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	<title>Linkwood &#8211; The Mindmachine</title>
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	<description>Skeptizismus, Whisky und Politik</description>
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		<title>107. Tasting von Munich Spirits &#8211; Messenachlese München Spirits 2032</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Mar 2023 14:33:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kaum gehen 3 Jahre mit Covid ins Land, schon kann man sich wieder im realen Leben zu Whisky Tastings treffen. Wobei das nicht so ganz stimmt, es gab im Vorfeld der Messe bereits ein Präsenztasting, an dem ich aber nicht <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/107-tasting-von-munich-spirits-messenachlese-muenchen-spirits-2032"><span class="screen-reader-text">  107. Tasting von Munich Spirits &#8211; Messenachlese München Spirits 2032</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum gehen 3 Jahre mit Covid ins Land, schon kann man sich wieder im realen Leben zu Whisky Tastings treffen. Wobei das nicht so ganz stimmt, es gab im Vorfeld der Messe bereits ein Präsenztasting, an dem ich aber nicht teilnehmen konnte. Für mich war es also Premiere. Sehr schön, Menschen wieder real zu treffen. Auch wenn man dafür nach dem Tasting heim fahren muss und nicht einfach nur den Rechner zuklappen kann. Aber das ist ein kleiner Preis, den man für die Realität zahlt. Eine neue Location gab es diesmal auch, nämlich das CROSS im Englischen Garten. Dank U-Bahn-Nähe gut zu erreichen, netter und kompetenter Service und auch die Snackplatten mit Wurst und Käse in der Pause waren lecker. Einziges Manko: da in dem Nebenzimmer, in dem wir waren, rundherum glatte Wände ohne Möbel oder sonstiges waren, war der Lautstärkepegel enorm. Das hat es für mich extrem anstrengend gemacht, die ganzen Jahre Musikmachen sind nicht spurlos an meinen Ohren vorbeigegangen. Den Gesprächen mit den Nebenmännern zu folgen, war eine Herausforderung.<span id="more-2308"></span></p>
<p>Nun aber zu den Whiskys. Acht Flaschen waren regulär am Start, alles spannende Fundstücke von Marco auf der München Spirits. Dazu gab es eine Bonusflasche, die bei einer Bestellung von Klaus Pflichtbeigabe war und von ihm als Eröffnung in die Tastingrunde geworfen wurde.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181212917_iOS-scaled.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2309" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181212917_iOS-150x150.jpg" alt="Glen Scotia Campbeltown Harbour" width="150" height="150" /></a>Glen Scotia Campeltown Harbour, OA, NAS, 40%<br />
</strong>Die einzige Abfüllung in Trinkstärke, deswegen zur Eröffnung. In der Nase Zitrusfrüchte und Bourbonfass, sehr straight aber auch sehr angenehm. Das setzt sich im Mund fort. Ein klarer und typischer Schotte aus dem Bourbonfass, eher herb mit schönen Fruchtnoten drin. Der Abgang mittellang mit Vanillenoten. Das Etikett spricht von sea spray &amp; gentle smoke, was wir beides nicht nachvollziehen konnten. Muss aber auch gar nicht sein. Das ist ein typischer, aber sehr angenehmer Trinkwhisky, der keine Herausforderungen stellt, sich aber auch keine Schwächen leistet. Kann man gemütlich vor sich hintrinken. Die an sich eher schmalbrüstigen 40% fallen auch nicht unangenehm auf.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181226375_iOS-scaled.jpg"><img decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-2311" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181226375_iOS-150x150.jpg" alt="Linkwood Villa Konthor" width="150" height="150" /></a>Linkwood, Villa Konthor, Wine Finish, 12 Jahre, 56,3<br />
</strong>Die 15-Jahre-Jubiläumsabfüllung der Villa. Zwar war ich bei der Messe am Stand und habe dort nicht nur Flaschen probiert, sondern auf gekauft &#8211; diesen hier allerdings nicht. Abfüllungen aus dem Weinfass finde ich auch gern mal schwierig. In der Nase wird das Fass schon mal recht deutlich. Weiniges Aroma, Erdbeere, Bienenwachs, Pfirsich und eine leichte Schärfe. Der Geschmack ist überraschend alkoholisch. Trotz des Glen Scotia davor, wir steigen ja nicht direkt mit Fassstärke ein. Ansonsten ist das geschmacklich eigen, aber nicht so richtig gut zu greifen. Mit etwas Wasser wird er verträglicher und cremiger, bis in den Abgang hinein. Aber diese Abfüllung gehört dann letztlich doch zu denen, die bei mir nicht so richtig funktionieren.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181234135_iOS-scaled.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-2313 size-thumbnail" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181234135_iOS-150x150.jpg" alt="Blair Athol Berry Bros &amp; Rudd" width="150" height="150" /></a></p>
<p><strong>Blair Athol, Berry Bros &amp; Rudd, Oloroso Cask 307589, vermutlich 12 Jahre, 54,1%<br />
</strong>Vom Erdbeerfeld direkt in den Wald. Holz, dunkle Beeren, leicht muffige Noten und Karamell in der Nase. Geschmacklich ist meine erste Assoziation Pilze. Vielleicht führt das Fass in die falsche Richtung, hier kommen schwefelige Noten heraus und auch Gewürze. Ein wenig erinnert das an englischen Christmas Cake. Auch im Abgang dominieren dunkle und eher herbe Töne. Mein Fazit dazu ist sehr unklar. Abhängig von der Tagesform könnte ich mir gut vorstellen, dass ich den entweder ziemlich spannend oder aber auch eher unattraktiv finde.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181246016_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2316 size-thumbnail" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181246016_iOS-150x150.jpg" alt="Glenallachie Duncan Taylor" width="150" height="150" /></a></p>
<p><strong>Glenallachie, Duncan Taylor via Kirsch Import, Sherry Octave Small Batch, 14 Jahre, 53,8%<br />
</strong>Wir bleiben in einer ähnlichen Ecke, wenn auch mit einem ganz anderen Ergebnis. Hier wurden zwei Octavefässer miteinander vermischt, in denen der Whisky aufgrund der geringen Größe recht schnell und intensiv reift. Leichte Schwefelnoten gibt es auch hier in der Nase, die ich aber sehr angenehm finde. Dahinter ist reife, rote Frucht in Richtung Sauerkirsch oder Johannisbeere. Geschmacklich sind es hier auch eher herbe Sherrynoten, ich sehe mich spontan auf einer schweren Ledercouch vor dem offenen Kamin, während draußen der Sturm den Regen ans Fenster peitschen lässt. Bei dem feinen, eleganten und langen Abgang kann einem das herzlich egal sein. Der Whisky polarisiert ziemlich am Tisch. Während die untere Seite gar nichts mit ihm anfangen kann, findet unser Ende den sehr schön. Für mich ist das sogar der klare Gewinner des Abends.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181256519_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2318" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181256519_iOS-150x150.jpg" alt="Speyburn Shinanoya" width="150" height="150" /></a>Speyburn, OB exclusively to Shinanoya, 1st-fill-Sherry Cask 614, 13 Jahre, 52,5%<br />
</strong>Hierbei handelt es sich um eine Abfüllung für den japanischen Markt, die außerhalb solcher Events wie einer Messe kaum erhältlich sein dürfte. Stilistisch auch wieder eine ähnliche Ecke wie der Vorgänger. Eher herber Sherry, in der Nase sehr deutlich Marzipan, im Mund Cassis und Honignoten. Im langen Abgang geht es über in eine schwere Süße. Alles in allem ebenfalls eine sehr elegante und ausgewogene Abfüllung mit viel Klasse.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181309052_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-2320" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181309052_iOS-150x150.jpg" alt="Ben Nevis Best Dram" width="150" height="150" /></a>Ben Nevis, Best Dram, First Fill Red Wine Cask #107, 10 Jahre, 55,3%</strong><br />
Nach dem Essen geht es weiter mit noch einer Abfüllung aus dem Rotweinfass. Auch hier finden sich wieder Erdbeeraromen, die hier aber eher an Erbeerjoghurt erinnern. Ich hab auch eine Assoziation zu diesen rotgelben Schaumgummistücken, die es früher immer bei Volksfesten gegeben hat. Ein paar Gewürznoten sind auch dabei. Im Mund erinnert das alles eher an die Früchte in Roter Grütze. Im Abgang hat das was von Sekt, der einem in die Nase steigt. So richtig zünden will das bei mir alles nicht, aber die Position nach dem Essen ist ja auch immer die schwierigste. Wenn ein Whisky dann so eigen ist wie dieser hier, dann fällt die Bewertung schwer. Ob ich mir den ins Regal stellen würde, ist aber insgesamt ziemlich zweifelhaft.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181315736_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2321" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181315736_iOS-150x150.jpg" alt="Bimber Whiskyfacile" width="150" height="150" /></a>Bimber Destillery, Whiskyfacile, PX-Sherry-Finish, 4 Jahre, 58,9%</strong><br />
Es bleibt exotisch. Eine vierjährige Abfüllung aus einer englischen Destillerie, ausgesucht von einem italienischen Vertrieb. Vom Marketing her ist man auf der Höhe der Zeit. Was der Whisky kann, muss sich zeigen. Dieser hier ist jedenfalls extrem eigenwillig. Hält man die Nase übers Glas, so betritt man direkt einen Douglas-Shop. Zumindest legt das der perfümige Charakter nahe. Im Mund ist er unfassbar süß. Statt bei Douglas ist man hier in einem Süßwarenladen in Istanbul, im dem Baklava noch das dezenteste ist. Es gibt viele verschiedene Zuckernoten, unter anderem erinnert mich das an Churros und ähnliches. Aber trotzdem ist das hier eben kein Likör, sondern harter Alkohol, auch wenn der trotz des jungen Alters und der Fassstärke eher im Hintergrund bleibt. Sehr abgefahren, ich hatte noch nie was im Glas, was auch nur ansatzweise vergleichbar gewesen wäre. Allerdings werden hier auch Preise aufgerufen, die ich keinesfalls zu zahlen bereit bin.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181322920_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-2323" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181322920_iOS-150x150.jpg" alt="Caol Ila Thompson Bros" width="150" height="150" /></a>Caol Ila, Thompson Bros, 10 Jahre, 52,7%<br />
</strong>Caol Ilas gab es reichlich auf der Messe. Dieser kommt für mich ziemlich typisch daher. Rauch, der eher an kalte Asche erinnert als an Schinken, Zitrusnoten, alles eher hell und klar. Geschmacklich kräftig, aber sehr gut ausbalanciert mit einem langen Abgang, der in einer leicht schmelzigen Süße endet. Nicht außergewöhnlich, aber alles genau so, wie es sein sollte. Klasse Abfüllung.</p>
<p><strong><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181331961_iOS-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2324" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2023/03/20230316_181331961_iOS-150x150.jpg" alt="Braon Peat" width="150" height="150" /></a>Braon Peat, The Warehouse, Sherry Edition 1 in PX Octave Casks, 54,1%<br />
</strong>Peated aus Islay, die Destille darf nicht genannt werden. Hier ist jetzt der Schinken, kräftig in der Kombination mit dem Sherry. Auch hier setzt sich das schlüssig im Mund fort. Die Kombination aus Torf und Sherry funktioniert und ist gut eingebettet, ohne dass eine Note überlagern würde. Nichts medizinisches, auch keine anderen auffälligen Noten, die Tipps gehen einhellig zu Lagavulin. Ein langer, mächtiger Abgang rundet alles ab. Auch hier keine Überraschungen, aber eben alles richtig gemacht. Für Torffreunde genau so richtig wie der Caol Ila.</p>
<p>Schönes Lineup mit interessanten Sachen dabei. Danke an Marco für&#8217;s Aussuchen und Organisieren! Und an alle anderen einfach dafür, dass sie dabei waren. Bis zum nächsten Mal.</p>
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		<title>92. Tasting von Munich Spirits</title>
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		<dc:creator><![CDATA[NegatroN]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Dec 2020 12:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Whisky]]></category>
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					<description><![CDATA[Man gewöhnt sich ja an alles. Auch daran, andere Menschen vorwiegend per Video am Computer zu treffen und nicht mehr gemeinsam in einem Raum zu sein. Das fühlt sich in Teilen immer noch nicht richtig an, hat aber auch zweifelsohne <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/92-tasting-von-munich-spirits"><span class="screen-reader-text">  92. Tasting von Munich Spirits</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2020/12/tasting-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2091" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2020/12/tasting-150x150.jpg" alt="Line Up" width="150" height="150"></a>Man gewöhnt sich ja an alles. Auch daran, andere Menschen vorwiegend per Video am Computer zu treffen und nicht mehr gemeinsam in einem Raum zu sein. Das fühlt sich in Teilen immer noch nicht richtig an, hat aber auch zweifelsohne Vorteile. Keine Anfahrt zu brauchen, sondern nur den Rechner einschalten zu müssen ist einer. Da wir ein gutes Stück außerhalb der Stadt wohnen, erleichtert das die Teilnahme schon deutlich. Keine Heimfahrt zu brauchen, wenn man Alkohol getrunken hat, ist ein weiterer, der gerade bei einem Tasting mit lauter Abfüllungen in Fassstärke nicht zu vernachlässigen ist. In der Runde die Tische neu zusammenzustellen, könnte man auch in einem Raum abbilden. Virtuell ist das aber zweifelsohne wesentlich einfacher umzusetzen. Diese Mischung schätze ich inzwischen sehr. Der Spaßfaktor war allgemein auch ziemlich hoch, ich denke dass alle ziemlich zufrieden aus dem Call gegangen sind. Zusammengenommen bin ich jedenfalls über das Online-Setup für Tastings tatsächlich gar nicht mal so unglücklich.</p>


<span id="more-2090"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Kommen wir also zu den Whiskys:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Strathmill, Munich Spirits, Sherry Butt, 23 Jahre, 51.3%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei vielen hat er gut abgeschnitten, bei uns ist er allerdings ziemlich untergegangen. Das mag vor allem an der Bolognese gelegen haben, die wir uns sehr knapp davor noch als Grundlage für den Abend einverleibt haben, und auch daran, dass dieser Whisky eher mit feinen Nuancen als mit der groben Kelle zu überzeugen versucht. Dazu kam erschwerend, dass wir ihm wohl einfach zu wenig Zeit im Glas gegeben haben. Alle wollten loslegen, und so ging der leider zumindest bei uns etwas unter. Außer an recht kräftige Bitternoten wie bei reinem Kakao kann ich mich auch gar nicht so richtig an was erinnern. Deswegen geb ich da auch keine Wertung dazu ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Linkwood, Sherry Hogshead, 10 Jahre, 53.8%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel besser hat da auf Anhieb der Linkwood funktioniert. In der Nase dominieren Bananenchips alles andere, im Mund geht er von Frucht zu ebenfalls leicht bitteren Noten über, die dem Sherryfass geschuldet sind. Das wirkt alles komplexer und vielschichtiger als beim Vorgänger, auch wenn hier deutlich weniger Jahre im Glas sind. Generell mag ich die Kombination von Sherry und Fruchtnoten aber auch sehr gerne.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ledaig, Nose Art by Whisky Doris, Bourbon Hogshead, 11 Jahre, 52.6%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab Nummer drei gehen wir in Richtung Rauch und mit dem Ledaig auch gleich mal richtig in die Vollen. Rauch aus allen Rohren, aber eher aus der Richtung kalte Asche und Lagerfeuer vom Vorabend als Torf. Dahinter verstecken sich fruchtige Noten, die sich erst nach ein paar Minuten im Glas durchsetzen können. Ein bisschen Schwefel ist ebenfalls dabei. Die Tastingsnotes sprechen von Rhabarber, den aber keiner am Tisch nachvollziehen kann. Im Mund ist er kräftig, der Rauch bleibt auch hier im Vordergrund, im Abgang kommt dann spät eine gewisse Schmelzigkeit dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je länger er im Glas bleibt, desto mehr verzieht sich der Rauch. Mit ein paar Tropfen Wasser springt der aber interessanterweise sofort wieder in den Vordergrund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige mögen den nicht, ich finde ihn allerdings gar nicht verkehrt, auch wenn das ganz sicher kein Whisky für jeden Tag ist. In der Gesamtwertung des Abends würde ich den auf dem zweiten Platz sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Caol Ila, Abfüllung aus dem Bladnoch Forum, Hogshead, 30 Jahre, 52.6%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gefolgt wird er direkt vom Gewinner des Abends. Nach dem Ledaig wirkt der beinahe rauchfrei, in der Nase hab ich vor allem warme und volle Honignoten. Wo der Ledaig eher spitz und stechend war, herrscht hier wohlige Vollnasigkeit. Damit kann auch der Geschmack mithalten. Auch der ist kräftig und mundfüllend, aber sehr ausgewogen. Der Abgang ist sehr lang und mit viel Entwicklung. Leicht bittere Noten sind zwischendrin, dann wird er sehr schmelzig. Richtig guter Stoff, der leider schon lange nicht mehr erhältlich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Big Peat Islay blended Malt, Douglas Laing, Christmas Edition 2020, 51.3%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Pause geht es mit einem Blended Malt weiter, der nach Beschreibung von Marco zwar selten eine Offenbarung, aber (zumindest in der Weihnachtsabfüllung) aber auch nie ein Fehlgriff sei. Da kann ich nicht ganz mitgehen, der fällt für mich in dieselbe Kategorie wie auch die ganzen anderen Islay-No-Names, die seit Jahren aus dem Boden schießen. Egal ob nun Smokehead, Big Peat oder wie sie alle heißen, im Kern ist das alles viel Rauch um nichts. Torf ist in, also gibt es Torf. Nur eben sonst nichts bemerkenswertes. Keine anderen Noten, keine Entwicklung, kein Abgang. Irgendwo muss man eben das ganze Zeug eben unterbringen, dass man unter den großen Namen nicht verkauft bekommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Laphroaig, The Cooper´s Choice, Bourbon Single Cask, 15 Jahre, 52.0%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon in der Nase eine völlig andere Nummer. Auch für Laphroaig. Ähnlich wie schon der Caol Ila nach dem Ledaig geht hier nach dem Big Peat der Rauch völlig unter. Ich habe eher cremige Noten, die eine Assoziation an einen Weichkäse auslösen. Nicht unangenehm, aber schon sehr ungewöhnlich für Laphroaig. Jod und Pflaster fehlen dafür völlig, der ist erstaunlich wenig bissig. Dahinter ist irgendwas, worauf ich nicht komme. Weingummi vielleicht? Auch der Geschmack ist überraschend mild. Aber auch hier habe ich eine eigenwillige Note drin, auf die ich nicht kommen will. Irgendwie mineralisch. Auch weihnachtliche Gewürze wie Lebkuchen sind dabei. Ungewöhnlicher Laphroaig, der bei den anderen viel Begeisterung auslöst, mit dem ich aber nicht so richtig warm werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Caol Ila, The Single Cask Ltd., 2nd Fill Oloroso Sherry Cask, 13 Jahre, 54.6%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweimal Caol Ila an einem Abend, der hier geht allerdings in eine ganz andere Richtung als der erste. Frisch im Glas riecht er wie eine ganze Kiste grüner Äpfel. Mit etwas Luft geht das immer mehr in reife bis überreife Frucht über. Banane mit brauner Schale vielleicht. Noch später dreht er dann immer mehr in Richtung geräucherter Speck. Im Mund ist der sehr voluminös und verträgt etwas Wasser. Der Torf ist gut eingebettet und tritt nie zu weit nach vorn. Durch das Olorosofass gibt es auch hier eher bittere als süße Noten dazu. Fein!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Port Charlotte, Private Bottling WhiskyMania, Fresh Sherry, 10 Jahre, 64.4%</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Abschluss polarisiert wieder. Ich finde den für Port Charlotte nicht so ungewöhnlich, es gibt neben kräftigem Torf und Schinken vor allem Leder, rote Früchte und auch Schwefel. Mit dem hat der eine oder andere Probleme, für manche wird er gar untrinkbar. Ich hingegen empfinde den gar nicht als so extrem, was aber sicherlich auch damit zu tun hat, dass wir ihn am Ende einer Reihe von Whiskys trinken, die alle nicht gerade in die Kategorie mild und zurückhaltend fallen. Ich schenk mir zum Vergleich einen Schluck von dem 5jährigen Port Charlotte ein, der bei mir im Regal steht und der mir tatsächlich meistens zu kräftig ist. Der gibt sich aber zu dem Zeitpunkt ebenfalls gut trinkbar, was diese Theorie bestätigt. Was aber mehr überrascht &#8211; der Jungspund verweist diese Abfüllung im direkten Vergleich tatsächlich auf die Plätze, was vor allem an der Sache mit dem Schwefel liegt. Trotz der geringeren Reife wirkt der PC5 runder und ausgewogener. Was den 10jährigen aber nicht schwächer macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem offiziellen Teil geht es in kleinerer Runde noch etwas weiter, bevor wir ein weiteres gelungenes Tasting beenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danke an Marco, auch für das Abfüllen und Versenden der ganzen Proben!</p>
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		<title>77. Tasting von Munich Spirits &#8211; Sherry und Islay</title>
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		<dc:creator><![CDATA[NegatroN]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Nov 2018 16:32:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Whisky]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn man ein hervorragendes Line Up fÃ¼r eine etablierte Reihe an Whisky Tastings aufstellt, dann sollte alles andere eigentlich ein SelbstlÃ¤ufer sein. Eigentlich, aber nicht, wenn die zentrale Frage nicht das Line Up an sich ist, sondern die, wie gut <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/77-tasting-von-munich-spirits-sherry-und-islay"><span class="screen-reader-text">  77. Tasting von Munich Spirits &#8211; Sherry und Islay</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.munich-spirits.de"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://munich-spirits.club/wp-content/uploads/static/events.jpg" alt="" width="165" height="220" /></a>Wenn man ein hervorragendes Line Up fÃ¼r eine etablierte Reihe an Whisky Tastings aufstellt, dann sollte alles andere eigentlich ein SelbstlÃ¤ufer sein. Eigentlich, aber nicht, wenn die zentrale Frage nicht das Line Up an sich ist, sondern die, wie gut es zu asiatischem Essen passen wird. Der PÃ¤chter der inzwischen ebenso etablierten Location hat nÃ¤mlich schon wieder gewechselt und nun ist es kein Italiener, sondern ein Asia-Imbiss. Das muss nun grundsÃ¤tzlich nicht verkehrt sein, aber das Gefeixe von wegen Glutamat-Tasting Ã¼berlagert im Vorfeld trotzdem das eigentliche Thema Sherry und Islay.</p>
<p><span id="more-1986"></span></p>
<p>Bevor es losgeht, verschaffen wir uns erst mal eine kulinarische Grundlage, die auch als Vortest fungiert. Das Ergebnis lÃ¤sst die leichte Anspannung abfallen. Zwar kommen hier die typischen krÃ¤ftigen GewÃ¼rze zum Einsatz, aber weder diese noch die SchÃ¤rfe an sich sind so dominant, als dass die Whiskys sich dagegen nicht durchsetzen kÃ¶nnten. Alles im grÃ¼nen Bereich also.</p>
<p>Der erste Teil des Abends steht im Namen des Sherry. Das ist erst mal nicht verkehrt, da gibt es feine Sachen. Allerdings auch einiges, was in die Kategorie &#8222;viel hilft viel&#8220; fÃ¤llt, wo die sÃ¼ÃŸe Wucht des Sherrys alles Ã¼berlagert, was der Whisky an sich mitbringt. Wenn man nicht mehr sagen kann, welche Distille man denn nun im Glas hat, dann ist mir das gern mal zu viel.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/glenrothes.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1987" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/glenrothes-150x150.jpeg" alt="Glenrothes" width="150" height="150" /></a>Der Einsteiger &#8211; <strong>Glenrothes, Adelphi, 1st-fill Sherry Hogshead #2413, 2000, 6 Jahre, 56.5%</strong> &#8211; geht gleich mal in diese Richtung und macht schon in der Nase keinen Hehl daraus, in welchen FÃ¤ssern er gereift ist. Sherry massiv, aber durchaus schÃ¶n mit Rosinen und einer Note, die an alten Balsamico erinnert. Wenn man ihm Zeit gibt, kommt Frucht dazu und auch eine leichte Fehlnote, die ich nicht identifizieren kann. Auch im Mund ist der Sherry massiv, allerdings nicht mit aufdringlicher SÃ¼ÃŸe, sondern mit sehr trockenen, beinahe bitteren Noten. FrÃ¼chtebrot ist auch dabei. Trocken bleibt dann auch der Abgang, mit einer dezenten SÃ¼ÃŸe dabei. Das alles gefÃ¤llt mir Ã¼berraschend gut, auch wenn der Sherry hier dominant ist. Vor allem durch den trockenen Charakter ist er aber nicht zu dominant. Ein schÃ¶ner Abendwhisky.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/miltonduff.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1988" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/miltonduff-150x150.jpeg" alt="Miltonduff" width="150" height="150" /></a>Auch bei Nummer zwei springt einen das Fass sofort an. <strong>Miltonduff, Wildlife Collection, 1st-fill Oloroso, 65.5%</strong>. Ein Rosinenbomber mit leichtem Schwefel und ein wenig Zitrus. Im Mund sehr krÃ¤ftig &#8211; was bei dem Alkoholgehalt nicht weiter verwundert &#8211; mit viel Frucht und viel Volumen, zumindest wenn man einen richtigen Schluck nimmt und nicht nur am Glas nippt. Es folgt ein sÃ¼ÃŸer, wÃ¤rmender und langer Abgang. Die FassstÃ¤rke legt ein paar Tropfen Wasser nahe, mit denen der Whisky deutlich herber wird, aber leider auch ein wenig seiner Klasse verliert. Insgesamt hat er mir ein bisschen zu viel Attacke, aber nichtsdestotrotz ist das schon ein feiner Tropfen.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/linkwood.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1989" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/linkwood-150x150.jpeg" alt="Linkwood" width="150" height="150" /></a>Wir bleiben bei AbfÃ¼llungen, die nicht nur einen Hauch Sherry mitbringen aber es bleibt auch dabei, dass ich das Ã¼berhaupt nicht als unangenehm empfinde. <strong>Linkwood, The Single Malts of Scotland, Sherry Hogshead, 16 Jahre, 58.7%</strong>. Wieder viel Sherry in der Nase, aber auch wieder sehr anders als bei den VorgÃ¤ngern. Hier sieht man eher das alte, schwere Ledersofa vor sich, das im Kaminzimmer bei Regenwetter auf einen wartet. Der Geschmack ist passend dazu herb und krÃ¤ftig, mit NÃ¼ssen und Schokolade, bevor es in einen leicht bitteren Abgang Ã¼bergeht. Nach dem ersten Schluck hat man Soft Cake in der Nase, diese mit Orangencreme gefÃ¼llten Schokoladenkekse. Dieser Whisky ist nicht so sÃ¼ffig wie die beiden davor, dafÃ¼r aber deutlich komplexer und anspruchsvoller. Fein.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/benriach.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1990" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/benriach-150x150.jpeg" alt="BenRiach" width="150" height="150" /></a>Der letzte aus der Sherry-Reihe legt dann nochmal einen drauf. <strong>BenRiach, OB, Pedro Ximinez 1st-fill, 1992-2013, 21 Jahre, 53.3%</strong>. Orange und dunkle Schokolade finden sich hier genau so wie das englische Herrenzimmer mit altem Leder. Dazu findet sich hier aber eine schwere SÃ¼ÃŸe im Abgang, sobald die herben Noten in den Hintergrund treten. Auch wenn hier weiterhin der Sherry im Vordergrund steht, kann ich nicht anders, als &#8222;groÃŸes Kino&#8220; als Fazit zu nehmen. Hier hatten wir nun wirklich bei jedem Whisky eine Steigerung zum VorgÃ¤nger im Glas.</p>
<p>So, Pause. Diesmal mit FrÃ¼hlingsrollen, Chicken Wings und Krabbenbrot statt Antipasti. Das ist jetzt kein kulinarischer Hochgenuss, fÃ¼r den Whisky stellt das aber aus meiner Sicht klar die geringere Herausforderung dar als sauer angemachtes GemÃ¼se. Passt also.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/caol_ila.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1991" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/caol_ila-150x150.jpeg" alt="Caol Ila" width="150" height="150" /></a>Weiter mit dem zweitem Teil. Drei AbfÃ¼llungen von Islay, bei zweien davon Themenwechsel von Sherry zu Rauch, beim letzten die Verbindung von beiden. Die ErÃ¶ffnung macht ein <strong>Caol Ila, Malts of Scotland, Bourbon Hogshead #12374, 1998-2008, 9 Jahre, 60.7%</strong>. Schweres GeschÃ¼tz, kalter Rauch und viel davon, dazu Weingummi und Zitrus. Nicht ungewÃ¶hnlich, finde ich. Der Geschmack ist wuchtig, mit Zitrusnoten darÃ¼ber und wieder Rauch. Der bleibt auch im Abgang erhalten, der ebenso massiv ist wie alles davor. Solider Whisky, keine Frage. Die Ausrichtung ist nicht mehr so meins, aber der ist schon gut gemacht.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/laphroaig.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1992" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/laphroaig-150x150.jpeg" alt="Laphroaig" width="150" height="150" /></a>Die zweite AbfÃ¼llung macht den Unterschied zwischen Rauch und Torf klar. <strong>Laphroaig, OB, Cask Strength Batch #010, 10 Jahre, 58.0%</strong>. Den Zehner in FassstÃ¤rke gibt es inzwischen nur noch vor Ort zu kaufen &#8211; leider. Hier zeigt sich Laphroaig genau so, wie er sein sollte &#8211; phenolisch und medizinisch. In der Nase dazu Banane. Im Mund kommt erst die Torfwand, dann fruchtige Noten, der Torf bleibt aber prÃ¤sent. Der lange Abgang bleibt wÃ¼rzig und medizinisch, bringt aber eine hintergrÃ¼ndige SÃ¼ÃŸe und auch ein bisschen Salz mit. Das alles muss man mÃ¶gen, aber wenn, dann ist der schon richtig groÃŸ.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/port_charlotte.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1993" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2018/11/port_charlotte-150x150.jpeg" alt="Port Charlotte" width="150" height="150" /></a>Zum Abschluss dann Torf und Sherry in einem &#8211; eine Kombination, die oftmals richtig gut funktioniert. Die SÃ¼ÃŸe des Sherry nimmt dem Torf den Biss, im Gegenzug kann der eine Tiefe mit reinbringen, die das Sherryfass alleine nicht schafft. Hier versucht das ein <strong>Port Charlotte, Malts of Scotland, Sherry Cask #833, 2001-2010, 8 Jahre, 61.6%</strong>. Bei Port Charlotte gibt es AbfÃ¼llungen, die mir deutlich zu extrem sind. Andererseits hatte ich aber schon welche, die ich sehr gelungen fand. Dieser hier riecht schon mal nicht extrem, im Gegenteil. Der Sherry kann ich mit schwerer SÃ¼ÃŸe riechen, den Torf erst mal nicht. Den bekomme ich erst nach dem ersten Schluck in die Nase, aber auch dann nicht besonders dominant. Im Mund gibt es neben viel Kraft und trockenem Sherry TrockenfrÃ¼chte, im Abgang eine cremige Bitterkeit und dahinter wieder Rauch. Das passt alles zusammen und ergibt eine komplexe Komposition, bei der keine Note allein im Vordergrund steht.</p>
<p>Fazit: Kein Glutamat, dafÃ¼r ausnahmslos trinkenswerte Tropfen im Glas. Experiment geglÃ¼ckt, wÃ¼rde ich sagen.</p>
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		<title>63. Whiskytasting von Munich Spirits &#8211; Messevortasting mit Riegger&#8217;s Selection</title>
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		<dc:creator><![CDATA[NegatroN]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Feb 2017 12:05:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Whisky]]></category>
		<category><![CDATA[Ben Nevis]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Vorfeld der Finest Spirits in MÃ¼nchen gab es wie Ã¼blich ein Tasting, auf dem ein AbfÃ¼ller sein Sortiment vorstellt. Diesmal war das Uwe Lauinger von der SchwarzwÃ¤lder Firma Riegger, die neben ihrem HauptgeschÃ¤ft mit Wein auch eine kleine aber <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/63-whiskytasting-von-munich-spirits-messevortasting-mit-rieggers-selection"><span class="screen-reader-text">  63. Whiskytasting von Munich Spirits &#8211; Messevortasting mit Riegger&#8217;s Selection</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Vorfeld der <a href="http://www.finest-spirits.com/" target="_blank">Finest Spirits</a> in MÃ¼nchen gab es wie Ã¼blich ein Tasting, auf dem ein AbfÃ¼ller sein Sortiment vorstellt. Diesmal war das Uwe Lauinger von der SchwarzwÃ¤lder Firma <a href="https://www.whisky-riegger.de" target="_blank">Riegger</a>, die neben ihrem HauptgeschÃ¤ft mit Wein auch eine kleine aber &#8211; wie sich herausstellen sollte &#8211; durchaus feine Range an eigenen WhiskyabfÃ¼llungen anbieten.</p>
<p><span id="more-1852"></span>Das besondere daran ist, dass es sich bei den meisten dieser AbfÃ¼llungen nicht um Scotch handelt, denn Riegger lÃ¤sst seinen Whiskys nicht in Schottland reifen und abfÃ¼llen, sondern macht das selber im Schwarzwald. DafÃ¼r hat man sich ein eigenes Warehouse gebaut. Als WeinhÃ¤ndler und ehemalige KÃ¼fer-Familie liegt es nahe, dass der Schwerpunkt dabei auf Finishes in WeinfÃ¤ssern liegt. Es wird aber auch New Make eingekauft und in eigenen FÃ¤ssern zur Reife gebracht. In der Vorstellung zeigt sich schnell sowohl die Leidenschaft wie auch das enorme Hintergrundwissen, die Whiskys im Glas beweisen, dass die Praxis hier nicht von der Theorie abweicht. Alles, was wir an diesem Abend im Glas haben, ist mindestens gut und nichts davon langweiliger Standard. Da geht der Daumen eindeutig steil nach oben.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/ben_nevis_fassprobe.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1853" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/ben_nevis_fassprobe-150x150.jpg" alt="ben_nevis_fassprobe" width="150" height="150" /></a>Wir beginnen mit einer Fassprobe eines dreijÃ¤hrigen <strong>Ben Nevis</strong> aus einem First Fill Fino Sherry Butt mit 58%. Der ist so nicht erhÃ¤ltlich, sondern es handelt sich eben nur um eine Fassprobe und damit eine Momentaufnahme aus dem Reifeprozess. Die erste Nase ist fast ein bisschen unangenehm und erinnert an LÃ¶sungsmittel oder Schwefel. Das verfliegt aber sehr schnell und macht angenehmen Aromen Platz, die in Richtung Rosine und Rum gehen. Nicht besonders schwer, der Sherry zeigt sich eher zurÃ¼ckhaltend. Mit etwas Wasser kommen leicht bittere Noten dazu. Der Geschmack ist recht krÃ¤ftig, aber (wie alle Whiskys an diesem Abend) nicht scharf und mit deutlichen Fruchtnoten. Das Ganze erinnert mich eher an einen im Holzfass gereiften Obstbrand als an typischen Whisky. SpÃ¤ter kommen dann bittere Noten hinzu. Das ist kein Ãœberflieger, aber fÃ¼r sein Alter ist der erstaunlich komplex und vielschichtig.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/glen_keith.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1854" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/glen_keith-150x150.jpg" alt="Glen Keith" width="150" height="150" /></a>Springen wir beim Alter einige Jahre nach vorn zu einem <strong>Glen Keith, 19 Jahre, Recioto-Cask-Finish, 55,2%</strong>. Das Fass sorgt fÃ¼r eine ungewÃ¶hnliche Bronze-FÃ¤rbung (leider kommen die Farben auf den Fotos aufgrund der LichtverhÃ¤ltnisse sehr falsch rÃ¼ber). In der Nase ist er eher zurÃ¼ckhaltend, ich meine Kirschen und Bitterschokolade zu entdecken. Geschmacklich deuten Traubenschalen sehr deutlich auf das Weinfass hin, dass ansonsten auch schÃ¶ne Holzaromen weitergegeben hat. Im Abgang wird er erst astringierend, dann kommt eine spÃ¤te malzige SÃ¼ÃŸe durch. Sehr angenehm, vor allem die Verbindung von Wein und Trauben mit einer leichten Bitterkeit gefÃ¤llt mir gut.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/tobermory.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1855" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/tobermory-150x150.jpg" alt="Tobermory" width="150" height="150" /></a>Wir bleiben im gleichen Altersbereich, <strong>Tobermory, 20 Jahre, Single Cask No 1620, 57,1%</strong>, der Geruch ist aber eine ganz andere Richtung. Bananenchips und NÃ¼sse, spÃ¤ter kommt der Alkohol durch und dahinter eine ganz leichte Meeresbrise. Trotz FassstÃ¤rke ist der Ã¼berraschend mild, fÃ¼llt den Mund aber trotzdem mit einer klaren SÃ¼ÃŸe aus. Im Abgang wird er dabei immer schmelziger. Bei dieser AbfÃ¼llung Ã¤ndert sich der Charakter im Mund recht deutlich je nach der Menge im Mund. Beim Nippen Ã¼berwiegt die SÃ¼ÃŸe, mit einem groÃŸen Schluck wird er mÃ¤chtiger und zieht ebenfalls ein wenig Speichel. Nicht ganz so ausgefallen, aber sehr gut zu trinken. Bei dem hÃ¤tte ich stÃ¤ndig das BedÃ¼rfnis nachzuschenken.</p>
<p>Zum Abschluss des ersten Teils gibt es noch eine Sneak Preview. Lauinger nimmt auf Messen immer ein Fass mit, aus dem man sich selber eine Flasche abfÃ¼llen kann. Das ist diesmal ein <strong>Glenallachie, 8 Jahre, 2 Monate Port Cask Finish, 57,7%</strong>. Trotz der nur 2 Monate, die er im Fass verbracht hat, zeigt er schon einen blassen Rotton im Glas. Der Geruch hab ebenfalls bereits deutliche Noten von Trauben. Der Geschmack ist angenehm mit mit fruchtiger Port-SÃ¼ÃŸe, die in einem langen Abgang endet. Super, der ist schon mal fÃ¼r die Messe vorgemerkt.</p>
<p>&#8212; Essenspause &#8212;</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/tomatin.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1856" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/tomatin-150x150.jpg" alt="Tomatin" width="150" height="150" /></a>Nach dem Essen gibt es einenÂ  <strong>Tomatin, 8 Jahre, Grenada Rum Finish, 55,8%</strong>, der uns mit Rosinen und Wurzelwerk in der Nase begrÃ¼ÃŸt. Konstante im Mund ist die SÃ¼ÃŸe des Rums, wÃ¤hrend sich der Whisky dahinter entwickelt. Schokoladig und mit etwas Fruchtnoten. Ebenfalls ein schÃ¶ner Tropfen, wobei mich der Geruch hier etwas mehr packt als der Geschmack.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/linkwood.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1857" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/linkwood-150x150.jpg" alt="Linkwood" width="150" height="150" /></a>Das nominelle Highlight des heutigen Abends ist diesmal der einzige, mit dem ich mich schwer tue. Ein <strong>Linkwood, 30 Jahre, Amarone-finish, 54,4%</strong>. 7 Monate hat er im Amarone-Fass verbracht, die Zeit davor im Bourbonfass. Das ungewÃ¶hnlichste bei diesem Whisky finde ich seine wuchtigen Aromen. Die meisten Whiskys in diesem Alter, die ich probieren konnte, waren eher elegante Gentlemen, denen man Zeit geben und genau hinschmecken musste, um die komplexen Noten aus den eher zurÃ¼ckhaltenden Aromen heraus zu bekommen. Der Linkwood hingegen protzt mit Muskelkraft. In der Nase Himbeer, im Mund mit trockenem Holz, Obst und Rosinen und einem eher bitteren Abgang. Nichts davon ist fÃ¼r sich selber unangenehm, aber irgendwie ist das einfach zu viel von allem.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/bunnahabhain.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1858" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/bunnahabhain-150x150.jpg" alt="Bunnahabhain" width="150" height="150" /></a>Zum Ende hin gibt es gern mal ein bisschen Torf. Diesmal aus einer Destillerie, die ich grundsÃ¤tzlich sehr schÃ¤tze, die aber eigentlich nur sehr wenig in dieser Richtung macht: <strong>Bunnahabhain, 8 Jahre, Bourbon Cask 800066 heavily peated, 53,9%</strong>. Heavily Peated ist hier allerdings gar nichts, sondern der Torf steht eher im Hintergrund. Das soll gar nicht als Kritik rÃ¼berkommen, ich finde den ganz im Gegenteil sehr gelungen. Der Geruch ist eine Kombination von Karamell, etwas Rauch und Salz. Auch im Mund hÃ¤lt der Torf sich zurÃ¼ck, Vanille und helle FrÃ¼chte stehen im Vordergrund. Erst im Abgang wird der Torf dann deutlich, ohne aber dominant zu werden. Sehr rund, sehr ausgewogen, sehr fein!</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/ben_nevis_new_make.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1859" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2017/02/ben_nevis_new_make-150x150.jpg" alt="Ben Nevis New Make" width="150" height="150" /></a>Den Abschluss macht wieder etwas, das ist es in der Form nicht als AbfÃ¼llung gibt. Einen <strong>Ben Nevis New Make 2015 peated</strong>, also den frischen Brand wie er direkt nach der Destillation ins Fass kommt. Ich hab den mal bei Laphroaig vor Ort probieren dÃ¼rfen und war Ã¼berrascht, dass der Alkohol da viel weniger rauskam als erwartet und vor allem, dass man da keinen Torf schmecken konnte. Das hat sehr viel mehr an einen Obstbrand erinnert als an Whisky. Hier ist zwar auch sehr viel Frucht drin, allerdings kommt der Torf hier sehr deutlich heraus. Der erste Geschmack im Mund ist eher unangenehm und ziemlich bitter, im Abgang gewinnt er dann aber wieder deutlich. In der Form wird man den ja auch nicht trinken, sondern hier haben wir nur die Basis, anhand derer man entscheiden kann, in welches Fass er zur Reifung kommen wird.</p>
<p>Komplette PrÃ¤sentationen von AbfÃ¼llern finde ich immer interessant, das hier war aber auch im Vergleich zu anderen ein Ã¼berdurchschnittlich guter Abend. Lauinger hat hier seine Range absolut Ã¼berzeugend prÃ¤sentieren kÃ¶nnen. Am nÃ¤chsten Tag auf der Messe war ich dann auch mehrfach mit verschiedenen Leuten an seinem Stand.</p>
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		<title>60. Whiskytasting von Munich-Spirits &#8211; Pit prÃ¤sentiert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[NegatroN]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Oct 2016 19:54:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Whisky]]></category>
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					<description><![CDATA[Einmal im Jahr stellt Pit Krause von Slow Drink die etwas exklusiveren AbfÃ¼llungen aus den Tiefen seines Kellers in einem Tasting bei Munich Spirits vor. Keine Frage, das ist ein Pflichttermin! Es beginnt mit einer Blindverkostung und dem einzigen Hinweis, <a class="more-link" href="https://www.negatron.de/whisky/60-whiskytasting-von-munich-spirits-pit-praesentiert"><span class="screen-reader-text">  60. Whiskytasting von Munich-Spirits &#8211; Pit prÃ¤sentiert</span> weiterlesen<span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/ms.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1809" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/ms-150x150.jpg" alt="Tasting" width="150" height="150" /></a>Einmal im Jahr stellt Pit Krause von <a href="http://www.slowdrink.de" target="_blank">Slow Drink</a> die etwas exklusiveren AbfÃ¼llungen aus den Tiefen seines Kellers in einem Tasting bei <a href="http://www.munich-spirits.de" target="_blank">Munich Spirits</a> vor. Keine Frage, das ist ein Pflichttermin!</p>
<p><span id="more-1801"></span><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/ipa.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1802" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/ipa-150x150.jpg" alt="IPA" width="150" height="150" /></a>Es beginnt mit einer Blindverkostung und dem einzigen Hinweis, dass es bislang keine AbfÃ¼llung in der Art gegeben habe. In der Nase ist das auch direkt sehr ungewÃ¶hnlich, starke Apfelnoten in Richtung Calvados, dazu viel KrÃ¤uter. Erinnert weniger an Whisky als an einen im Fass gelagerten Obstbrand. Das setzt sich auch im Mund fort, wo sich ebenfalls viel Frucht findet, die Assoziationen zu einem guten Obstler weckt. Der Abgang ist eher kurz, was auf ziemlich junges Alter hindeutet, zum Schluss kommen noch ein paar eher ungewÃ¶hnliche Bitternoten raus.<br />
Die LÃ¶sung ist, dass es sich hier nicht um einen echten Whisky handelt, denn das Ausgangsprodukt ist keine typische Wash, sondern IPA, das zu Whisky destilliert wurde. Damit erklÃ¤ren sich die bitteren Noten im Abgang, denn hier kommt der Hopfen aus dem IPA durch. Diese AbfÃ¼llung ist von Pit selber, 4 Jahre alt, durfte bislang erst im Bier-, dann im Bourbon-Fass reifen und kommt jetzt noch in ein Sherry- und zum Abschluss in ein Rum-Fass. Alles Refill, um die Fremdnoten nicht zu dominant werden zu lassen. Eigenwillig, aber gar nicht verkehrt.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/linkwood.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1803" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/linkwood-150x150.jpg" alt="Linkwood" width="150" height="150" /></a>Nummer zwei ist ein 25 Jahre alter <strong>Linkwood</strong> aus den 80ern. Aus dieser Zeit gibt es keine OriginalabfÃ¼llungen der Destille, alle Single Malts wurden Ã¼ber Gordon &amp; MacPhail vertrieben. Dieser hier ist aus einem Sherry Refill Fass und hat gerade noch 37%. Das merkt man ihm allerdings nicht an. Der Geruch ist komplex und sehr rund, mit dezenten Noten von eingelegten FrÃ¼chten. Es sticht nichts heraus, das ist eher eine Gesamtkomposition. Direkt im Mund passiert erst wenig, da merkt man doch den geringen Alkoholgehalt. Im Abgang gleicht sich das aber wieder aus. Der ist nicht nur Ã¼berraschend lang, sondern hier kommen die ganzen Noten, die sich nicht leicht auftrennen lassen, wieder zum Vorschein. Etwas wÃ¤rmend, ein bisschen Gelee, ganz leicht adstringierend. Ein sehr angenehmer alter Gentleman. Ich kÃ¶nnte mir sehr gut vorstellen, einen langen Abend in einem Kaminzimmer mit schwerer Ledercouch, guten GesprÃ¤chen und diesem Whisky zu verbringen.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/macallan.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1804" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/macallan-150x150.jpg" alt="Macallan" width="150" height="150" /></a>Mit der nÃ¤chsten Destille hab ich hin und wieder Probleme. So groÃŸ der Name <strong>Macallan</strong> ist &#8211; zumindest die neueren AbfÃ¼llungen halten dem meiner Meinung nach nur selten Stand. Bei den alten AbfÃ¼llungen sind aber durchaus Perlen dabei. Dieser hier wurde 2004 mit 14 Jahren und 46% abgefÃ¼llt, nachdem er in einem neuen Sherryfass mit der Nummer 0430 reifen durfte. Und eines muss man ihnen lassen &#8211; das war in jedem Fall ein besseres Fass. Kein Schwefel, keine unangenehmen Noten, dafÃ¼r eine tiefgrÃ¼ndige SÃ¼ÃŸe aus Kirschen, Orangenzeste und Magenbrot. Im Mund erst etwas bitter, insgesamt ebenfalls sehr ausgewogen, wÃ¼rzig und ziemlich komplex. Im langen Abgang bleiben die bitteren Noten stehen, dann kommt etwas Frucht dazu, bevor er sehr angenehm ausklingt. GefÃ¤llt mir auÃŸerordentlich gut, da schreibe ich der Destille wieder ein paar Punkte gut.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/littlemill.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1805" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/littlemill-150x150.jpg" alt="Littlemill" width="150" height="150" /></a>Weiter geht es mit einem <strong>Littlemill, 24 y.o., CAD 1990 &#8211; 2015, small batch, Bourbon cask 582 btl., 53.7%</strong>. Bei Serge Valentin hat der mit 93 Punkten abgerÃ¤umt, was ihn nicht gezwungenermaÃŸen Ã¼berragend, aber immerhin Ã¼berteuert macht. Die Farbe ist sehr hell, in der Nase herrschen sehr sÃ¼ÃŸe TÃ¶ne vor. Marzipan, Konfekt, Getreide, Butterkuchen und roher Streusselteig kommen in den Sinn. Der Geschmack ist dann allerdings ganz anders, als der Geruch vermuten lÃ¤sst. Eher Krautig und nach Wurzelwerk. Nach dem ersten Schluck meine ich auch GewÃ¼rze zu riechen. Im Abgang wird er dann sehr schmelzig mit deutlich malziger SÃ¼ÃŸe. Wie schon die beiden VorgÃ¤nger auch eher elegant als extrem und wie die beiden anderen gefÃ¤llt auch der hier mir sehr gut.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/glen_garioch.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1806" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/glen_garioch-150x150.jpg" alt="Glen Garioch" width="150" height="150" /></a>Nach der Pause geht es dann krÃ¤ftiger weiter. <strong>Glen Garioch 24 y.o. The First Editions, 1990 &#8211; 2014, refill hogshead, 56.8%</strong>. Wie das so ist nach dem Essen &#8211; der hat es bei mir schwer. Die erste Nase ist voller LÃ¶sungsmittel. Die Assoziation weicht aber schnell ZitrusfrÃ¼chten, Honig und BlÃ¼ten. Soweit nicht verkehrt. Der Geschmack ist allerdings eher ruppig (was dem Essen geschuldet sein mag). Irgendwas erinnert mich an gelbe Nimm 2. Wenn der Alkohol verschwunden ist, kommt im Abgang eine fruchtige SÃ¼ÃŸe durch. MÃ¼sste ich vielleicht bei anderer Gelegenheit nochmal probieren, aber hier an der Position finde ich das deutlich schwÃ¤cher als die Whiskys vor der Pause.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/bowmore.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-thumbnail wp-image-1807" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/bowmore-150x150.jpg" alt="Bowmore" width="150" height="150" /></a>Eine OriginalabfÃ¼llung von Bowmore. Mit der Destille haben viele Probleme, ich hingegen mag die meistens sehr gerne. Hier haben wir einen <strong>Bowmore 12 y.o., OB Feis Ile Collection, 2002 &#8211; 2015, dark Sherry, 59,6%</strong>. Das Sherry Butt war first fill und damit ist nicht nur viel Farbe in die AbfÃ¼llung gekommen. Zuerst der fÃ¼r den Torf typische Schinken, dann Leder, Farn, Zwetschgen, etwas Schwefel. Dahinter kommt Flieder durch, quasi &#8222;parfÃ¼mierter Rauch&#8220;, wie jemand ganz richtig anmerkt. Im Mund ist das eine schÃ¶ne Mischung aus Beeren, Sherry und Rauch, der Abgang bleibt lange krÃ¤ftig. Mit jedem Riecher und jedem Schluck kommen andere Noten hervor. An sich steh ich ja nicht mehr so auf die torfigen Sachen, aber der hier ist sehr schÃ¶n.</p>
<p><a href="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/caol_ila.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1808" src="https://www.negatron.de/wp-content/uploads/2016/10/caol_ila-150x150.jpg" alt="Caol Ila" width="150" height="150" /></a>Zum Abschluss noch eine Destille, mit der viele Probleme haben. Caol Ila steht fÃ¼r Massenproduktion fernab von jedem Charme. Trotzdem gibt es immer wieder gute Tropfen, das geht eben auch mit Industrieproduktion: <strong>Caol Ila 26 y.o. Duncan Taylor Rare Auld, 84 &#8211; 11, for Sweden/Denmark, 55,9%</strong>. Der Geruch Ã¼berrascht mit KÃ¤se, Mandeln und grÃ¼nem Tee. Andere riechen Wacholder, mineralische Noten und MeeresfrÃ¼chte, was ich alles nicht nachvollziehen kann. Bei OlivenÃ¶l kÃ¶nnte man sich wieder treffen, aber ob ich darauf gekommen wÃ¤re, wenn es nicht jemand anders erwÃ¤hnt hÃ¤tte? Der Geschmack ist krÃ¤ftig und massiv, der Rauch bleibt aber im Hintergrund und kommt erst recht spÃ¤t durch. Nach einem langen, wÃ¤rmenden Abgang bleibt tatsÃ¤chlich der Torf stehen. Spannend, das hatte ich so auch eher selten. Jedenfalls mal wieder eine interessantere AbfÃ¼llung von Islay.</p>
<p>Alles in allem sehr feine Tropfen. Bei den Gentleman vor der Pause bin ich eher zu Hause, aber die anderen musste ich mir auch nicht runterzwingen. Begleitet von vielen Anekdoten von Pit war das ein sehr gelungener Abend. Danke und gerne wieder!</p>
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