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	<title>Glenallachie &#8211; The Mindmachine</title>
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	<description>Skeptizismus, Whisky und Politik</description>
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		<title>107. Tasting von Munich Spirits &#8211; Messenachlese München Spirits 2032</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Mar 2023 14:33:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kaum gehen 3 Jahre mit Covid ins Land, schon kann man sich wieder im realen Leben zu Whisky Tastings treffen. Wobei das nicht so ganz stimmt, es gab im Vorfeld der Messe bereits ein Präsenztasting, an dem ich aber nicht <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/107-tasting-von-munich-spirits-messenachlese-muenchen-spirits-2032"><span class="screen-reader-text">  107. Tasting von Munich Spirits &#8211; Messenachlese München Spirits 2032</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum gehen 3 Jahre mit Covid ins Land, schon kann man sich wieder im realen Leben zu Whisky Tastings treffen. Wobei das nicht so ganz stimmt, es gab im Vorfeld der Messe bereits ein Präsenztasting, an dem ich aber nicht teilnehmen konnte. Für mich war es also Premiere. Sehr schön, Menschen wieder real zu treffen. Auch wenn man dafür nach dem Tasting heim fahren muss und nicht einfach nur den Rechner zuklappen kann. Aber das ist ein kleiner Preis, den man für die Realität zahlt. Eine neue Location gab es diesmal auch, nämlich das CROSS im Englischen Garten. Dank U-Bahn-Nähe gut zu erreichen, netter und kompetenter Service und auch die Snackplatten mit Wurst und Käse in der Pause waren lecker. Einziges Manko: da in dem Nebenzimmer, in dem wir waren, rundherum glatte Wände ohne Möbel oder sonstiges waren, war der Lautstärkepegel enorm. Das hat es für mich extrem anstrengend gemacht, die ganzen Jahre Musikmachen sind nicht spurlos an meinen Ohren vorbeigegangen. Den Gesprächen mit den Nebenmännern zu folgen, war eine Herausforderung.<span id="more-2308"></span></p>
<p>Nun aber zu den Whiskys. Acht Flaschen waren regulär am Start, alles spannende Fundstücke von Marco auf der München Spirits. Dazu gab es eine Bonusflasche, die bei einer Bestellung von Klaus Pflichtbeigabe war und von ihm als Eröffnung in die Tastingrunde geworfen wurde.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181212917_iOS-scaled.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2309" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181212917_iOS-150x150.jpg" alt="Glen Scotia Campbeltown Harbour" width="150" height="150" /></a>Glen Scotia Campeltown Harbour, OA, NAS, 40%<br />
</strong>Die einzige Abfüllung in Trinkstärke, deswegen zur Eröffnung. In der Nase Zitrusfrüchte und Bourbonfass, sehr straight aber auch sehr angenehm. Das setzt sich im Mund fort. Ein klarer und typischer Schotte aus dem Bourbonfass, eher herb mit schönen Fruchtnoten drin. Der Abgang mittellang mit Vanillenoten. Das Etikett spricht von sea spray &amp; gentle smoke, was wir beides nicht nachvollziehen konnten. Muss aber auch gar nicht sein. Das ist ein typischer, aber sehr angenehmer Trinkwhisky, der keine Herausforderungen stellt, sich aber auch keine Schwächen leistet. Kann man gemütlich vor sich hintrinken. Die an sich eher schmalbrüstigen 40% fallen auch nicht unangenehm auf.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181226375_iOS-scaled.jpg"><img decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-2311" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181226375_iOS-150x150.jpg" alt="Linkwood Villa Konthor" width="150" height="150" /></a>Linkwood, Villa Konthor, Wine Finish, 12 Jahre, 56,3<br />
</strong>Die 15-Jahre-Jubiläumsabfüllung der Villa. Zwar war ich bei der Messe am Stand und habe dort nicht nur Flaschen probiert, sondern auf gekauft &#8211; diesen hier allerdings nicht. Abfüllungen aus dem Weinfass finde ich auch gern mal schwierig. In der Nase wird das Fass schon mal recht deutlich. Weiniges Aroma, Erdbeere, Bienenwachs, Pfirsich und eine leichte Schärfe. Der Geschmack ist überraschend alkoholisch. Trotz des Glen Scotia davor, wir steigen ja nicht direkt mit Fassstärke ein. Ansonsten ist das geschmacklich eigen, aber nicht so richtig gut zu greifen. Mit etwas Wasser wird er verträglicher und cremiger, bis in den Abgang hinein. Aber diese Abfüllung gehört dann letztlich doch zu denen, die bei mir nicht so richtig funktionieren.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181234135_iOS-scaled.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-2313 size-thumbnail" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181234135_iOS-150x150.jpg" alt="Blair Athol Berry Bros &amp; Rudd" width="150" height="150" /></a></p>
<p><strong>Blair Athol, Berry Bros &amp; Rudd, Oloroso Cask 307589, vermutlich 12 Jahre, 54,1%<br />
</strong>Vom Erdbeerfeld direkt in den Wald. Holz, dunkle Beeren, leicht muffige Noten und Karamell in der Nase. Geschmacklich ist meine erste Assoziation Pilze. Vielleicht führt das Fass in die falsche Richtung, hier kommen schwefelige Noten heraus und auch Gewürze. Ein wenig erinnert das an englischen Christmas Cake. Auch im Abgang dominieren dunkle und eher herbe Töne. Mein Fazit dazu ist sehr unklar. Abhängig von der Tagesform könnte ich mir gut vorstellen, dass ich den entweder ziemlich spannend oder aber auch eher unattraktiv finde.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181246016_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2316 size-thumbnail" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181246016_iOS-150x150.jpg" alt="Glenallachie Duncan Taylor" width="150" height="150" /></a></p>
<p><strong>Glenallachie, Duncan Taylor via Kirsch Import, Sherry Octave Small Batch, 14 Jahre, 53,8%<br />
</strong>Wir bleiben in einer ähnlichen Ecke, wenn auch mit einem ganz anderen Ergebnis. Hier wurden zwei Octavefässer miteinander vermischt, in denen der Whisky aufgrund der geringen Größe recht schnell und intensiv reift. Leichte Schwefelnoten gibt es auch hier in der Nase, die ich aber sehr angenehm finde. Dahinter ist reife, rote Frucht in Richtung Sauerkirsch oder Johannisbeere. Geschmacklich sind es hier auch eher herbe Sherrynoten, ich sehe mich spontan auf einer schweren Ledercouch vor dem offenen Kamin, während draußen der Sturm den Regen ans Fenster peitschen lässt. Bei dem feinen, eleganten und langen Abgang kann einem das herzlich egal sein. Der Whisky polarisiert ziemlich am Tisch. Während die untere Seite gar nichts mit ihm anfangen kann, findet unser Ende den sehr schön. Für mich ist das sogar der klare Gewinner des Abends.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181256519_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2318" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181256519_iOS-150x150.jpg" alt="Speyburn Shinanoya" width="150" height="150" /></a>Speyburn, OB exclusively to Shinanoya, 1st-fill-Sherry Cask 614, 13 Jahre, 52,5%<br />
</strong>Hierbei handelt es sich um eine Abfüllung für den japanischen Markt, die außerhalb solcher Events wie einer Messe kaum erhältlich sein dürfte. Stilistisch auch wieder eine ähnliche Ecke wie der Vorgänger. Eher herber Sherry, in der Nase sehr deutlich Marzipan, im Mund Cassis und Honignoten. Im langen Abgang geht es über in eine schwere Süße. Alles in allem ebenfalls eine sehr elegante und ausgewogene Abfüllung mit viel Klasse.</p>
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<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181309052_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-2320" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181309052_iOS-150x150.jpg" alt="Ben Nevis Best Dram" width="150" height="150" /></a>Ben Nevis, Best Dram, First Fill Red Wine Cask #107, 10 Jahre, 55,3%</strong><br />
Nach dem Essen geht es weiter mit noch einer Abfüllung aus dem Rotweinfass. Auch hier finden sich wieder Erdbeeraromen, die hier aber eher an Erbeerjoghurt erinnern. Ich hab auch eine Assoziation zu diesen rotgelben Schaumgummistücken, die es früher immer bei Volksfesten gegeben hat. Ein paar Gewürznoten sind auch dabei. Im Mund erinnert das alles eher an die Früchte in Roter Grütze. Im Abgang hat das was von Sekt, der einem in die Nase steigt. So richtig zünden will das bei mir alles nicht, aber die Position nach dem Essen ist ja auch immer die schwierigste. Wenn ein Whisky dann so eigen ist wie dieser hier, dann fällt die Bewertung schwer. Ob ich mir den ins Regal stellen würde, ist aber insgesamt ziemlich zweifelhaft.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181315736_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2321" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181315736_iOS-150x150.jpg" alt="Bimber Whiskyfacile" width="150" height="150" /></a>Bimber Destillery, Whiskyfacile, PX-Sherry-Finish, 4 Jahre, 58,9%</strong><br />
Es bleibt exotisch. Eine vierjährige Abfüllung aus einer englischen Destillerie, ausgesucht von einem italienischen Vertrieb. Vom Marketing her ist man auf der Höhe der Zeit. Was der Whisky kann, muss sich zeigen. Dieser hier ist jedenfalls extrem eigenwillig. Hält man die Nase übers Glas, so betritt man direkt einen Douglas-Shop. Zumindest legt das der perfümige Charakter nahe. Im Mund ist er unfassbar süß. Statt bei Douglas ist man hier in einem Süßwarenladen in Istanbul, im dem Baklava noch das dezenteste ist. Es gibt viele verschiedene Zuckernoten, unter anderem erinnert mich das an Churros und ähnliches. Aber trotzdem ist das hier eben kein Likör, sondern harter Alkohol, auch wenn der trotz des jungen Alters und der Fassstärke eher im Hintergrund bleibt. Sehr abgefahren, ich hatte noch nie was im Glas, was auch nur ansatzweise vergleichbar gewesen wäre. Allerdings werden hier auch Preise aufgerufen, die ich keinesfalls zu zahlen bereit bin.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181322920_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-2323" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181322920_iOS-150x150.jpg" alt="Caol Ila Thompson Bros" width="150" height="150" /></a>Caol Ila, Thompson Bros, 10 Jahre, 52,7%<br />
</strong>Caol Ilas gab es reichlich auf der Messe. Dieser kommt für mich ziemlich typisch daher. Rauch, der eher an kalte Asche erinnert als an Schinken, Zitrusnoten, alles eher hell und klar. Geschmacklich kräftig, aber sehr gut ausbalanciert mit einem langen Abgang, der in einer leicht schmelzigen Süße endet. Nicht außergewöhnlich, aber alles genau so, wie es sein sollte. Klasse Abfüllung.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181331961_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2324" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181331961_iOS-150x150.jpg" alt="Braon Peat" width="150" height="150" /></a>Braon Peat, The Warehouse, Sherry Edition 1 in PX Octave Casks, 54,1%<br />
</strong>Peated aus Islay, die Destille darf nicht genannt werden. Hier ist jetzt der Schinken, kräftig in der Kombination mit dem Sherry. Auch hier setzt sich das schlüssig im Mund fort. Die Kombination aus Torf und Sherry funktioniert und ist gut eingebettet, ohne dass eine Note überlagern würde. Nichts medizinisches, auch keine anderen auffälligen Noten, die Tipps gehen einhellig zu Lagavulin. Ein langer, mächtiger Abgang rundet alles ab. Auch hier keine Überraschungen, aber eben alles richtig gemacht. Für Torffreunde genau so richtig wie der Caol Ila.</p>
<p>Schönes Lineup mit interessanten Sachen dabei. Danke an Marco für&#8217;s Aussuchen und Organisieren! Und an alle anderen einfach dafür, dass sie dabei waren. Bis zum nächsten Mal.</p>
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		<title>101. Tasting von Munich Spirits &#8211; Bald ist Weihnachten&#8230; sehr bald</title>
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		<dc:creator><![CDATA[NegatroN]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Dec 2021 16:20:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ob wohl am 23. Dezember jemand Zeit für ein Tasting hat? Die Frage hat Marco von Munich Spirits sich gestellt und sie wurde in Rekordzeit mit &#8222;Auf alle Fälle!&#8220; beantwortet. Was macht man im Jahr 2 n.C. auch sonst so, <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/101-tasting-von-munich-spirits-bald-ist-weihnachten-sehr-bald"><span class="screen-reader-text">  101. Tasting von Munich Spirits &#8211; Bald ist Weihnachten&#8230; sehr bald</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2021/12/lineup_ms101.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2021/12/lineup_ms101-150x150.jpg" alt="Weihnachtstasting" class="wp-image-2119"/></a></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ob wohl am 23. Dezember jemand Zeit für ein Tasting hat? Die Frage hat Marco von Munich Spirits sich gestellt und sie wurde in Rekordzeit mit &#8222;Auf alle Fälle!&#8220; beantwortet. Was macht man im Jahr 2 n.C. auch sonst so, außer zu Hause in einem Zoom-Call zu sitzen? Das macht mit Whisky jedenfalls mehr Spaß als ohne. Vor allem, wenn es wieder mal eine feine Auswahl für ein gemeinsames Tasting gibt.</p>



<span id="more-2109"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Glenfarclas, OB, Christmas Edition Oloroso Sherry Casks, 24 Jahre, 46.0%</strong><br>Der Einstieg ist gleich der älteste Whisky des Abends. Da er aber mit einer angenehmen Trinkstärke von 46% auch gleichzeitig den niedrigsten Alkoholgehalt hat, würde er später wahrscheinlich untergehen, was ausgesprochen schade wäre. Die Christmas-Malt-Abfüllungen von Glenfarclas haben einen durchaus guten Ruf. Obendrein bin ich bekennender Fan dieser Destillerie, die als eine der wenigen noch in Familienbesitz ist und nicht zu einem der großen Konzerne gehört. Im Glas hatte ich allerdings noch keine der Christmas Malts, ich war also freundlich gespannt. Die Nase bringt neben den typischen Sherrynoten noch Trockenfrüchte und Gewürze, was das Ganze nicht nur sehr angenehm, sondern in der Tat auch durchaus weihnachtlich macht. Im Mund ist er nicht übermäßig voluminös, glänzt aber mit einem gut eingebauten Sherry, der eher dezent süß daherkommt und gegen diese feine Süße ein paar herbe Noten setzt. Auch im Abgang bleibt er eher herb als süß, spät kommen dann die Trockenfrüchte durch, die man anfangs schon in der Nase hatte. Das alles ist sehr angenehm zu trinken und gefällt mir ausgesprochen gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Glenallachie, OB, Napa Valley Wine Barrel Cask 4437, 9 Jahre, 61.2%<br></strong>Nummer zwei wartet dann direkt mit enormem Kontrast auf. Trotz mächtigen Prozenten riecht man keinen Alkohol, aber enorm viel Frucht, massive Vanille und süße Cremigkeit. Dieser Whisky war im Weinfass und darin muss zuvor eine ziemlich fette Schnecke von Weißwein gewesen sein. Der erste Schluck bringt dann den Alkohol doch deutlich hervor, der Glenallachie bleibt aber trotzdem auch ohne Zugabe von Wasser gut trinkbar. Die Cremigkeit setzt sich auch hier weiter fort, dazu kommen leicht würziger Honig und auch Toffee. Werther&#8217;s Original kommen mir in den Sinn. Der Abgang ist bei dem Alter wie erwartet nicht übermäßig lang, auch hier bleiben die süßen Noten dominant. <br>Ich probiere mal ein paar Tropfen Wasser dazu. Das nimmt ihm zwar die alkoholische Kante, macht ihn aber auch umgehend flacher. Besser ist er für mich ohne, wobei andere in unserer Session durchaus die Variante mit Wasser bevorzugen. Jedenfalls eine sehr gelungene Geschichte, vor allem angesichts des doch ziemlich jungen Alters.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Glengoyne, Cask Owner, Sherry Butt, 9 Jahre, 60.0%</strong><br>Wir bleiben in einem ähnlichem Bereich. Ebenfalls 9 Jahre im Fass (wobei er die 10 nur um 2 Wochen verfehlt hat) und ein vergleichbarer Alkoholgehalt. Den hier gibt es allerdings nicht im Handel, sondern nur für diejenigen, die bei Glengyone ein Fass gekauft haben. Einer aus der Runde ist Mitbesitzer eines solchen und hat damit Zugriff auf diese Angebote.<br>In der Nase hat man hier ganz deutlichen Sherry mit leichtem Schwefel und viel Ledersofa. Der Geschmack bringt schwere Süße mit massig Volumen. Im Wechselspiel von süßen und herben Noten passiert einiges. Langsam kriecht er durch den Mund in den Rachen und zieht sich nur langsam zurück. Ganz spät bleibt dann auch hier eine cremige Süße zurück. Der Abgang ist sehr lang und verhältnismäßig komplex. Im Gegensatz zum Vorgänger hätte ich den hier niemals so jung geschätzt. Absolut genialer Whisky, das Fass muss aber auch ein enormer Glücksgriff gewesen sein. Schade, dass es davon nur ungefähr 600 Flaschen gibt und keine davon im Handel.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Glendronach, OB, PX Singe Cask, 18 Jahre, 55.7%<br></strong>Auch hier ist der Geruch von Sherry deutlich. Aber diesmal nun wirklich nah an der Perfektion. Eher herb als süß und völlig ohne Fehlnoten. Das ist einer von den Whiskys, an die ich den ganzen Abend hinriechen könnte. Auch im Mund ist er deutlich herber als der Glengoyne, aber sehr ausgewogen. Der Alkohol steht weiter im Hintergrund. Ximenez-Fässer führen oft zu recht wuchtigem Sherry, aber hier ist das Ergebnis unerwartet elegant und ohne eine Süße, die alle anderen Noten unter sich erdrückt. Der Abgang ist trotz des beinahe doppelten Alters überraschenderweise nicht ganz so lang wie beim Vorgänger. Dunkle Schokolade kommt recht deutlich raus, ganz spät gibt es dann unerwartet ein paar frische Noten.<br>Wenn man die beiden weiter vergleichen will, so ist der hier insgesamt runder und eleganter, aber auch nicht ganz so spektakulär. Der eine hatte den Glücksgriff beim Fass, der hier dürfte eher das Ergebnis von Handwerkskunst und solidem Fassmanagement sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Worthy Park, OB, Habitation Velier 2006, 11 Jahre, 57.5%</strong><br>Nach einer kurzen Pause gehen wir einen weiten Schwenk von Schottland nach Jamaika. Da gibt es natürlich keinen Whisky, sondern Rum. In diesem Fall einen aus der Potstill, was bei Rum eher die Ausnahme ist und deswegen auch für einen eigenen Charakter sorgt. Ein großer Rumfan bin ich grundsätzlich nicht, aber tatsächlich hab ich einen Worthy Park von Rum Nation im Regal stehen, den ich mal auf der Finest Spirits probiert hab. Während ich also nicht ganz so überrascht von diesem hier war, war die Mehrheit doch hörbar irritiert. Schon in der Nase tanzt eine dicke Rosine einen Mento auf und dreht dabei mal alle Regler nach rechts. Im Mund ist er nicht dezenter, bringt aber einen sehr eigenwilligen Geschmack mit, den ich schwer beschreiben kann. Die meisten klagen über Lösungsmittel, was ich schon nachvollziehen kann. Erstens ist es aber nicht dieser typische Klebergeschmack, den man manchmal im Whisky findet und zweitens empfinde ich den auch bei weitem nicht so unangenehm wie die meisten anderen. Diese Noten verschwinden auch nach etwas Zeit aus dem Glas, der Geschmack bleibt aber weiterhin eigen, auch im Abgang. Das ist selbstredend eine ganz andere Richtung als Whisky, aber ähnlich wie der meine zumindest in meiner Wahrnehmung auch kein typischer Rum. Verkehrt finde ich den durchaus nicht, aber zugegeben muss man da schon wirklich Lust drauf haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Glenlossie, Malts of Scotland, Sherry Hogshead Cask 21025, 09-21, 57.3%</strong><br>Zurück zum Whisky. Von Malts of Scotland hatte ich schon öfter mal recht gute im Glas, aber bislang hat es noch nie einer in mein Regal geschafft. Dieser hier riecht ähnlich dunkel wie er aussieht, dazu gibt es aber ganz sherryuntypisch Kräuter und eine leichte Schärfe dahinter. Da ist Würze dabei, aber nicht Leder, sondern eben eher Kräuter- und Blütennoten. Später kommt dann Weingummi dazu. Auch der Geschmack ist ausgefallen und kommt mit einer krautigen Würze im Gegenspiel mit süßen Noten, die ich nicht ganz festmachen kann. Bittermandel ist jedenfalls dabei, vieles bleibt mir aber unklar. Die offizielle Beschreibung listet einige auf (<span id="page18R_mcid8" class="markedContent"><span dir="ltr" role="presentation">R</span><span dir="ltr" role="presentation">osinen,</span> <span dir="ltr" role="presentation">Honigwein,</span> <span dir="ltr" role="presentation">Paranüsse,</span> <span dir="ltr" role="presentation">Nougat,</span> <span dir="ltr" role="presentation">getrocknete</span> <span dir="ltr" role="presentation">Pflaumen,</span> <span dir="ltr" role="presentation">Toffee,</span> <span dir="ltr" role="presentation">Espresso</span><span dir="ltr" role="presentation">,</span> <span dir="ltr" role="presentation">Schokolade,</span> <span dir="ltr" role="presentation">gebrannte Mandeln, Chiliflocken, Orangenmarmelade, Gewürze, getrocknete Datteln</span></span>), die ich aber alle nicht so ganz nachvollziehen kann. Im langen Abgang kommt die Süße immer deutlicher raus. So unklar ich das finde, so sehr begeistert es mich allerdings auch! Und da ich bislang wirklich gar nichts im Regal habe, was dem hier auch nur ähnlich wäre, schicke ich direkt parallel zum Tasting eine Bestellung ab. Damit werden dann noch einige Gelegenheiten kommen, den weiter zu erkunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vital Spark, Sherry matured, Christmas Batch, 12 Jahre, 51.5%</strong><br>Nach hinten raus wird es wieder mal torfig und zwar richtig. Ein Loch Lomond von einem unabhängigen Abfüller mit einem mir unbekanntem, aber doch klangvollem Namen. Schinken aus der Räucherkammer zieht schon in die Nase, wenn das Glas nur am Tisch steht. Viele sagen bei der ersten Nase Kuhfladen (was nicht abwertend klingen soll, auch wenn das für die meisten schwer vorstellbar klingen mag). Diese Note scheint aber schnell zu verfliegen und da meiner schon ein paar Minuten offen steht, hab ich sie wohl verpasst. Unter der Rauchwolke liegen Noten vom Sherry, ansonsten findet sich noch Karamell. Die Kombination von Sherry und Rauch funktioniert oftmals sehr gut und ergänzt sich auch hier einwandfrei. Aprikose und auch Anklänge von Teig tauchen auf, im Nachgang kommt dann Marmelade dazu. Der Rauch bleibt dabei zu jeder Zeit im Vordergrund. Spannend wird es mit ein paar Tropfen Wasser. Das bringt den Rauch in der Nase so umgehend wie komplett zum Verschwinden und ersetzt ihn durch viel Frucht. Das setzt sich im Mund fort, auch hier tritt der Rauch weit in den Hintergrund. So extrem hab ich das bislang selten erlebt, da wird ein ganz anderer Whisky draus. Der weiß aber durchaus zu gefallen. Nicht übermäßig komplex, aber gerade in der Variante mit etwas Wasser läuft der schon sehr fein runter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Isle of Islay, The Whisky Agency, Ex-Sherry-Butt, 11 Jahre, 53.6%<br></strong>Rätselraten zum Abschluss. Ein Unbekannter von der Heimatinsel der Torfbomben, der sich aber gar nicht so muskelbepackt zeigt. Der Rauch ist deutlich weiter im Hintergrund als beim Loch Lomond, dafür gibt es dunkle Beeren und später leichte Zitrusnoten. Im Mund ebenfalls kein volles Rohr, sondern auch ohne Zugabe von Wasser eine sehr elegante Kombination aus Rauch und Sherry mit einer leichten Süße im Hintergrund, die im Abgang dann stärker herauskommt. Meine erste Assoziation war Bowmore, aber wirklich zuordnen können wir ihn nicht. Die typischen Charakteristika jeder Destille auf der Insel lassen sich nicht finden. Damit tippen wir nach statistischer Wahrscheinlichkeit auf Lagavulin, weil davon zusammen mit Caol Ila die meisten Fässer verfügbar sind. Wie auch immer, ich bin sehr angetan, eben weil er nicht so voll auf die 12 ist wie viele andere von Islay. Eher feiner Rauch als volles Rohr, was meistens eher meinen Geschmack trifft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt ein sehr gutes Line Up, das zumindest für mich auch keinen Ausfall beinhaltet hat. Vielen Dank für die Auswahl. Damit kann das Jahr ausklingen!</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>88. Tasting von Munich Spirits &#8211; Das etwas andere Messe-Nachtasting II</title>
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		<dc:creator><![CDATA[NegatroN]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2020 12:15:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Whisky]]></category>
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		<category><![CDATA[Berry Brothers & Rudd]]></category>
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					<description><![CDATA[In Zeiten von Covid 19 ist alles anders. Zwar ist das Trinken von Whisky für sich genommen nicht problematischer als sonst (hilft aber bei aller Liebe auch nichts), aber zu einem ordentlichen Tasting gehört eben auch das gesellige Beisammensein. Also <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/88-tasting-von-munich-spirits-das-etwas-andere-messe-nachtasting-ii"><span class="screen-reader-text">  88. Tasting von Munich Spirits &#8211; Das etwas andere Messe-Nachtasting II</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<figure class="alignleft size-thumbnail"><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2020/05/Online-Tasting-01.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" class="wp-image-2080" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2020/05/Online-Tasting-01-150x150.png" alt="Lineup" /></a></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">In Zeiten von Covid 19 ist alles anders. Zwar ist das Trinken von Whisky für sich genommen nicht problematischer als sonst (hilft aber bei aller Liebe auch nichts), aber zu einem ordentlichen Tasting gehört eben auch das gesellige Beisammensein. Also genau das, worauf wir im Moment alle verzichten müssen. Aber der Mensch ist anpassungsfähig und sucht sich neue Wege, was dann auch für Gerstenmalz-Traditionalisten gilt. Diesmal war also alles virtuell über Zoom. Nur die Whiskys waren echt und an alle Teilnehmer in Probefläschchen versendet.</p>
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<p><span id="more-2079"></span></p>
<p>Das bedeutet für Marco von <a href="http://www.munich-spirits.de/" target="_blank" rel="noopener">Munich Spirits</a> einen Extraaufwand, für den hier nochmal ein dickes Dankeschön stehen soll!</p>
<p>Für uns andere ist es zwar schade, sich nicht in echt zu sehen. Aber ganz verkehrt ist es jetzt zu Hause auf der Couch auch nicht, vor allem wenn die Frau neben einem sitzt und mittrinkt. Inzwischen ist die Routine bei Videokonferenzen auch allgemein hoch genug, um so einen Event recht reibungslos über die Bühne zu bringen. Auch wenn es kein vollständiger Ersatz ist, fühlt es sich doch sehr gut an, bekannte Gesichter wieder zu sehen.</p>
<p>Manches ist sogar nicht nur ein Ersatz, sondern sogar eine Verbesserung. Wir nutzen das charmanteste Feature von Zoom und lassen uns in jeder Runde zufällig auf virtuelle Tische verteilen. Damit mischt sich die große Runde acht mal neu durch, was den Konversationen aus meiner Sicht sehr gut tut. Bei realen Tastings bilden sich doch immer wieder dieselben Gruppen und mit einigen hatte ich bislang kaum ein Wort gesprochen, auch wenn ich die Gesichter von den Tastings kannte. Diesmal hingegen hatten wir beinahe alle Teilnehmer einmal in der Gruppe drin und das hat uns sehr viel Spaß gemacht. Es kam auch der Vorschlag, das live abzubilden &#8211; wenn Tastings mal wieder regulär stattfinden &#8211; und auch dort rundenweise die Tische neu zu besetzen. Eine durchaus spannende Idee, aber ich fürchte, dass sich das dann doch nicht durchsetzen wird.</p>
<p>Nun aber zum eigentlichen Thema, den Whiskys. Es gab diesmal je Paket von jedem Whisky 4cl. Das reicht zum Teilen für Paare und wer allein ist, kann nochmal nachtasten (oder schon vorher probieren, wenn er es denn gar nicht aushalten kann). Wir haben aufgeteilt, die Whiskys aber jeweils schon ein bisschen vor der nächsten Runde eingeschenkt, damit sie etwas Luft bekommen. Das hat in jedem Fall nicht geschadet.</p>
<p>Insgesamt war der Abend eine ordentliche Packung. Acht Whiskys in Fassstärke, sieben davon mit Rauch. Da ist es dann schon auch ganz gut, dass man danach nicht mehr vor die Tür, sondern nur noch rüber ins Bett gehen muss. Im Gegensatz zu einigen hat der Lockdown bei uns bislang nicht zum Hobbyalkoholismus geführt, wir sind also nicht mehr ganz so gut in Ãœbung.</p>
<p><strong>1. Glenallachie, Berry Brothers &amp; Rudd, Sherry Butt, 10 Jahre, 56.8%</strong></p>
<p>Zur Eröffnung der einzige Whisky ohne Rauchanteil, dafür mit ordentlich Sherryfass in der Nase. Intensiv, aber ohne jede Schwefel oder Fehlnote. Dafür macht der Geruch schon klar, dass hier Wasser durchaus nicht verkehrt sein könnte. Ohne Vorlauf sind knapp 57% schon sportlich für die Geschmacksknospen, der Glenallachie bringt schon gut Antritt mit, wobei der Sherry im Vordergrund steht. Mit etwas Wasser kommen auf einmal Fruchtnoten dazu, er verliert seine übermäßige Kraft und wird sehr ausgewogen. Jetzt bindet sich auch der Sherryeinfluss feiner ein und sticht nicht mehr heraus. Mir gefällt der sehr gut, den würde ich gern nochmal nach einem anderen Whisky trinken, der Mund und Rachen erst mal auf Whisky einstellt. Die Idee, das vorher zu machen, kam mir leider erst nachher.</p>
<p>Ich bin ganz nebenbei nicht der einzige, dem der Whisky einheizt, bei uns &#8222;am Tisch&#8220; werden die ersten Kleidungssücke abgelegt. Wenn das so weitergeht, ist es vielleicht ganz gut, dass auf der Kamera nur die Oberkörper zu sehen sind.</p>
<p><strong>2. Ardmore, Single Cask Collection, matured in Ex-Laphroaig Barrel, 61.1%</strong></p>
<p>Ardmore gehört zu den wenigen Destillerien in der Speyside, die stark rauchige Whiskys brennt. Dieser hier wurde obendrein in einem Laphroaig-Fass nachgereift. Wie hoch der Anteil am deutlicher Rauch in der Nase daran ist, ist schwer zu sagen. Laphroaig-typisch ist er jedenfalls nicht, ich habe hier sehr viel mehr die Assoziation von kalter Asche als von Jod und Pflaster.</p>
<p>Im Munde kommt der Rauch auch gar nicht mal so deutlich raus, wie der Geruch vermuten lassen würde. Insgesamt wirkt er überraschend mild, was aber vielleicht auch am Vergleich zum Vorgänger liegen mag. Trotzdem verträgt auch der hier Wasser, was zu einer sehr deutlichen und schnellen Veränderung führt. Auf einmal mischt sich viel Frucht zum Rauch, der dann immer noch wahrnehmbar ist, aber eben nicht mehr im Vordergrund. So finde ich den sehr gelungen.</p>
<p><strong>3. Ben Riach, OB, peated, Oloroso Sherry Cask for Kirsch Import, 13 Jahre, 57.1%</strong></p>
<p>Zurück im Hauptraum gibt es schon die ersten Empfehlungen, die Nummer Drei besser ausfallen zu lassen. Das schaukelt sich ein bisschen hoch, so dass wir dann schon mit hochgezogener Augenbraue an das Glas gehen. Der Geruch ist aber auch wirklich schon die volle Ladung Klebstoff und Silikonfuge (danke für die Assoziation). Auch geschmacklich ist das jetzt eher &#8211; sagen wir mal &#8211; interessant als eine Offenbarung. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben, irgendeine sehr dominante und unangenehme Fehlnote. Also eigentlich genau das, wo einen alle Sinne &#8222;Nicht trinken!&#8220; schreien. Ein Ratschlag, der von den meisten dann auch befolgt wird.</p>
<p>Keine Ahnung, was da passiert ist. Marco fand ihn mindestens beim Auswählen gut. Ob das an dem Abend auch noch so ist, wird nicht so ganz klar, aber wir sind inzwischen auch ein gutes Stück von einer Stimmung entfernt, die objektive Urteile ermöglichen würde.</p>
<p><strong>4. Ledaig, Douglas Laing, Old Particular PX Sherry Butt, 48.4%</strong></p>
<p>Der nächste Whisky kann da eigentlich nur gewinnen. Allerdings sind wir alle immer noch so mit Geblödel beschäftigt, dass wir uns gar nicht so sehr im Detail mit dem Ledaig auseinandersetzen. Ich kann mich erinnern, dass er ziemlich kräftig und voluminös war und dass der Rauch hier eher dezent im Hintergrund war statt sich nach vorne zu drängeln. Gut, aber nicht mein Favorit an diesem Abend.</p>
<p><strong>5. Coal Ila, Lord of Islay by Whiskykeller, Bourbon Cask, 10 Jahre, 51.1%</strong></p>
<p>Der kommt nach einer kurzen Pause, die wir auch ausfallen lassen und einfach an unserem &#8222;Tisch&#8220; weiterquatschen. Gegessen haben wir eh schon vor dem Tasting. Von Caol Ila gibt es eine Unmenge an unabhängigen Abfüllungen, die eine ziemliche Wundertüte sein können. Den hier finde ich fantastisch. Wie oft ist er optisch sehr hell, was sich aber auch in der Nase und im Mund fortsetzt. Alles wirkt frisch und jung, helle Früchte, Rauch dazu, aber alles extrem ausgewogen und schön abgestimmt. Nichts ist dominant, alles fügt sich zu einem richtig leckeren Bild zusammen. Hier ist es dann extrem schade, dass da nur ein Glas rausgeht, denn da würde ich direkt gern weitertrinken. Mein Gewinner des Abends.</p>
<p><strong>6. Islay Single Malt, Finest Whisky Berlin, 10 Jahre, bekannt als Lagavulin, 54.2%</strong></p>
<p>Lagavulin darf nicht drauf stehen, ist aber drin. Typisch hier die Eleganz der Abfüllung, ein Spiel aus hohen Zitrusnoten und schweren Elementen darunter, die aber miteinander tanzen als miteinander zu ringen. Deutlich kräftiger als der Coal Ila davor, obwohl er von den Prozenten her in einer ähnlichen Liga spielt. Hätte mich der Vorgänger nicht so begeistert, würde ich ihn vermutlich noch besser bewerten, denn das ist in der Tat eine sehr gelungene Abfüllung.</p>
<p><strong>7. Caol Ila, Signatory Vintage, Hogshead, 11 Jahre, 58.6%</strong></p>
<p>Caol Ila die zweite und ansonsten auch hier eine grundsätzlich ähnliche Ausrichtung wie die beiden Abfüllungen davor. Diesmal mit etwas mehr Ecken und Kanten als der Lord of Islay, was allgemein sehr gut ankommt. Ich ziehe allerdings die Ausgewogenheit des anderen vor.</p>
<p><strong>8. Scotch Universe IO III &#8211; 103° P.2.1&#8242; 1815.4&#8243;, First Fill Oloroso Laphroaig, 57.8%</strong></p>
<p>Ein Tasting ohne Laphroaig ist kein Tasting, dieser Satz fällt auch heute Abend wieder. Also wird es ein Tasting und zwar eines mit einem mächtigen Abschluss. Viel Kraft, viel Aroma, bei dem die typischen, extremen Töne von Laphroaig im Sherryfass einen würdigen Gegenpart finden. Allerdings merke ich, dass nach den ganzen starken Abfüllungen meine Geschmackssinne inzwischen deutlich nachlassen, so dass ich die Klasse dann doch eher vermuten muss. Aber so richtig sinnvoll bewerten geht nicht mehr so ganz.</p>
<p>Ich hatte aber auch schon auf der Finest Spirits Abfüllungen von Scotch Universe probiert und war da generell sehr angetan. Die waren in der engeren Auswahl für einen Einkauf, auch wenn der dann letztlich doch bei Villa Konthor erfolgt ist.</p>
<p>Alles in allem ein sehr lustiger und schöner Abend. Keine Frage, ich will das auch mal wieder live mit anderen zusammen machen. Aber bis dahin ist diese Form ein absolut würdiger Ersatz, der Social Distancing um ein gutes Stück erträglicher macht.</p>
<p>Vielen Dank an Marco und <a href="http://www.munich-spirits.de/" target="_blank" rel="noopener">Munich Spirits</a>!</p>


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		<title>Finest Spirits 2017</title>
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		<dc:creator><![CDATA[NegatroN]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Feb 2017 21:37:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Whisky]]></category>
		<category><![CDATA[Aberlour]]></category>
		<category><![CDATA[American Whisky Academy]]></category>
		<category><![CDATA[Bavarian Moonshine]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Entwicklung der Finest Spirits von einer kleinen Fach- zu einer groÃŸen Eventmesse geht konsequent weiter. Weniger Whisky, vor allem weniger unabhÃ¤ngige AbfÃ¼ller und dafÃ¼r groÃŸe Namen, mehr andere Spirituosen und trendige Produkte bis hin zu GummibÃ¤rchen mit Alkohol. GummibÃ¤rchen! <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/finest-spirits-2017"><span class="screen-reader-text">  Finest Spirits 2017</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Entwicklung der <a href="http://finest-spirits.com/" target="_blank">Finest Spirits</a> von einer kleinen Fach- zu einer groÃŸen Eventmesse geht konsequent weiter. Weniger Whisky, vor allem weniger unabhÃ¤ngige AbfÃ¼ller und dafÃ¼r groÃŸe Namen, mehr andere Spirituosen und trendige Produkte bis hin zu GummibÃ¤rchen mit Alkohol. GummibÃ¤rchen! Dementsprechend entwickelt sich auch das Publikum weg von den Liebhabern hin zur Masse. WÃ¼rde ich da nicht immer noch einige gute Menschen vor und hinter den StÃ¤nden treffen, so wÃ¤re 2017 wohl meine endgÃ¼ltig letzte Finest Spirits gewesen. Wir waren auch noch nie so schnell mit den relevanten Sachen wie dieses Jahr.</p>
<p><span id="more-1861"></span><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/glenrothes.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1862" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/glenrothes-150x150.jpg" alt="Glenrothes" width="150" height="150" /></a>Begonnen habe ich wie immer bei <a href="http://www.munich-spirits.de" target="_blank">Munich Spirits</a>. Leider musste Pit Krause dieses Jahr auf die Messe verzichten, weswegen auch keine Monster Malts am Start waren. Einerseits schade, andererseits aber auch wieder gut fÃ¼r meinen Geldbeutel. Zum Einstieg trinke ich hier einen <strong>Glenrothes SMWS 30.92 Brighten Up Your Day, 24y, Bourbon Refill, 46,7%</strong>, der nicht nur als Einstieg sehr schÃ¶n ist. Nicht ausgefallen, sondern in erster Linie ein runder, milder, geradliniger Whisky aus dem dem Bourbonfass, mit einer schÃ¶nen Mischung aus Frucht und Vanille.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/laddie_ten.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1863" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/laddie_ten-150x150.jpg" alt="Laddie Ten" width="150" height="150" /></a>Direkt nebenan ist der Stand von <strong>Bruichladdich</strong> und damit quasi der einzige groÃŸe Name, der mich interessiert. Bruichladdich ist eine alte Liebe von mir, die aber seit dem Verkauf der Destillerie leider ziemlich erkaltet ist. Der alte Laddie Ten war einer meiner absoluten Referenzwhiskys, an dem sich alle anderen erst mal messen mussten (und nicht wenige gescheitert sind, auch deutlich teurere). Eine Flasche davon habe ich noch zu Hause, dann ist es vorbei. Deswegen war eine der spannendsten Meldungen in letzter Zeit, dass es eine limitierte Second Edition gibt. Die musste natÃ¼rlich ins Glas. Aber leider leider kommt auch diese AbfÃ¼llung nicht an die alte GrÃ¶ÃŸe heran. GrundsÃ¤tzlich geht das schon in die richtige Richtung, mit einem krÃ¤ftigen Antritt im Mund gut eingebauter Frucht. Aber die Klasse des alten erreicht er hier nicht. Vor allem hat er aber einen erschreckend kurzen und nichtssagenden Abgang. Das ist absolut kein Ersatz und der Preis, den sie dafÃ¼r aufrufen, ist fÃ¼r diese AbfÃ¼llung klar zu hoch.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/croftengea.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1864" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/croftengea-150x150.jpg" alt="Croftengea" width="150" height="150" /></a>Am Laddie-Stand hab ich auch die ersten Freunde getroffen und so ziehen wir dann gemeinsam weiter. Nach einem kurzen Zwischenstop bei Riegger, auf dessen <a href="https://www.negatron.de/whisky/63-whiskytasting-von-munich-spirits-messevortasting-mit-rieggers-selection">Tasting ich am Vortag war</a> und dessen Fass fÃ¼r die Messe nach wie vor in meiner engeren Auswahl ist, gehen wir weiter zu einem Pflichtbesuch. Die Jungs von der <a href="http://www.singlecaskcollection.at/" target="_blank">Single Cask Collection</a> aus Linz haben immer lohnenswerte AbfÃ¼llungen dabei (auch wenn uns die Ã–sterreicher von einem anderen Besucher ganz &#8222;zufÃ¤lig&#8220; eine gute Viertelstunde lang als komplette Idioten verkauft werden sollen, was zwar kompletter Schmarrn ist, aber immerhin einen guten Running Gag fÃ¼r den restlichen Abend abgibt). <a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/aberlour.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1865" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/aberlour-150x150.jpg" alt="Aberlour" width="150" height="150" /></a>Hier kaufen wir als erstes mal vernÃ¼nftige GlÃ¤ser (Glencairn statt der Mini-Schnaps-Tulpen, die es auf der Messe gibt) und probieren dann erst einen <strong>Croftengea 10y, 53,8%</strong>. Unter diesem Namen fÃ¼llt Loch Lomond inzwischen getorfte Whiskys ab. Das interessante daran ist, dass der Torf ganz anders herauskommt, als man es von den typischen Islay-AbfÃ¼llungen gewohnt ist. Kein Job, keine Schwere, sondern ein leichter (aber deutlicher) Rauch mit Frucht dazu. Sehr schÃ¶n. Ich probiere dann noch einen Aberlour 10y, 56,6%, aus dem Homok-Fass, der mir ebenfalls ausgesprochen gut gefÃ¤llt. Tiefe, schwere SÃ¼ÃŸe, dabei aber wunderschÃ¶n rund und ausgewogen. Zwei weitere Kandidaten fÃ¼r die Einkaufsliste.</p>
<p>Beim Vorbeischlendern an mehreren mÃ¤ÃŸig spannenden StÃ¤nden kommen wir zu <strong>Kymsee</strong>. Deutscher Whisky war ja die letzten Jahre schon ein Hypethema und hier hat sich der nÃ¤chste Schnapsbrenner an der Gerste versucht. Eigentlich hab ich aufgrund des Namens und des Schriftzugs, die beide Ã¤rgerlich an Mittelaltermarkt-Klamauk inklusive dem vollen Programm anÂ  &#8222;AuthentizitÃ¤t&#8220; erinnern schon von Vornherein keine Lust darauf, aber da wir eine Empfehlung bekommen haben, nehmen wir zu dritt ein Glas. Um es kurz zu machen: das ist mehr als genug. Es ist die Ã¼bliche Kombination aus Obstler-Ã¤hnlichem Schnaps und viel zu viel Holz. Da mag noch so viel Potential da sein, in der Form brauch ich das absolut nicht. Der Rest des Glases landet im BlumenkÃ¼bel.</p>
<p>Ein Bekannter <a href="https://www.negatron.de/whisky/finest-spirits-2016">vom letzten Jahr</a> ist der <strong>Bavarian Moonshine</strong>. Die haben ihre Range um ein paar neue zugesetzte Aromen erweitert. Ich probiere einen Straight, einen klaren Brand ohne Fasslagerung. Nett, aber muss nicht sein. Den Apple Pie finde ich nach wie vor gut, aber da hab ich noch eine halbe Flasche im Schrank stehen.</p>
<p>Zum Essen suchen wir diesmal nicht den Gastro-Bereich auf, sondern bleiben direkt am SÃ¼dtiroler Speckstand. Da gibt unter anderem es Bauerntoast und Schmalzbrot. Von beidem kÃ¶nnte ich noch mehrfach nachbestellen, aber wir sind ja nicht zum Essen da.</p>
<p>WofÃ¼r wir eigentlich auch nicht da sind, ist Bier. Allerdings haben wir die meisten interessanteren StÃ¤nde schon durch, weswegen wir dann doch mal bei <strong>Braufactum</strong> stehen bleiben und uns um nicht nicht destillierte Gerste kÃ¼mmern. Bei mir ist das ein Scottish Ale, das mir gut schmeckt, aber eher in die Kategorie &#8222;komplette Mahlzeit&#8220; fÃ¤llt. BÃ¶rps.</p>
<p>Irgendwie ist die Luft an der Stelle schon ziemlich raus. Wir debattieren ein bisschen, was wir einkaufen wollen, verballern noch zwei der Gutscheine, die es zur Eintrittskarte dazu gibt (1cl Standard <strong>Glen Grant</strong> &#8211; kann man machen, muss man aber nicht &#8211; und ein Stamperl <strong>Johnny Walker</strong> mit Ginger Ale &#8211; Varianten vom Horse&#8217;s Neck gehen immer) und pilgern dann zurÃ¼ck zu Riegger, der sich letztlich knapp gegen die Single Cask Collection durchsetzt und mit seinem Fass das Rennen macht. Dass man seine Flasche aus diesem selber abfÃ¼llen und etikettieren kann, spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Das macht einfach Laune. Vor allem, wenn der Inhalt &#8211; ein achtjÃ¤hriger <strong>Glenallachie</strong> mit inzwischen 2 Monaten Finish in besagtem Port-Fass &#8211; sich noch lohnt.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/bruichladdich.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1866" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/bruichladdich-150x150.jpg" alt="Bygda" width="150" height="150" /></a>Meine Gesellschaft verabschiedet sich an dieser Stelle und ich hÃ¤tte gute Lust, mich anzuschlieÃŸen. Aber inzwischen sind noch andere Freunde angekommen und so beschlieÃŸe ich, doch noch ein wenig zu bleiben. Ein paar StÃ¤nde hab ich ja doch noch nicht besucht. Zum Beispiel den von <strong>Maggie Miller</strong> vom <a href="http://www.scotchsingle.de/" target="_blank">Scotch Single Malt Circle</a>, der eigentlich auch immer lohnt. Die anderen trinken Rum, ich wÃ¤hle einen <strong>Bruichladdich Bygda Connection 61,5%</strong>. Das ist jetzt schon eine ganz andere Hausnummer als der neue Ten vohin. GroÃŸer, mÃ¤chtiger Whisky, der unbedingt Wasser braucht, um seinen ganzen Geschmack zu entfalten. Sehr gut, aber leider aus der Kategorie &#8222;gibt es nicht mehr&#8220;.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/rimfire.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1867" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/rimfire-150x150.jpg" alt="Rimfire" width="150" height="150" /></a>Nochmal ein kleiner Zwischenstopp bei der Single Cask Collection, bei der allerdings eine Pause einlege. Dann weiter zur <strong>American Whisky Academy</strong>. Dort wird mir ein <strong>Ranger Creek Rimfire Mesquite Smoked</strong> als Besonderheit empfohlen. Preislich ist sie das auf alle FÃ¤lle, die AbfÃ¼llung ist schon lange verkauft, hier gibt es nur noch RestbestÃ¤nde an Flaschen. Die Verkostung lohnt aber, denn das hier ist wirklich durch das Trocknen des Malzes Ã¼ber Mequite-Feuer eine ganz eigenwillige Art von Rauchigkeit. Kein Ãœberflieger und ich kann auch gar nicht wirklich beschreiben, wie der genau geschmeckt hat &#8211; aber jedenfalls hab ich noch nie was vergleichbares getrunken. DafÃ¼r kÃ¶nnen Messen dann auch immer wieder gut sein.</p>
<p>Auch diese Gruppe muss ich zu Riegger schleifen und dort trinken wir noch unsere Abschlusstropfen (in meinem Fall genau den Glenallachie, den ich auf abgefÃ¼llt habe), dann reicht es zumindest mir dann doch fÃ¼r diesen Abend.</p>
<p>Das Fazit bleibt &#8211; die Messe ist immer weniger meins, aber in der richtigen Gesellschaft kann man immer noch seinen SpaÃŸ haben. Trotzdem Ã¼berlege ich, ob es nicht langsam an der Zeit ist, sich mal ein paar der kleineren Messen in anderen StÃ¤dten genauer anzuschauen. Das Jahreshighlight, dass es mal war, ist es in jedem Fall nicht mehr.</p>
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		<title>63. Whiskytasting von Munich Spirits &#8211; Messevortasting mit Riegger&#8217;s Selection</title>
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		<dc:creator><![CDATA[NegatroN]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Feb 2017 12:05:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Vorfeld der Finest Spirits in MÃ¼nchen gab es wie Ã¼blich ein Tasting, auf dem ein AbfÃ¼ller sein Sortiment vorstellt. Diesmal war das Uwe Lauinger von der SchwarzwÃ¤lder Firma Riegger, die neben ihrem HauptgeschÃ¤ft mit Wein auch eine kleine aber <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/63-whiskytasting-von-munich-spirits-messevortasting-mit-rieggers-selection"><span class="screen-reader-text">  63. Whiskytasting von Munich Spirits &#8211; Messevortasting mit Riegger&#8217;s Selection</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Vorfeld der <a href="http://www.finest-spirits.com/" target="_blank">Finest Spirits</a> in MÃ¼nchen gab es wie Ã¼blich ein Tasting, auf dem ein AbfÃ¼ller sein Sortiment vorstellt. Diesmal war das Uwe Lauinger von der SchwarzwÃ¤lder Firma <a href="https://www.whisky-riegger.de" target="_blank">Riegger</a>, die neben ihrem HauptgeschÃ¤ft mit Wein auch eine kleine aber &#8211; wie sich herausstellen sollte &#8211; durchaus feine Range an eigenen WhiskyabfÃ¼llungen anbieten.</p>
<p><span id="more-1852"></span>Das besondere daran ist, dass es sich bei den meisten dieser AbfÃ¼llungen nicht um Scotch handelt, denn Riegger lÃ¤sst seinen Whiskys nicht in Schottland reifen und abfÃ¼llen, sondern macht das selber im Schwarzwald. DafÃ¼r hat man sich ein eigenes Warehouse gebaut. Als WeinhÃ¤ndler und ehemalige KÃ¼fer-Familie liegt es nahe, dass der Schwerpunkt dabei auf Finishes in WeinfÃ¤ssern liegt. Es wird aber auch New Make eingekauft und in eigenen FÃ¤ssern zur Reife gebracht. In der Vorstellung zeigt sich schnell sowohl die Leidenschaft wie auch das enorme Hintergrundwissen, die Whiskys im Glas beweisen, dass die Praxis hier nicht von der Theorie abweicht. Alles, was wir an diesem Abend im Glas haben, ist mindestens gut und nichts davon langweiliger Standard. Da geht der Daumen eindeutig steil nach oben.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/ben_nevis_fassprobe.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1853" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/ben_nevis_fassprobe-150x150.jpg" alt="ben_nevis_fassprobe" width="150" height="150" /></a>Wir beginnen mit einer Fassprobe eines dreijÃ¤hrigen <strong>Ben Nevis</strong> aus einem First Fill Fino Sherry Butt mit 58%. Der ist so nicht erhÃ¤ltlich, sondern es handelt sich eben nur um eine Fassprobe und damit eine Momentaufnahme aus dem Reifeprozess. Die erste Nase ist fast ein bisschen unangenehm und erinnert an LÃ¶sungsmittel oder Schwefel. Das verfliegt aber sehr schnell und macht angenehmen Aromen Platz, die in Richtung Rosine und Rum gehen. Nicht besonders schwer, der Sherry zeigt sich eher zurÃ¼ckhaltend. Mit etwas Wasser kommen leicht bittere Noten dazu. Der Geschmack ist recht krÃ¤ftig, aber (wie alle Whiskys an diesem Abend) nicht scharf und mit deutlichen Fruchtnoten. Das Ganze erinnert mich eher an einen im Holzfass gereiften Obstbrand als an typischen Whisky. SpÃ¤ter kommen dann bittere Noten hinzu. Das ist kein Ãœberflieger, aber fÃ¼r sein Alter ist der erstaunlich komplex und vielschichtig.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/glen_keith.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1854" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/glen_keith-150x150.jpg" alt="Glen Keith" width="150" height="150" /></a>Springen wir beim Alter einige Jahre nach vorn zu einem <strong>Glen Keith, 19 Jahre, Recioto-Cask-Finish, 55,2%</strong>. Das Fass sorgt fÃ¼r eine ungewÃ¶hnliche Bronze-FÃ¤rbung (leider kommen die Farben auf den Fotos aufgrund der LichtverhÃ¤ltnisse sehr falsch rÃ¼ber). In der Nase ist er eher zurÃ¼ckhaltend, ich meine Kirschen und Bitterschokolade zu entdecken. Geschmacklich deuten Traubenschalen sehr deutlich auf das Weinfass hin, dass ansonsten auch schÃ¶ne Holzaromen weitergegeben hat. Im Abgang wird er erst astringierend, dann kommt eine spÃ¤te malzige SÃ¼ÃŸe durch. Sehr angenehm, vor allem die Verbindung von Wein und Trauben mit einer leichten Bitterkeit gefÃ¤llt mir gut.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/tobermory.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1855" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/tobermory-150x150.jpg" alt="Tobermory" width="150" height="150" /></a>Wir bleiben im gleichen Altersbereich, <strong>Tobermory, 20 Jahre, Single Cask No 1620, 57,1%</strong>, der Geruch ist aber eine ganz andere Richtung. Bananenchips und NÃ¼sse, spÃ¤ter kommt der Alkohol durch und dahinter eine ganz leichte Meeresbrise. Trotz FassstÃ¤rke ist der Ã¼berraschend mild, fÃ¼llt den Mund aber trotzdem mit einer klaren SÃ¼ÃŸe aus. Im Abgang wird er dabei immer schmelziger. Bei dieser AbfÃ¼llung Ã¤ndert sich der Charakter im Mund recht deutlich je nach der Menge im Mund. Beim Nippen Ã¼berwiegt die SÃ¼ÃŸe, mit einem groÃŸen Schluck wird er mÃ¤chtiger und zieht ebenfalls ein wenig Speichel. Nicht ganz so ausgefallen, aber sehr gut zu trinken. Bei dem hÃ¤tte ich stÃ¤ndig das BedÃ¼rfnis nachzuschenken.</p>
<p>Zum Abschluss des ersten Teils gibt es noch eine Sneak Preview. Lauinger nimmt auf Messen immer ein Fass mit, aus dem man sich selber eine Flasche abfÃ¼llen kann. Das ist diesmal ein <strong>Glenallachie, 8 Jahre, 2 Monate Port Cask Finish, 57,7%</strong>. Trotz der nur 2 Monate, die er im Fass verbracht hat, zeigt er schon einen blassen Rotton im Glas. Der Geruch hab ebenfalls bereits deutliche Noten von Trauben. Der Geschmack ist angenehm mit mit fruchtiger Port-SÃ¼ÃŸe, die in einem langen Abgang endet. Super, der ist schon mal fÃ¼r die Messe vorgemerkt.</p>
<p>&#8212; Essenspause &#8212;</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/tomatin.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1856" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/tomatin-150x150.jpg" alt="Tomatin" width="150" height="150" /></a>Nach dem Essen gibt es einenÂ  <strong>Tomatin, 8 Jahre, Grenada Rum Finish, 55,8%</strong>, der uns mit Rosinen und Wurzelwerk in der Nase begrÃ¼ÃŸt. Konstante im Mund ist die SÃ¼ÃŸe des Rums, wÃ¤hrend sich der Whisky dahinter entwickelt. Schokoladig und mit etwas Fruchtnoten. Ebenfalls ein schÃ¶ner Tropfen, wobei mich der Geruch hier etwas mehr packt als der Geschmack.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/linkwood.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1857" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/linkwood-150x150.jpg" alt="Linkwood" width="150" height="150" /></a>Das nominelle Highlight des heutigen Abends ist diesmal der einzige, mit dem ich mich schwer tue. Ein <strong>Linkwood, 30 Jahre, Amarone-finish, 54,4%</strong>. 7 Monate hat er im Amarone-Fass verbracht, die Zeit davor im Bourbonfass. Das ungewÃ¶hnlichste bei diesem Whisky finde ich seine wuchtigen Aromen. Die meisten Whiskys in diesem Alter, die ich probieren konnte, waren eher elegante Gentlemen, denen man Zeit geben und genau hinschmecken musste, um die komplexen Noten aus den eher zurÃ¼ckhaltenden Aromen heraus zu bekommen. Der Linkwood hingegen protzt mit Muskelkraft. In der Nase Himbeer, im Mund mit trockenem Holz, Obst und Rosinen und einem eher bitteren Abgang. Nichts davon ist fÃ¼r sich selber unangenehm, aber irgendwie ist das einfach zu viel von allem.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/bunnahabhain.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1858" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/bunnahabhain-150x150.jpg" alt="Bunnahabhain" width="150" height="150" /></a>Zum Ende hin gibt es gern mal ein bisschen Torf. Diesmal aus einer Destillerie, die ich grundsÃ¤tzlich sehr schÃ¤tze, die aber eigentlich nur sehr wenig in dieser Richtung macht: <strong>Bunnahabhain, 8 Jahre, Bourbon Cask 800066 heavily peated, 53,9%</strong>. Heavily Peated ist hier allerdings gar nichts, sondern der Torf steht eher im Hintergrund. Das soll gar nicht als Kritik rÃ¼berkommen, ich finde den ganz im Gegenteil sehr gelungen. Der Geruch ist eine Kombination von Karamell, etwas Rauch und Salz. Auch im Mund hÃ¤lt der Torf sich zurÃ¼ck, Vanille und helle FrÃ¼chte stehen im Vordergrund. Erst im Abgang wird der Torf dann deutlich, ohne aber dominant zu werden. Sehr rund, sehr ausgewogen, sehr fein!</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/ben_nevis_new_make.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1859" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/ben_nevis_new_make-150x150.jpg" alt="Ben Nevis New Make" width="150" height="150" /></a>Den Abschluss macht wieder etwas, das ist es in der Form nicht als AbfÃ¼llung gibt. Einen <strong>Ben Nevis New Make 2015 peated</strong>, also den frischen Brand wie er direkt nach der Destillation ins Fass kommt. Ich hab den mal bei Laphroaig vor Ort probieren dÃ¼rfen und war Ã¼berrascht, dass der Alkohol da viel weniger rauskam als erwartet und vor allem, dass man da keinen Torf schmecken konnte. Das hat sehr viel mehr an einen Obstbrand erinnert als an Whisky. Hier ist zwar auch sehr viel Frucht drin, allerdings kommt der Torf hier sehr deutlich heraus. Der erste Geschmack im Mund ist eher unangenehm und ziemlich bitter, im Abgang gewinnt er dann aber wieder deutlich. In der Form wird man den ja auch nicht trinken, sondern hier haben wir nur die Basis, anhand derer man entscheiden kann, in welches Fass er zur Reifung kommen wird.</p>
<p>Komplette PrÃ¤sentationen von AbfÃ¼llern finde ich immer interessant, das hier war aber auch im Vergleich zu anderen ein Ã¼berdurchschnittlich guter Abend. Lauinger hat hier seine Range absolut Ã¼berzeugend prÃ¤sentieren kÃ¶nnen. Am nÃ¤chsten Tag auf der Messe war ich dann auch mehrfach mit verschiedenen Leuten an seinem Stand.</p>
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