The Mindmachine

Skeptizismus, Whisky und Politik

Erstes Münchner Whiskyfestival

| Keine Kommentare

Zufrieden (und dezent angeheitert) berichte ich jetzt mal. Das ganze war als Fach- und Eventmesse angekündigt. Es gab zwei große Räume mit Ausstellern und draussen 3 Cateringzelte (ein irisches, ein schottisches und ein amerikanisches) mit Essen und Musik. Insgesamt sehr angenehm. In den (ordentlich gefüllten) Ausstellungsräumen hatte man das Gefühl, man würde sich in einer großen Bar befinden, umgeben von Menschen aller Coleur, die sich „auf hohem Niveau betrunken“ haben, wie mein Kumpel so passend meinte.
An allen Ständen gab es Tastings von gebräuchlichen und ausgefallenen Whiskies zu sehr fairen Preisen – theoretisch 0,2 für meist 2-3 Euro, wobei die meisten sehr großzügig eingeschenkt haben. Raritäten waren natürlich entsprechend teurer. Dazu gab es Vorträge (die wir aber irgendwie alle verpasst haben *g*) und Auktionen.
Die Tageskarte hat 15 Euro gekostest (darin waren jeweils ein freies Tasting von Glenfiddich, Tullamore Dew, Talisker und Glenmorangie enthalten).

Unsere Tastings:

Runde 1:
Scapa 14 years – Sehr angenehm rauchiger und trotzdem weicher Geschmack. Kommt definitiv auf die Einkaufsliste.
Tullamore Dew 12 years – Wie schon bei Bushmills hab ich hier das Problem, dass die Irischen Whiskeys einfach irgendwie blass schmecken. Außerdem find ich den Geruch ziemlich unangenehm, das Zeug riecht wie Medizin.

Runde 2:
Talisker ’91 – Ziemlich massiver Geschmack, bei dem die anfängliche Schärfe aber schnell in einen warmen und sehr angenehm langem Abgang übergeht. Groß aber sicher nichts für jeden Tag. Kommt auch auf die Einkaufsliste
Dalwhinnie Distiller’s Edition ’89 – Ganz eigen und ganz toll. Schon der Geruch ist absolut ungewöhnlich, irgendwie nach Honig und gar nicht nach Whisky. Wie auch schon der 15-jährige, den ich zu Hause hab, hat der einen ganz feinen und milden aber trotzdem intensiven Geschmack. Was ganz besonderes. Sehr geil.

Runde 3:
Glenfiddich 12 years – Kannte ich ja schon, irgendwie von allen schottischen Single Malts der uninteressanteste. Kurzer, scharfer Geschmack, nicht besonderes. Schnaps halt.
Glenfiddich Solera Reserve 15 years – Über den hatte ich ja Gutes gelesen, war aber dann doch etwas enttäuscht. Zwar deutlich besser als der 12-jährige, hat mich aber trotzdem nicht vom Hocker gehauen.
Glenfiddich Caoran Reserve 12 years – Interessante Flasche, langweiliger Inhalt. Irgenwo zwischen den beiden vorigen.

Runde 4:
Ardbeg 15 years – Torfattacke von Islay. Ziemlich rauchig, ziemlich torfig. So mag ich das. Kommt nicht ganz an Lagavulin ran, ist aber klar vorne mit dabei.
Glenmorangie 10 years – Ähnlich wie Glenfiddich. Nicht so meins.
Glenmorangie 18 years – Schon deutlich besser, aber trotzdem nur Mittelfeld

Irish Stew im irischen Zelt, wir verschenken die übrigen Tullamore Dew- und Glenfiddich-Tasting-Gutscheine an bedürftige Ossis

Runde 5:
Laphroig 15 years – Der rauchigste und torfigste der Islays, sehr gut aber mir persönlich fast eine Ecke zu krass. Danach ging dann auch nichts mehr, der hat den Magen und die Geschmacksnerver dann komplett abgeschossen.

Jan hat im Laden noch eingekauft, aufgrund meines leeren Geldbeutels und des doch noch recht gut gefüllten Regals zu Hause hab ich mir das dann schweren Herzens doch verkniffen (aber Scapa, Talisker und der Dalwhinnie werde ich sicher noch irgendwann ordern).

Insgesamt eine sehr geile Veranstaltung, bei der nächsten bin ich gern wieder dabei.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.