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Skeptizismus, Whisky und Politik

Palmen und Lupinen – Irland 2005 II

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Der gestrige Tag war sehr entspannt. In Ruhe Frühstücken, Lesen und den Kobold mit dem Goldtopf einen guten Mann sein lassen. Am Nachmittag haben wir die nächstliegenden Dörfer Goleen und Crookhaven besucht. Beides ziemlich gemütliche Fischerdörfer, das zweite sogar mit großer Vergangenheit. Heute leben da noch 29 Menschen, aber zu Anfang des Jahrhunderts waren es 700. Crookhaven ist der südwestlichste Hafen Irlands und hier nahmen alle Schiffe noch mal Proviant auf, bevor sie den Ozean überquerten. Unter anderem auch die Titanic.
Heute beschränken sich die Sehenswürdigkeiten auf einen Souvenirladen, ein Restaurant und zwei Pubs. Einer davon recht gemütlich, wie wir bei der Gelegenheit gleich mal austesten. Leckere Sandwiches, Kaffee und Bier, das alles wird in Irland an der Bar geordert und gezahlt. Das restliche Tagesprogramm beschränkt sich dann auf Einkaufen, was Sonntags kein Problem ist, da es in Irland es keine geregelten Ladenöffnungszeiten gibt. Und diesmal haben wir auch den richtigen Supermarkt, der uns auch Bier verkaufen darf.
Heute stand dann ein Ausflug nach Three Castle Head auf dem Programm, eine Burgruine ganz an der äußersten Spitze der Landzunge. Weiter raus geht nicht mehr. Die Ruine erreicht man mit einem halbstündigen Fußmarsch queerfeldein über Schafs- und Pferdeweiden an der Felsküste entlang. Nachdem man von Crookhaven aus eine absurd winzige Straße im Schritttempo auf und ab bis zum Ende an einer Anlegestelle zwischen den Felsen gekurvt ist. Richtig geil wird es dann aber an der Ruine. Knapp oben an der Steilküste mit einem kleinen See dahinter, die Lage könnte kaum reizvoller sein. Dass die Burg weitestgehend zerfallen ist, bestärkt den Eindruck nur. Das Betreten ist wegen Einsturzgefahr an sich verboten, aber wir konnten dann doch nicht darauf verzichten, über zwei irrsinnig enge und komplett dunkle Treppen die Überreste eines Wachturms zu besteigen. Wie man diese Aufgabe mit Waffen oder Rüstung (welcher Art auch immer) bewältigen konnte, blieb uns so unklar wie die gesamte Funktion der Anlage. Von der Burg aus kann man das Meer nicht überblicken und zu verteidigen gibt es eigentlich auch nichts, da an der Felsküste rundrum eine Landung eh nicht möglich ist. Wenigstens konnten wir später den den Namen klären, Three Castle Head kommt von den 3 Türmen der Anlage. Unsere Vermutung mit dem König namens Castle, der drei Köpfe hatte, scheint also falsch gewesen zu sein.
Wie auch immer, man muss nicht alles verstehen, manchmal reicht es auch einfach, es zu genießen.

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