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	<title>Ledaig &#8211; The Mindmachine</title>
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	<description>Skeptizismus, Whisky und Politik</description>
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		<title>92. Tasting von Munich Spirits</title>
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		<dc:creator><![CDATA[NegatroN]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Dec 2020 12:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Whisky]]></category>
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					<description><![CDATA[Man gewöhnt sich ja an alles. Auch daran, andere Menschen vorwiegend per Video am Computer zu treffen und nicht mehr gemeinsam in einem Raum zu sein. Das fühlt sich in Teilen immer noch nicht richtig an, hat aber auch zweifelsohne <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/92-tasting-von-munich-spirits"><span class="screen-reader-text">  92. Tasting von Munich Spirits</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2020/12/tasting-scaled.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2091" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2020/12/tasting-150x150.jpg" alt="Line Up" width="150" height="150"></a>Man gewöhnt sich ja an alles. Auch daran, andere Menschen vorwiegend per Video am Computer zu treffen und nicht mehr gemeinsam in einem Raum zu sein. Das fühlt sich in Teilen immer noch nicht richtig an, hat aber auch zweifelsohne Vorteile. Keine Anfahrt zu brauchen, sondern nur den Rechner einschalten zu müssen ist einer. Da wir ein gutes Stück außerhalb der Stadt wohnen, erleichtert das die Teilnahme schon deutlich. Keine Heimfahrt zu brauchen, wenn man Alkohol getrunken hat, ist ein weiterer, der gerade bei einem Tasting mit lauter Abfüllungen in Fassstärke nicht zu vernachlässigen ist. In der Runde die Tische neu zusammenzustellen, könnte man auch in einem Raum abbilden. Virtuell ist das aber zweifelsohne wesentlich einfacher umzusetzen. Diese Mischung schätze ich inzwischen sehr. Der Spaßfaktor war allgemein auch ziemlich hoch, ich denke dass alle ziemlich zufrieden aus dem Call gegangen sind. Zusammengenommen bin ich jedenfalls über das Online-Setup für Tastings tatsächlich gar nicht mal so unglücklich.</p>


<span id="more-2090"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Kommen wir also zu den Whiskys:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Strathmill, Munich Spirits, Sherry Butt, 23 Jahre, 51.3%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei vielen hat er gut abgeschnitten, bei uns ist er allerdings ziemlich untergegangen. Das mag vor allem an der Bolognese gelegen haben, die wir uns sehr knapp davor noch als Grundlage für den Abend einverleibt haben, und auch daran, dass dieser Whisky eher mit feinen Nuancen als mit der groben Kelle zu überzeugen versucht. Dazu kam erschwerend, dass wir ihm wohl einfach zu wenig Zeit im Glas gegeben haben. Alle wollten loslegen, und so ging der leider zumindest bei uns etwas unter. Außer an recht kräftige Bitternoten wie bei reinem Kakao kann ich mich auch gar nicht so richtig an was erinnern. Deswegen geb ich da auch keine Wertung dazu ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Linkwood, Sherry Hogshead, 10 Jahre, 53.8%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel besser hat da auf Anhieb der Linkwood funktioniert. In der Nase dominieren Bananenchips alles andere, im Mund geht er von Frucht zu ebenfalls leicht bitteren Noten über, die dem Sherryfass geschuldet sind. Das wirkt alles komplexer und vielschichtiger als beim Vorgänger, auch wenn hier deutlich weniger Jahre im Glas sind. Generell mag ich die Kombination von Sherry und Fruchtnoten aber auch sehr gerne.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ledaig, Nose Art by Whisky Doris, Bourbon Hogshead, 11 Jahre, 52.6%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab Nummer drei gehen wir in Richtung Rauch und mit dem Ledaig auch gleich mal richtig in die Vollen. Rauch aus allen Rohren, aber eher aus der Richtung kalte Asche und Lagerfeuer vom Vorabend als Torf. Dahinter verstecken sich fruchtige Noten, die sich erst nach ein paar Minuten im Glas durchsetzen können. Ein bisschen Schwefel ist ebenfalls dabei. Die Tastingsnotes sprechen von Rhabarber, den aber keiner am Tisch nachvollziehen kann. Im Mund ist er kräftig, der Rauch bleibt auch hier im Vordergrund, im Abgang kommt dann spät eine gewisse Schmelzigkeit dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je länger er im Glas bleibt, desto mehr verzieht sich der Rauch. Mit ein paar Tropfen Wasser springt der aber interessanterweise sofort wieder in den Vordergrund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige mögen den nicht, ich finde ihn allerdings gar nicht verkehrt, auch wenn das ganz sicher kein Whisky für jeden Tag ist. In der Gesamtwertung des Abends würde ich den auf dem zweiten Platz sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Caol Ila, Abfüllung aus dem Bladnoch Forum, Hogshead, 30 Jahre, 52.6%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gefolgt wird er direkt vom Gewinner des Abends. Nach dem Ledaig wirkt der beinahe rauchfrei, in der Nase hab ich vor allem warme und volle Honignoten. Wo der Ledaig eher spitz und stechend war, herrscht hier wohlige Vollnasigkeit. Damit kann auch der Geschmack mithalten. Auch der ist kräftig und mundfüllend, aber sehr ausgewogen. Der Abgang ist sehr lang und mit viel Entwicklung. Leicht bittere Noten sind zwischendrin, dann wird er sehr schmelzig. Richtig guter Stoff, der leider schon lange nicht mehr erhältlich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Big Peat Islay blended Malt, Douglas Laing, Christmas Edition 2020, 51.3%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Pause geht es mit einem Blended Malt weiter, der nach Beschreibung von Marco zwar selten eine Offenbarung, aber (zumindest in der Weihnachtsabfüllung) aber auch nie ein Fehlgriff sei. Da kann ich nicht ganz mitgehen, der fällt für mich in dieselbe Kategorie wie auch die ganzen anderen Islay-No-Names, die seit Jahren aus dem Boden schießen. Egal ob nun Smokehead, Big Peat oder wie sie alle heißen, im Kern ist das alles viel Rauch um nichts. Torf ist in, also gibt es Torf. Nur eben sonst nichts bemerkenswertes. Keine anderen Noten, keine Entwicklung, kein Abgang. Irgendwo muss man eben das ganze Zeug eben unterbringen, dass man unter den großen Namen nicht verkauft bekommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Laphroaig, The Cooper´s Choice, Bourbon Single Cask, 15 Jahre, 52.0%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon in der Nase eine völlig andere Nummer. Auch für Laphroaig. Ähnlich wie schon der Caol Ila nach dem Ledaig geht hier nach dem Big Peat der Rauch völlig unter. Ich habe eher cremige Noten, die eine Assoziation an einen Weichkäse auslösen. Nicht unangenehm, aber schon sehr ungewöhnlich für Laphroaig. Jod und Pflaster fehlen dafür völlig, der ist erstaunlich wenig bissig. Dahinter ist irgendwas, worauf ich nicht komme. Weingummi vielleicht? Auch der Geschmack ist überraschend mild. Aber auch hier habe ich eine eigenwillige Note drin, auf die ich nicht kommen will. Irgendwie mineralisch. Auch weihnachtliche Gewürze wie Lebkuchen sind dabei. Ungewöhnlicher Laphroaig, der bei den anderen viel Begeisterung auslöst, mit dem ich aber nicht so richtig warm werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Caol Ila, The Single Cask Ltd., 2nd Fill Oloroso Sherry Cask, 13 Jahre, 54.6%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweimal Caol Ila an einem Abend, der hier geht allerdings in eine ganz andere Richtung als der erste. Frisch im Glas riecht er wie eine ganze Kiste grüner Äpfel. Mit etwas Luft geht das immer mehr in reife bis überreife Frucht über. Banane mit brauner Schale vielleicht. Noch später dreht er dann immer mehr in Richtung geräucherter Speck. Im Mund ist der sehr voluminös und verträgt etwas Wasser. Der Torf ist gut eingebettet und tritt nie zu weit nach vorn. Durch das Olorosofass gibt es auch hier eher bittere als süße Noten dazu. Fein!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Port Charlotte, Private Bottling WhiskyMania, Fresh Sherry, 10 Jahre, 64.4%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Abschluss polarisiert wieder. Ich finde den für Port Charlotte nicht so ungewöhnlich, es gibt neben kräftigem Torf und Schinken vor allem Leder, rote Früchte und auch Schwefel. Mit dem hat der eine oder andere Probleme, für manche wird er gar untrinkbar. Ich hingegen empfinde den gar nicht als so extrem, was aber sicherlich auch damit zu tun hat, dass wir ihn am Ende einer Reihe von Whiskys trinken, die alle nicht gerade in die Kategorie mild und zurückhaltend fallen. Ich schenk mir zum Vergleich einen Schluck von dem 5jährigen Port Charlotte ein, der bei mir im Regal steht und der mir tatsächlich meistens zu kräftig ist. Der gibt sich aber zu dem Zeitpunkt ebenfalls gut trinkbar, was diese Theorie bestätigt. Was aber mehr überrascht &#8211; der Jungspund verweist diese Abfüllung im direkten Vergleich tatsächlich auf die Plätze, was vor allem an der Sache mit dem Schwefel liegt. Trotz der geringeren Reife wirkt der PC5 runder und ausgewogener. Was den 10jährigen aber nicht schwächer macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem offiziellen Teil geht es in kleinerer Runde noch etwas weiter, bevor wir ein weiteres gelungenes Tasting beenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danke an Marco, auch für das Abfüllen und Versenden der ganzen Proben!</p>
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		<title>88. Tasting von Munich Spirits &#8211; Das etwas andere Messe-Nachtasting II</title>
		<link>https://www.negatron.de/whisky/88-tasting-von-munich-spirits-das-etwas-andere-messe-nachtasting-ii</link>
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		<dc:creator><![CDATA[NegatroN]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2020 12:15:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Whisky]]></category>
		<category><![CDATA[Ardmore]]></category>
		<category><![CDATA[Ben Riach]]></category>
		<category><![CDATA[Berry Brothers & Rudd]]></category>
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					<description><![CDATA[In Zeiten von Covid 19 ist alles anders. Zwar ist das Trinken von Whisky für sich genommen nicht problematischer als sonst (hilft aber bei aller Liebe auch nichts), aber zu einem ordentlichen Tasting gehört eben auch das gesellige Beisammensein. Also <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/88-tasting-von-munich-spirits-das-etwas-andere-messe-nachtasting-ii"><span class="screen-reader-text">  88. Tasting von Munich Spirits &#8211; Das etwas andere Messe-Nachtasting II</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-thumbnail"><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2020/05/Online-Tasting-01.png"><img decoding="async" width="150" height="150" class="wp-image-2080" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2020/05/Online-Tasting-01-150x150.png" alt="Lineup" /></a></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">In Zeiten von Covid 19 ist alles anders. Zwar ist das Trinken von Whisky für sich genommen nicht problematischer als sonst (hilft aber bei aller Liebe auch nichts), aber zu einem ordentlichen Tasting gehört eben auch das gesellige Beisammensein. Also genau das, worauf wir im Moment alle verzichten müssen. Aber der Mensch ist anpassungsfähig und sucht sich neue Wege, was dann auch für Gerstenmalz-Traditionalisten gilt. Diesmal war also alles virtuell über Zoom. Nur die Whiskys waren echt und an alle Teilnehmer in Probefläschchen versendet.</p>
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<p><span id="more-2079"></span></p>
<p>Das bedeutet für Marco von <a href="http://www.munich-spirits.de/" target="_blank" rel="noopener">Munich Spirits</a> einen Extraaufwand, für den hier nochmal ein dickes Dankeschön stehen soll!</p>
<p>Für uns andere ist es zwar schade, sich nicht in echt zu sehen. Aber ganz verkehrt ist es jetzt zu Hause auf der Couch auch nicht, vor allem wenn die Frau neben einem sitzt und mittrinkt. Inzwischen ist die Routine bei Videokonferenzen auch allgemein hoch genug, um so einen Event recht reibungslos über die Bühne zu bringen. Auch wenn es kein vollständiger Ersatz ist, fühlt es sich doch sehr gut an, bekannte Gesichter wieder zu sehen.</p>
<p>Manches ist sogar nicht nur ein Ersatz, sondern sogar eine Verbesserung. Wir nutzen das charmanteste Feature von Zoom und lassen uns in jeder Runde zufällig auf virtuelle Tische verteilen. Damit mischt sich die große Runde acht mal neu durch, was den Konversationen aus meiner Sicht sehr gut tut. Bei realen Tastings bilden sich doch immer wieder dieselben Gruppen und mit einigen hatte ich bislang kaum ein Wort gesprochen, auch wenn ich die Gesichter von den Tastings kannte. Diesmal hingegen hatten wir beinahe alle Teilnehmer einmal in der Gruppe drin und das hat uns sehr viel Spaß gemacht. Es kam auch der Vorschlag, das live abzubilden &#8211; wenn Tastings mal wieder regulär stattfinden &#8211; und auch dort rundenweise die Tische neu zu besetzen. Eine durchaus spannende Idee, aber ich fürchte, dass sich das dann doch nicht durchsetzen wird.</p>
<p>Nun aber zum eigentlichen Thema, den Whiskys. Es gab diesmal je Paket von jedem Whisky 4cl. Das reicht zum Teilen für Paare und wer allein ist, kann nochmal nachtasten (oder schon vorher probieren, wenn er es denn gar nicht aushalten kann). Wir haben aufgeteilt, die Whiskys aber jeweils schon ein bisschen vor der nächsten Runde eingeschenkt, damit sie etwas Luft bekommen. Das hat in jedem Fall nicht geschadet.</p>
<p>Insgesamt war der Abend eine ordentliche Packung. Acht Whiskys in Fassstärke, sieben davon mit Rauch. Da ist es dann schon auch ganz gut, dass man danach nicht mehr vor die Tür, sondern nur noch rüber ins Bett gehen muss. Im Gegensatz zu einigen hat der Lockdown bei uns bislang nicht zum Hobbyalkoholismus geführt, wir sind also nicht mehr ganz so gut in Ãœbung.</p>
<p><strong>1. Glenallachie, Berry Brothers &amp; Rudd, Sherry Butt, 10 Jahre, 56.8%</strong></p>
<p>Zur Eröffnung der einzige Whisky ohne Rauchanteil, dafür mit ordentlich Sherryfass in der Nase. Intensiv, aber ohne jede Schwefel oder Fehlnote. Dafür macht der Geruch schon klar, dass hier Wasser durchaus nicht verkehrt sein könnte. Ohne Vorlauf sind knapp 57% schon sportlich für die Geschmacksknospen, der Glenallachie bringt schon gut Antritt mit, wobei der Sherry im Vordergrund steht. Mit etwas Wasser kommen auf einmal Fruchtnoten dazu, er verliert seine übermäßige Kraft und wird sehr ausgewogen. Jetzt bindet sich auch der Sherryeinfluss feiner ein und sticht nicht mehr heraus. Mir gefällt der sehr gut, den würde ich gern nochmal nach einem anderen Whisky trinken, der Mund und Rachen erst mal auf Whisky einstellt. Die Idee, das vorher zu machen, kam mir leider erst nachher.</p>
<p>Ich bin ganz nebenbei nicht der einzige, dem der Whisky einheizt, bei uns &#8222;am Tisch&#8220; werden die ersten Kleidungssücke abgelegt. Wenn das so weitergeht, ist es vielleicht ganz gut, dass auf der Kamera nur die Oberkörper zu sehen sind.</p>
<p><strong>2. Ardmore, Single Cask Collection, matured in Ex-Laphroaig Barrel, 61.1%</strong></p>
<p>Ardmore gehört zu den wenigen Destillerien in der Speyside, die stark rauchige Whiskys brennt. Dieser hier wurde obendrein in einem Laphroaig-Fass nachgereift. Wie hoch der Anteil am deutlicher Rauch in der Nase daran ist, ist schwer zu sagen. Laphroaig-typisch ist er jedenfalls nicht, ich habe hier sehr viel mehr die Assoziation von kalter Asche als von Jod und Pflaster.</p>
<p>Im Munde kommt der Rauch auch gar nicht mal so deutlich raus, wie der Geruch vermuten lassen würde. Insgesamt wirkt er überraschend mild, was aber vielleicht auch am Vergleich zum Vorgänger liegen mag. Trotzdem verträgt auch der hier Wasser, was zu einer sehr deutlichen und schnellen Veränderung führt. Auf einmal mischt sich viel Frucht zum Rauch, der dann immer noch wahrnehmbar ist, aber eben nicht mehr im Vordergrund. So finde ich den sehr gelungen.</p>
<p><strong>3. Ben Riach, OB, peated, Oloroso Sherry Cask for Kirsch Import, 13 Jahre, 57.1%</strong></p>
<p>Zurück im Hauptraum gibt es schon die ersten Empfehlungen, die Nummer Drei besser ausfallen zu lassen. Das schaukelt sich ein bisschen hoch, so dass wir dann schon mit hochgezogener Augenbraue an das Glas gehen. Der Geruch ist aber auch wirklich schon die volle Ladung Klebstoff und Silikonfuge (danke für die Assoziation). Auch geschmacklich ist das jetzt eher &#8211; sagen wir mal &#8211; interessant als eine Offenbarung. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben, irgendeine sehr dominante und unangenehme Fehlnote. Also eigentlich genau das, wo einen alle Sinne &#8222;Nicht trinken!&#8220; schreien. Ein Ratschlag, der von den meisten dann auch befolgt wird.</p>
<p>Keine Ahnung, was da passiert ist. Marco fand ihn mindestens beim Auswählen gut. Ob das an dem Abend auch noch so ist, wird nicht so ganz klar, aber wir sind inzwischen auch ein gutes Stück von einer Stimmung entfernt, die objektive Urteile ermöglichen würde.</p>
<p><strong>4. Ledaig, Douglas Laing, Old Particular PX Sherry Butt, 48.4%</strong></p>
<p>Der nächste Whisky kann da eigentlich nur gewinnen. Allerdings sind wir alle immer noch so mit Geblödel beschäftigt, dass wir uns gar nicht so sehr im Detail mit dem Ledaig auseinandersetzen. Ich kann mich erinnern, dass er ziemlich kräftig und voluminös war und dass der Rauch hier eher dezent im Hintergrund war statt sich nach vorne zu drängeln. Gut, aber nicht mein Favorit an diesem Abend.</p>
<p><strong>5. Coal Ila, Lord of Islay by Whiskykeller, Bourbon Cask, 10 Jahre, 51.1%</strong></p>
<p>Der kommt nach einer kurzen Pause, die wir auch ausfallen lassen und einfach an unserem &#8222;Tisch&#8220; weiterquatschen. Gegessen haben wir eh schon vor dem Tasting. Von Caol Ila gibt es eine Unmenge an unabhängigen Abfüllungen, die eine ziemliche Wundertüte sein können. Den hier finde ich fantastisch. Wie oft ist er optisch sehr hell, was sich aber auch in der Nase und im Mund fortsetzt. Alles wirkt frisch und jung, helle Früchte, Rauch dazu, aber alles extrem ausgewogen und schön abgestimmt. Nichts ist dominant, alles fügt sich zu einem richtig leckeren Bild zusammen. Hier ist es dann extrem schade, dass da nur ein Glas rausgeht, denn da würde ich direkt gern weitertrinken. Mein Gewinner des Abends.</p>
<p><strong>6. Islay Single Malt, Finest Whisky Berlin, 10 Jahre, bekannt als Lagavulin, 54.2%</strong></p>
<p>Lagavulin darf nicht drauf stehen, ist aber drin. Typisch hier die Eleganz der Abfüllung, ein Spiel aus hohen Zitrusnoten und schweren Elementen darunter, die aber miteinander tanzen als miteinander zu ringen. Deutlich kräftiger als der Coal Ila davor, obwohl er von den Prozenten her in einer ähnlichen Liga spielt. Hätte mich der Vorgänger nicht so begeistert, würde ich ihn vermutlich noch besser bewerten, denn das ist in der Tat eine sehr gelungene Abfüllung.</p>
<p><strong>7. Caol Ila, Signatory Vintage, Hogshead, 11 Jahre, 58.6%</strong></p>
<p>Caol Ila die zweite und ansonsten auch hier eine grundsätzlich ähnliche Ausrichtung wie die beiden Abfüllungen davor. Diesmal mit etwas mehr Ecken und Kanten als der Lord of Islay, was allgemein sehr gut ankommt. Ich ziehe allerdings die Ausgewogenheit des anderen vor.</p>
<p><strong>8. Scotch Universe IO III &#8211; 103° P.2.1&#8242; 1815.4&#8243;, First Fill Oloroso Laphroaig, 57.8%</strong></p>
<p>Ein Tasting ohne Laphroaig ist kein Tasting, dieser Satz fällt auch heute Abend wieder. Also wird es ein Tasting und zwar eines mit einem mächtigen Abschluss. Viel Kraft, viel Aroma, bei dem die typischen, extremen Töne von Laphroaig im Sherryfass einen würdigen Gegenpart finden. Allerdings merke ich, dass nach den ganzen starken Abfüllungen meine Geschmackssinne inzwischen deutlich nachlassen, so dass ich die Klasse dann doch eher vermuten muss. Aber so richtig sinnvoll bewerten geht nicht mehr so ganz.</p>
<p>Ich hatte aber auch schon auf der Finest Spirits Abfüllungen von Scotch Universe probiert und war da generell sehr angetan. Die waren in der engeren Auswahl für einen Einkauf, auch wenn der dann letztlich doch bei Villa Konthor erfolgt ist.</p>
<p>Alles in allem ein sehr lustiger und schöner Abend. Keine Frage, ich will das auch mal wieder live mit anderen zusammen machen. Aber bis dahin ist diese Form ein absolut würdiger Ersatz, der Social Distancing um ein gutes Stück erträglicher macht.</p>
<p>Vielen Dank an Marco und <a href="http://www.munich-spirits.de/" target="_blank" rel="noopener">Munich Spirits</a>!</p>


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