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	<title>Glengoyne &#8211; The Mindmachine</title>
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	<description>Skeptizismus, Whisky und Politik</description>
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		<title>103. Tasting von Munich Spirits &#8211; Ullis Privatbestände</title>
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		<dc:creator><![CDATA[NegatroN]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Apr 2022 16:05:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Whisky]]></category>
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					<description><![CDATA[2022 und wir treffen uns immer noch online für die Tastings. Diesmal kommt die gesamte Range aus den privaten Beständen von Ulli, der sonst als Gast dabei ist. So viel sei vorweggenommen, er hat einiges gefunden, was sich nicht nur <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/103-tasting-von-munich-spirits-ullis-privatbestaende"><span class="screen-reader-text">  103. Tasting von Munich Spirits &#8211; Ullis Privatbestände</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph" style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;">2022 und wir treffen uns immer noch online für die Tastings. Diesmal kommt die gesamte Range aus den privaten Beständen von Ulli, der sonst als Gast dabei ist. So viel sei vorweggenommen, er hat einiges gefunden, was sich nicht nur sehen, sondern auch schmecken lassen kann.</p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"><span id="more-2126"></span></p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"> </p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"><span style="font-weight: bold;"><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/glengarioch.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2127" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/glengarioch-150x150.jpg" alt="Glen Garioch" width="150" height="150" /></a>Glen Garioch, 34yo 1984/2019 &#8211; Hand selected for Brühler Whiskyhaus, 44,0%</span></p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;">Wir starten mit einem Whisky aus einer Zeit, in der einige Destillen noch nicht so professionell gearbeitet haben wie es heute Standard ist. Es kam durchaus vor, dass Reste von Seifenlauge nach dem Reinigen der Anlagen im Whisky gelandet sind. Oder die Seifenlaugebewusst zugesetzt wurde, wenn die Maische zu stark geschäumt hat. Hin wie her, den Abfüllungen von Glen Garioch aus dieser Zeit wird nachgesagt, seifige Noten aufzuweisen. Auch bei diesem hier, bei dem die Bewertungen aus der Whiskybase über eine beachtliche Spanne von 50 bis 93 Punkten gehen. In der Tastingrunde sind die Meinungen eher verhalten, die meisten schätzen zwar den Geruch, weniger aber den Geschmack. Mir geht es tatsächlich eher andersherum. Trotz längerer Zeit im Glas finde ich den nicht so richtig spannend. Wenn man die Nase tief ins Glas hält (wozu die meine durchaus gut geeignet ist), hat man vor allem stechende Schärfe. Ansonsten kann man die Eichennoten vom Fass riechen, dahinter Getreide und undefinierte Fruchtnoten.</p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;">Im Mund schmeckt er heller und frischer als erwartet. Herbe Noten stehen im Vordergrund, die sich bis zum mittellangen Abgang in getreidige, malzige Süße verwandeln. Seife finde ich weder im Mund noch in der Nase. Kein Highlight, aber schon ein gefälliger Tropfen.</p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"> </p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"><span style="font-weight: bold;"><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/auchentoshan.jpg"><img decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-2128" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/auchentoshan-150x150.jpg" alt="Auchentoshan" width="150" height="150" /></a>Auchentoshan 24yo Rare Cask by Blackadder, 55,8%</span></p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;">Der zweite geht direkt in eine völlig andere Richtung. Das erste was auffällt, sind die vielen deutlich sichtbaren Sedimente aus dem Fass, die in der Flasche und dann auch im Glas schwimmen. Der Whisky wurde ungefiltert direkt aus dem Fass gezogen, da kommt eben alles mit, was sich so gelöst hat. Allerdings bleiben bei diesem Verfahren auch Aromen erhalten, die einer Filterung normalerweise zum Opfer fallen. Die bringen hier einen extrem eigenständigen Whisky ins Glas. Der erste Riecher bringt viel Lösungsmittel, das aber schnell verfliegt. Mächtige und ganz eigene süße Noten nach Bittermandel, Honig und Lakritz kommen danach. Auch geschmacklich hab ich noch nichts getrunken, was ähnlich wäre. Eine ganz eigenwillige Süße, die ich nicht so richtig kategorisieren kann. Im Abgang erinnert das sehr an Met und Waldhonig. Viele sind sehr angetan, ich finde ihn eher interessant als begeisternd.</p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"> </p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"><span style="font-weight: bold;"><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/glenmorangie.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2129" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/glenmorangie-150x150.jpg" alt="Glenmorangie" width="150" height="150" /></a>Glenmorangie Signet, OB, 46,0%</span></p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;">Glenmorangie hat bei den Freaks keinen besonders guten Ruf, weil sie mit ihren Whiskys, die prinzipiell in Trinkstärke abgefüllt sind, eher den Massenmarkt bedienen. Für mich haben sie diesen Ruf aber zu unrecht. Auch wenn das mit dem Mainstream stimmt, ist die Qualität aus meiner Sicht durchgehend hoch. Der zehnjährige ist die geschmackliche Referenz, auf deren Basis allen anderen Abfüllungen über die Fässer eigene und andere Noten dazu gegeben werden. Das Fassmanagement ist auf einem durchgehend hohen Niveau, ich hab da noch keinen Ausfall wahrgenommen. Keiner der Whiskys in ihrer Range ist dabei sensationell, aber alle sind durch die Bank absolut ordentlich.</p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;">Beim Signet wird das Malz sehr stark geröstet, um ihm kräftige Kaffee- und Schokoladennoten zu geben. Über das Alter schweigt Glenmorangie sich aus, vermutlich variiert das auch von Abfüllung zu Abfüllung, da der Fokus auf einem bestimmten Geschmack liegt, den man immer wieder neu aus den verschiedenen Chargen zusammenbauen muss, um ihn konstant zu halten. Es dürften sich aber schon einige ältere Jahrgänge darin finden. Das Ergebnis ist vor allem sehr sehr rund und gefällig. Absolut keine Fehlnoten, weder in der Nase noch im Mund. Schokolade und Kaffee kommen deutlich raus, der Signet ist wärmend und mild und trotz 46% voluminös und mundfüllend. Wäre der Preis nicht so sportlich, wäre das ein Whisky, der oft bei mir im Glas landen würde. Wirklich falsch wäre der bei keiner Gelegenheit.</p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"> </p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"><span style="font-weight: bold;"><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/glengoyne.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-2130" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/glengoyne-150x150.jpg" alt="Glengoyne" width="150" height="150" /></a>Glengoyne 17yo 2002/2020 &#8211; Duncan&#8217;s Dram, 57,3%</span></p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;">Das Fass, das zu Ehren des stellvertretenden Brennereimanagers Duncan McNicoll abgefüllt wurde, der im Januar 2020 in den Ruhestand ging, war ganz offensichtlich ein Sherryfass. Die Nase sitzt direkt auf einem alten Ledersofa. Es gibt ein kleines bisschen Schwefel, aber genau so viel, um den Geruch spannend zu machen und nicht zu stören. Auch im Mund hat er gerade das richtige Maß an Ecken und Kanten, um ihn insgesamt rund und gefällig zu halten, aber eben auch vor Langeweile zu bewahren. Die Sherrynoten überdecken den Whisky nicht, sondern haben genau das richtige Maß. Bis zum Abgang gibt es ein Spiel zwischen herben und süßen Noten. Richtig toll! Genau so müssen Sherryabfüllungen sein.</p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"> </p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"><span style="font-weight: bold;"><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/glentauchers.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2131" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/glentauchers-150x150.jpg" alt="Glentauchers" width="150" height="150" /></a>Glentauchers 10yo 2008/2019 by Scotch Single Malt Circle, 63,2%</span></p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;">Maggie Miller wählt für den Scotch Single Malt Circle immer wertige Whiskys aus. Da macht dieser keine Ausnahme. Insgesamt geht er in eine ähnliche Richtung wie der Glengoyne zuvor. Insgesamt ist er etwas herber und aufgrund des Alkoholanteils auch deutlich wuchtiger. Allerdings ist er trotzdem auch ohne Wasser sehr gut trinkbar, was ich immer sehr faszinierend finde. Ich könnte mich nur sehr schwer zwischen den beiden entscheiden, das Niveau ist hier wirklich sehr hoch.</p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"> </p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"><span style="font-weight: bold;"><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/ardmore.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-2132" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/ardmore-150x150.jpg" alt="Ardmore" width="150" height="150" /></a>Ardmore 25yo, OB, 51,4%</span></p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;">Nach einer kurzen Pause gehen wir jetzt zu den rauchigen über. Erstmal dezent, Ardmore ist eben nicht auf Islay. Auffällig sind neben dem Rauch, der eher an kalte Asche erinnert als an Torfinferno, die deutlichen Kirschnoten. Im Mund ist die Frucht dann eher Zitrus. Insgesamt erinnert mich der Charakter sehr an Caol Ila, wobei die meistens die Regler deutlich weiter aufdrehen. Das hier ist vor allem sehr süffig und elegant und weiß damit durchaus zu gefallen.</p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"> </p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"><span style="font-weight: bold;"><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/caolila.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2133" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/caolila-150x150.jpg" alt="Caol Ila" width="150" height="150" /></a>Caol Ila 17yo 1990/2008 Mission Gold by Murray McDavid, 52,5%</span></p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;">Da haben wir ihn ja schon, den Caol Ila. Die Fässer für diesen hier wurden von Jim McEwan ausgesucht, was durchaus auf ein gelungenes Ergebnis tippen lässt. Der Charakter ist tatsächlich ähnlich wie beim Ardmore, aber sehr massiver. Quasi wie Ardmore-Konzentrat. Diese Wucht verebbt allerdings auch sehr schnell. Hier macht sich das geringere Alter bemerkbar. 17 Jahre sind jetzt nicht gerade jung, aber der Abgang fällt im Vergleich zum Vorgänger eben doch überraschend und auch etwas enttäuschend kurz aus. Kein schlechter Tropfen, aber ich würde dem Ardmore doch recht klar den Vorzug geben.</p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"> </p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"><span style="font-weight: bold;"><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/bowmore.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-2134" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2022/04/bowmore-150x150.jpg" alt=" Bowmore" width="150" height="150" /></a>Bowmore The Devil&#8217;s Casks – Limited Release III, OB, 56,7%<br /></span>Den Abschluss macht die völlig zu Recht beliebte Kombination aus Torf und Sherry. Die erste Nase bringt Möbelpolitur, aber das verfliegt schnell. Hier wird das dicke Ledersofa mit dem offenen Kamin kombiniert. Dahinter stehen süßliche Noten. Ob es die Veilchen in der Vase sind, die Bowmore gern nachgesagt werden? Geschmacklich wird hier jetzt auch aus allen Rohren gefeuert. Wuchtig und massiv, erst mit schweren Noten von Kaffee und dunkler Schokolade, dann im langen Abgang eine nicht weniger schwere Süße von reifen Datteln. Es bleibt bis zum Schluss massiv und voluminös. Von dem her der perfekte Whisky auf dieser Position, denn danach kann kaum noch was kommen.</p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"> </p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;">Platz 1 auf dem Treppchen teilen sich bei mir Glengoyne und Glentauchers. Der Rest war aber auch nicht ohne. Vielen Dank, Ulli! Hat Spaß gemacht. Irgendwann vielleicht auch mal wieder live.</p>
<p style="margin: 0in; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;"> </p>
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		<title>101. Tasting von Munich Spirits &#8211; Bald ist Weihnachten&#8230; sehr bald</title>
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		<dc:creator><![CDATA[NegatroN]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Dec 2021 16:20:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ob wohl am 23. Dezember jemand Zeit für ein Tasting hat? Die Frage hat Marco von Munich Spirits sich gestellt und sie wurde in Rekordzeit mit &#8222;Auf alle Fälle!&#8220; beantwortet. Was macht man im Jahr 2 n.C. auch sonst so, <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/101-tasting-von-munich-spirits-bald-ist-weihnachten-sehr-bald"><span class="screen-reader-text">  101. Tasting von Munich Spirits &#8211; Bald ist Weihnachten&#8230; sehr bald</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2021/12/lineup_ms101.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2021/12/lineup_ms101-150x150.jpg" alt="Weihnachtstasting" class="wp-image-2119"/></a></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ob wohl am 23. Dezember jemand Zeit für ein Tasting hat? Die Frage hat Marco von Munich Spirits sich gestellt und sie wurde in Rekordzeit mit &#8222;Auf alle Fälle!&#8220; beantwortet. Was macht man im Jahr 2 n.C. auch sonst so, außer zu Hause in einem Zoom-Call zu sitzen? Das macht mit Whisky jedenfalls mehr Spaß als ohne. Vor allem, wenn es wieder mal eine feine Auswahl für ein gemeinsames Tasting gibt.</p>



<span id="more-2109"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Glenfarclas, OB, Christmas Edition Oloroso Sherry Casks, 24 Jahre, 46.0%</strong><br>Der Einstieg ist gleich der älteste Whisky des Abends. Da er aber mit einer angenehmen Trinkstärke von 46% auch gleichzeitig den niedrigsten Alkoholgehalt hat, würde er später wahrscheinlich untergehen, was ausgesprochen schade wäre. Die Christmas-Malt-Abfüllungen von Glenfarclas haben einen durchaus guten Ruf. Obendrein bin ich bekennender Fan dieser Destillerie, die als eine der wenigen noch in Familienbesitz ist und nicht zu einem der großen Konzerne gehört. Im Glas hatte ich allerdings noch keine der Christmas Malts, ich war also freundlich gespannt. Die Nase bringt neben den typischen Sherrynoten noch Trockenfrüchte und Gewürze, was das Ganze nicht nur sehr angenehm, sondern in der Tat auch durchaus weihnachtlich macht. Im Mund ist er nicht übermäßig voluminös, glänzt aber mit einem gut eingebauten Sherry, der eher dezent süß daherkommt und gegen diese feine Süße ein paar herbe Noten setzt. Auch im Abgang bleibt er eher herb als süß, spät kommen dann die Trockenfrüchte durch, die man anfangs schon in der Nase hatte. Das alles ist sehr angenehm zu trinken und gefällt mir ausgesprochen gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Glenallachie, OB, Napa Valley Wine Barrel Cask 4437, 9 Jahre, 61.2%<br></strong>Nummer zwei wartet dann direkt mit enormem Kontrast auf. Trotz mächtigen Prozenten riecht man keinen Alkohol, aber enorm viel Frucht, massive Vanille und süße Cremigkeit. Dieser Whisky war im Weinfass und darin muss zuvor eine ziemlich fette Schnecke von Weißwein gewesen sein. Der erste Schluck bringt dann den Alkohol doch deutlich hervor, der Glenallachie bleibt aber trotzdem auch ohne Zugabe von Wasser gut trinkbar. Die Cremigkeit setzt sich auch hier weiter fort, dazu kommen leicht würziger Honig und auch Toffee. Werther&#8217;s Original kommen mir in den Sinn. Der Abgang ist bei dem Alter wie erwartet nicht übermäßig lang, auch hier bleiben die süßen Noten dominant. <br>Ich probiere mal ein paar Tropfen Wasser dazu. Das nimmt ihm zwar die alkoholische Kante, macht ihn aber auch umgehend flacher. Besser ist er für mich ohne, wobei andere in unserer Session durchaus die Variante mit Wasser bevorzugen. Jedenfalls eine sehr gelungene Geschichte, vor allem angesichts des doch ziemlich jungen Alters.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Glengoyne, Cask Owner, Sherry Butt, 9 Jahre, 60.0%</strong><br>Wir bleiben in einem ähnlichem Bereich. Ebenfalls 9 Jahre im Fass (wobei er die 10 nur um 2 Wochen verfehlt hat) und ein vergleichbarer Alkoholgehalt. Den hier gibt es allerdings nicht im Handel, sondern nur für diejenigen, die bei Glengyone ein Fass gekauft haben. Einer aus der Runde ist Mitbesitzer eines solchen und hat damit Zugriff auf diese Angebote.<br>In der Nase hat man hier ganz deutlichen Sherry mit leichtem Schwefel und viel Ledersofa. Der Geschmack bringt schwere Süße mit massig Volumen. Im Wechselspiel von süßen und herben Noten passiert einiges. Langsam kriecht er durch den Mund in den Rachen und zieht sich nur langsam zurück. Ganz spät bleibt dann auch hier eine cremige Süße zurück. Der Abgang ist sehr lang und verhältnismäßig komplex. Im Gegensatz zum Vorgänger hätte ich den hier niemals so jung geschätzt. Absolut genialer Whisky, das Fass muss aber auch ein enormer Glücksgriff gewesen sein. Schade, dass es davon nur ungefähr 600 Flaschen gibt und keine davon im Handel.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Glendronach, OB, PX Singe Cask, 18 Jahre, 55.7%<br></strong>Auch hier ist der Geruch von Sherry deutlich. Aber diesmal nun wirklich nah an der Perfektion. Eher herb als süß und völlig ohne Fehlnoten. Das ist einer von den Whiskys, an die ich den ganzen Abend hinriechen könnte. Auch im Mund ist er deutlich herber als der Glengoyne, aber sehr ausgewogen. Der Alkohol steht weiter im Hintergrund. Ximenez-Fässer führen oft zu recht wuchtigem Sherry, aber hier ist das Ergebnis unerwartet elegant und ohne eine Süße, die alle anderen Noten unter sich erdrückt. Der Abgang ist trotz des beinahe doppelten Alters überraschenderweise nicht ganz so lang wie beim Vorgänger. Dunkle Schokolade kommt recht deutlich raus, ganz spät gibt es dann unerwartet ein paar frische Noten.<br>Wenn man die beiden weiter vergleichen will, so ist der hier insgesamt runder und eleganter, aber auch nicht ganz so spektakulär. Der eine hatte den Glücksgriff beim Fass, der hier dürfte eher das Ergebnis von Handwerkskunst und solidem Fassmanagement sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Worthy Park, OB, Habitation Velier 2006, 11 Jahre, 57.5%</strong><br>Nach einer kurzen Pause gehen wir einen weiten Schwenk von Schottland nach Jamaika. Da gibt es natürlich keinen Whisky, sondern Rum. In diesem Fall einen aus der Potstill, was bei Rum eher die Ausnahme ist und deswegen auch für einen eigenen Charakter sorgt. Ein großer Rumfan bin ich grundsätzlich nicht, aber tatsächlich hab ich einen Worthy Park von Rum Nation im Regal stehen, den ich mal auf der Finest Spirits probiert hab. Während ich also nicht ganz so überrascht von diesem hier war, war die Mehrheit doch hörbar irritiert. Schon in der Nase tanzt eine dicke Rosine einen Mento auf und dreht dabei mal alle Regler nach rechts. Im Mund ist er nicht dezenter, bringt aber einen sehr eigenwilligen Geschmack mit, den ich schwer beschreiben kann. Die meisten klagen über Lösungsmittel, was ich schon nachvollziehen kann. Erstens ist es aber nicht dieser typische Klebergeschmack, den man manchmal im Whisky findet und zweitens empfinde ich den auch bei weitem nicht so unangenehm wie die meisten anderen. Diese Noten verschwinden auch nach etwas Zeit aus dem Glas, der Geschmack bleibt aber weiterhin eigen, auch im Abgang. Das ist selbstredend eine ganz andere Richtung als Whisky, aber ähnlich wie der meine zumindest in meiner Wahrnehmung auch kein typischer Rum. Verkehrt finde ich den durchaus nicht, aber zugegeben muss man da schon wirklich Lust drauf haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Glenlossie, Malts of Scotland, Sherry Hogshead Cask 21025, 09-21, 57.3%</strong><br>Zurück zum Whisky. Von Malts of Scotland hatte ich schon öfter mal recht gute im Glas, aber bislang hat es noch nie einer in mein Regal geschafft. Dieser hier riecht ähnlich dunkel wie er aussieht, dazu gibt es aber ganz sherryuntypisch Kräuter und eine leichte Schärfe dahinter. Da ist Würze dabei, aber nicht Leder, sondern eben eher Kräuter- und Blütennoten. Später kommt dann Weingummi dazu. Auch der Geschmack ist ausgefallen und kommt mit einer krautigen Würze im Gegenspiel mit süßen Noten, die ich nicht ganz festmachen kann. Bittermandel ist jedenfalls dabei, vieles bleibt mir aber unklar. Die offizielle Beschreibung listet einige auf (<span id="page18R_mcid8" class="markedContent"><span dir="ltr" role="presentation">R</span><span dir="ltr" role="presentation">osinen,</span> <span dir="ltr" role="presentation">Honigwein,</span> <span dir="ltr" role="presentation">Paranüsse,</span> <span dir="ltr" role="presentation">Nougat,</span> <span dir="ltr" role="presentation">getrocknete</span> <span dir="ltr" role="presentation">Pflaumen,</span> <span dir="ltr" role="presentation">Toffee,</span> <span dir="ltr" role="presentation">Espresso</span><span dir="ltr" role="presentation">,</span> <span dir="ltr" role="presentation">Schokolade,</span> <span dir="ltr" role="presentation">gebrannte Mandeln, Chiliflocken, Orangenmarmelade, Gewürze, getrocknete Datteln</span></span>), die ich aber alle nicht so ganz nachvollziehen kann. Im langen Abgang kommt die Süße immer deutlicher raus. So unklar ich das finde, so sehr begeistert es mich allerdings auch! Und da ich bislang wirklich gar nichts im Regal habe, was dem hier auch nur ähnlich wäre, schicke ich direkt parallel zum Tasting eine Bestellung ab. Damit werden dann noch einige Gelegenheiten kommen, den weiter zu erkunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vital Spark, Sherry matured, Christmas Batch, 12 Jahre, 51.5%</strong><br>Nach hinten raus wird es wieder mal torfig und zwar richtig. Ein Loch Lomond von einem unabhängigen Abfüller mit einem mir unbekanntem, aber doch klangvollem Namen. Schinken aus der Räucherkammer zieht schon in die Nase, wenn das Glas nur am Tisch steht. Viele sagen bei der ersten Nase Kuhfladen (was nicht abwertend klingen soll, auch wenn das für die meisten schwer vorstellbar klingen mag). Diese Note scheint aber schnell zu verfliegen und da meiner schon ein paar Minuten offen steht, hab ich sie wohl verpasst. Unter der Rauchwolke liegen Noten vom Sherry, ansonsten findet sich noch Karamell. Die Kombination von Sherry und Rauch funktioniert oftmals sehr gut und ergänzt sich auch hier einwandfrei. Aprikose und auch Anklänge von Teig tauchen auf, im Nachgang kommt dann Marmelade dazu. Der Rauch bleibt dabei zu jeder Zeit im Vordergrund. Spannend wird es mit ein paar Tropfen Wasser. Das bringt den Rauch in der Nase so umgehend wie komplett zum Verschwinden und ersetzt ihn durch viel Frucht. Das setzt sich im Mund fort, auch hier tritt der Rauch weit in den Hintergrund. So extrem hab ich das bislang selten erlebt, da wird ein ganz anderer Whisky draus. Der weiß aber durchaus zu gefallen. Nicht übermäßig komplex, aber gerade in der Variante mit etwas Wasser läuft der schon sehr fein runter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Isle of Islay, The Whisky Agency, Ex-Sherry-Butt, 11 Jahre, 53.6%<br></strong>Rätselraten zum Abschluss. Ein Unbekannter von der Heimatinsel der Torfbomben, der sich aber gar nicht so muskelbepackt zeigt. Der Rauch ist deutlich weiter im Hintergrund als beim Loch Lomond, dafür gibt es dunkle Beeren und später leichte Zitrusnoten. Im Mund ebenfalls kein volles Rohr, sondern auch ohne Zugabe von Wasser eine sehr elegante Kombination aus Rauch und Sherry mit einer leichten Süße im Hintergrund, die im Abgang dann stärker herauskommt. Meine erste Assoziation war Bowmore, aber wirklich zuordnen können wir ihn nicht. Die typischen Charakteristika jeder Destille auf der Insel lassen sich nicht finden. Damit tippen wir nach statistischer Wahrscheinlichkeit auf Lagavulin, weil davon zusammen mit Caol Ila die meisten Fässer verfügbar sind. Wie auch immer, ich bin sehr angetan, eben weil er nicht so voll auf die 12 ist wie viele andere von Islay. Eher feiner Rauch als volles Rohr, was meistens eher meinen Geschmack trifft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt ein sehr gutes Line Up, das zumindest für mich auch keinen Ausfall beinhaltet hat. Vielen Dank für die Auswahl. Damit kann das Jahr ausklingen!</p>



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