bezahlbare Abfüllungen mitgebracht hat. Wobei mitgebracht einmal mehr verschickt heißt, denn auch dieses Tasting findet wieder remote per Zoom statt.</p>


<span id="more-1558"></span>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Badachro, Bad na h-Achlaise, 46.0%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir starten mit recht neuen Destillerie und gleichzeitig mit einer sprachlichen Herausforderung, die im Deutschen schnell ausgesprochen einen eher unfeinen Klang annimmt. Aber Akustik hin oder her, interessant ist ja vor allem der Inhalt des Glases. In der Nase finde ich wenig von den Früchten und Zitrusnoten aus den Tastingnotes, auch der dort erwähnte Rauch bleibt eher im Hintergrund. Dafür gibt es sehr deutlich Weinnoten. Da wir etwas später dazu gestoßen sind, bin ich mir nicht mehr sicher, ob der hier wirklich aus dem Weinfass kommt, auf dem Label steht nur was von &#8222;Tuscan Oak&#8220;. Aber die leicht rötliche Farbe legt die Vermutung zumindest nahe, dass es sich dabei um ein Weinfass gehandelt hat. Geschmacklich finden sich ebenfalls Traubenschalen, dazu kommt hier auch der bereits erwähnte Rauch, der sich aber recht dezent im Hintergrund hält. Einen langen Abgang gibt es nicht, es bleibt eine recht leichte Süße im Mund. Weinnoten im Whisky funktionieren bei mir oft ganz gut und das ist auch hier so. Der Badachro ist kein Überflieger, aber ein ausgesprochen angenehmer Trinkwhisky, bei dem man das leere Glas direkt wieder nachfüllen möchte. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bladnoch, Anam na h-Alba, 13 Jahre, 56.5%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nummer zwei ist deutlich wuchtiger, mit Honig und cremiger, schwerer Süße in der Nase. Überreife Banane, Toffee und Sahnekonfekt. Im Glas verändert er sich aber auch recht schnell, erinnert zwischendrin an Haselnussgeist, bis sich dann die Cremigkeit verliert und grasigen Noten Platz macht. Im Mund lässt er die Muskeln spielen, der Alkohol ist deutlich spürbar. Die erwartete Süße bleibt allerdings aus, hier stehen fruchtige, aber klar herbe Noten deutlich im Vordergrund. Irgendwo darunter kann man die Vanillenoten des Bourbonfasses ausmachen. Auch der Abgang zieht Speichel und hinterlässt einen eher trockenen Mund. Bei den meisten kommt er sehr gut an, mir fehlt hier aber geschmacklich die Süße als Gegengewicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blair Athol, Anam na h-Alba, 11 Jahre, 59.9%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Blair Athol kommt ebenfalls aus dem Bourbonfass, präsentiert sich aber eher anders herum als der Bladnoch. Während der Geruch eher unspannend ist und auch einen Hauch Lösungsmittel mitbringt, zeigt der sich im Mund sehr schön rund und ausgewogen. Hier kommt genau die voluminöse Süße als Gegenspieler zu herber und würziger Kraft heraus. Ein bisschen Wasser bringt nochmal ein paar neue Nuancen heraus, insgesamt ist der für sein Alter schon recht komplex und macht mir richtig Spaß.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tormore, Anam na h-Alba, Ex-Bourbon, 12 Jahre, 62.3%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nochmal Bourbonfass, jetzt aber mit Marzipan, der Mandelkruste auf einem Kuchen und dazu eine frische, zitronige Schärfe als Kontrast. Im Mund wirkt er deutlich milder als der Alkoholgehalt es vermuten lassen würde, mit einer schönen Würzigkeit und ebenfalls einen ausgewogenen Spiel aus süßen und herben Noten. Das geht insgesamt in eine ähnliche Richtung wie beim Vorgänger, auch wenn hier in der Nase ganz andere Aromen drin sind. Aber auch hier: mundfüllend, schon recht komplex und macht ebenfalls richtig Laune.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Speyside Blend, Anam na h-Alba, 8 Jahre, 60.6%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweite Hälfte sind alles Abfüllungen, die in Sherryfässern reifen durften. Der erste firmiert unter dem Namen &#8222;Toll Wood&#8220;, dahinter dürfte sich aber ein Balvenie verbergen, der mittels Teaspooning anonymisiert worden ist. Gelagert als Quarter Cask in einem Amontillado Sherry Fass riecht man hier schon den deutlichen Unterschied. Holz und etwas Schwefel kommen klar heraus. Ich habe da irgendeine Fehlnote drin, die ich nicht festmachen kann, die mir dann aber auch den Geschmack verdirbt. Vielleicht liegt es am Keks, den ich in der Pause gegessen habe, aber dieser Whisky geht gerade gar nicht bei mir, den finde ich fast unangenehm.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dailuaine, Anam na h-Alba, 12 Jahre, 54.8%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hier gibt es ganz leicht schweflige Noten in der Nase, die aber diesmal durchaus nicht unangenehm sind. Dazu dann etwas Honig. Mit einem Olorosofass sind wir auch hier sind wir eher im Bereich trocken statt süß. Im Mund überrascht er mit einer leichten Rauchigkeit, die Assoziationen an Lagerfeuer weckt. Eindeutig besser als der Speyside, aber auch hier fehlt mir das Gegengewicht, alles in allem ist mir der zu einseitig herb.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Strathmill, Anam na h-Alba, 9 Jahre, 58.1%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nochmal Sherry, nochmal etwas anders. Sind das Kirschnoten in der Nase? Jedenfalls geht es auch hier in die eher herbe Richtung. Hier steht die alte Ledercouch auf dem alten Teppich vor dem schweren Holzregal. Gefällt mir wieder etwas besser, aber wollen die herben einfach nicht so richtig bei mir zünden. Ich hoffe mal darauf, dass der letzte dann die Sache herausreißt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ardmore, Anam na h-Alba, 11 Jahre, 55.7%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das tut er auch tatsächlich. Im Fass war Pedro Ximenez, also Sherry in der Variante pappsüß und das läuft mir dann auch wirklich besser rein. Kombiniert ist das hier mit Torf, was ja oftmals recht gut funktioniert. So ist das auch hier. Das ist nicht wahnsinnig spektakulär, aber durchaus fein, rund und gut trinkbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt muss ich sagen, dass meine Sensorik in der zweiten Hälfte des Tastings etwas zu wünschen übrig gelassen hat. Für viele war die Corona-Zeit eine Zeit erhöhten Alkoholkonsums, bei mir was das allerdings eher nicht so. Die Fassstärken machen mir diesmal offenbar etwas zu schaffen. Das lag dann aber wohl eher an mir als an den Whiskys. Vor allem die erste Hälfte wusste durchaus zu gefallen, da überlege ich gerade noch, ob ich die noch anschaffen werde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Danke an Tom und an Marco für das Tasting! </p>



<p class="wp-block-paragraph"> </p>
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