Was schon länger zu befürchten stand, ist heute Nacht eingetreten. Christopher Hitchens ist seinem schweren Krebsleiden erlegen. Noch vor Kurzem hat er einen Artikel über Leiden und Sterben veröffentlicht und dabei trotz seines körperlichen Verfalls nach wie vor wachen Geist bewiesen.
Mit Hitchens verlieren wir einen der großen Intellektuellen unserer Zeit und einen unserer streitbarsten Geister. Tragisch ist beides, für mich aber vor allem das Zweite. Hitchens war nicht nur ein großartiger Rhetoriker und scharfer Redner, er war bei allem Zynismus und aller Angriffslust jemand, dessen Meinung immer fundiert und bedenkenswert war. Vor allem, wenn man sie nicht geteilt hat, was aufgrund der Tatsache, dass er ein Mensch mit sehr kontroversen Ansichten war und sich nicht einfach in irgendein Lager einordnen ließ, auch regelmäßig passiert ist. Es gibt wohl niemanden, der in allem einer Meinung mit Hitchens war und sich nicht an mindestens einem Punkt an ihm gestoßen hat. Aber genau das hat ihn so wertvoll gemacht. Es waren nicht die Themen, bei denen ich ihm zugestimmt habe, die mich weiter gebracht haben – es waren vor allem die Themen, bei denen ich ihm innerlich widersprochen habe und er mir den Widerspruch so schwer gemacht hat wie kaum ein anderer.
Das wird fehlen und das wird nur schwer zu ersetzen sein.
Ich teile auch seinen Geschmack in Sachen Whisky nicht, aber auch hier hätte er eine eigene Meinung sicher zu schätzen gewusst. To Hitch!
Einmal hätten wir da den Kommentar von Alan Posener zur Redes des Papstes vor dem Bundestag. Sehr richtige Anmerkungen. Man sollte aus dem Thema keine Debatte “Atheismus vs. Glauben” machen, auch als Christ kann man der Rede kritisch gegenüber stehen. Wie auch dem ganzen Papstbesuch an sich, der als millionenschweres Event stattfinden wird. Und das nicht nur angesichts der Tatsache, dass die (selber nicht gerade arme) Katholische Kirche von anderen Spenden für karitative Zwecke sammelt, während sie ihr Geld lieber für Marketing-Aktionen ausgibt – auch die Opfer des Missbrauchs durch Priester warten bis heute auf eine zumindest halbwegs angemessene Entschädigung für das ihnen angetane Leid. Zu dessen systematischer Vertuschung ein gewisser Kardinal Ratzinger als Vorsitzender der Glaubenskongregation sicher auch so einiges zu sagen hatte.
Weiter geht es mit diesem Artikel zu Massentierhaltung in der SZ. Dass Thema Antibiotika in der Massentierhaltung ist zwar nicht neu (wenn auch vielen wohl kaum bewusst), aber dass es so extrem ist, dass das RKI das Tragen von Handschuhen bei der Handhabung von rohem Hühnerfleisch rät, schockiert dann doch auch mich.
Massentierhaltung ist eine Seite unseres Hochverfügbarkeits-Kapitalismus, Ausbeutung anderer Völker und Regionen eine andere. Dazu sei dieser Ausschnitt aus dem Buch “Rohstoff – Das gefährlichste Geschäft der Schweiz” von Lukas Bärfuss empfohlen – auch allen Nicht-Schweizern.
Nach den Attentaten von Oslo ist eine Diskussion darüber entbrannt, inwiefern Islamkritiker und Rechtskonservative Mitschuld an den Taten haben. In dem Manifest von Anders Breivik findet sich einiges wieder, was genau von diesen Leuten stammt. Trotzdem weisen sie diese Anschuldigungen empört von sich. Henryk Broder in der Welt, die BILD empört sich über Kritik in Richtung Thilo Sarrazin (wie sie zum Beispiel Sigmar Gabriel geäußert hat), im englischen Raum weist Sam Harris die Vorwürfe vehement zurück. Weiterlesen
Sehr interessante Gesprächsrunde der vier führenden Köpfe des “New Atheism”, Christopher Hitchens, Dan Dennet, Richard Dawkins und Sam Harris. Klare Empfehlung für alle, die an der Thematik Glaube und Atheismus interessiert sind und obendrein des Englischen mächtig.
Die UNESCO plant im Geheimen eine massive Homosexualisierung der Weltbevölkerung! So Ennio Antonelli, Kurienkardinal und Familienminister des Vatikan. Zumindest, wenn man den Aussagen von Demetrio Fernández Glauben schenken will. Und wie könnte man nicht, schließlich ist der Mann Bischof von Cãrdoba und damit quasi schon aufgrund seines Amtes vertrauenswürdig. Somit kann man diese Aussage auch nicht einfach als lächerliche Verschwörungstheorie abtun, sondern muss sie genauso Ernst nehmen wie alles, was aus dem Vatikan kommt. Wir reden ja nicht von irgendeinem beliebigen steinreichen Kleinstaat ohne militärische, aber mit spiritueller Macht, der von ein paar wahnsinnigen Greisen regiert wird und Anspruch auf Wahrhaftigkeit erhebt, sondern von der Vertretung Gottes auf Erden. Wer sonst könnte über finstere Machenschaften besser Bescheid wissen? Weiterlesen



