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Schottland IX – Ferry To Islay

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In aller Frühe gibt es das letzte full scottish breakfast und dann geht es ab nach Kennacraig zur Fähre. Das Wetter ist leider immer noch ziemlich lausig, mit einer Überfahrt auf Deck in der Sonne wird es wohl eher nichts werden. Trotzdem verfolgen wir zumindest noch das Ablegen und Auslaufen von Deck, bevor uns Wind und Regen in die Lounge vertreiben.

Durchaus schade, denn während der fast dreistündigen Fahrt geht es eigentlich immer an Küste und Inseln vorbei, so dass es schon was zu sehen gäbe. Als schließlich Islay auf der rechten Seite auftaucht, hält mich dann aber nichts mehr unter Deck. Mit klammen Fingern halte ich das Fernglas und lasse nacheinander Ardbeg, Lagavulin und Laphroaig an mit vorbeiziehen, bevor wir schließlich Port Ellen anlaufen. Hier halten wir uns nicht lange auf, sondern machen uns gleich auf den Weg nach Norden über Bowmore nach Bridgend, wo unser Cottage liegt. Das weiß getünchte Cottage ist schnell gefunden und liegt absolut traumhaft in den Hügeln zwischen Bridgend und Bruichladdich, mit Blick auf einen Streifen Meer und viel Hinterland. Rund ums Haus grasen Schafe, Pferde und Ponnies, nebendran halten die Besitzer noch Hühner, Enten und Schweine (und einen Truthahn mit 2 Hennen, die selbiger lautstark verteidigt, sobald man sich nähert). Alles sehr malerisch und sehr beschaulich.

Deidre, die Besitzerin, ist noch am Putzen, also fahren wir zurück nach Bowmore um uns mit Lebensmitteln einzudecken (wobei wir einen weiten Bogen um Eier und Speck machen). Wir sind ziemlich angenehm überrascht, wie komfortabel das Haus von innen ist – und wie reichhaltig ausgestattet. Nicht nur eine Spülmaschine, auch eine Waschmaschine plus Trockner finden sich, obendrein eine Küche, die für Ferienhausverhältnisse schon fast luxuriös zu nennen ist. Sehr gut.

Nach dem Ausladen, Auspacken und einer kleinen Willkommens-Dram machen Flo und ich uns auf den Weg nach Bruichladdich (das nur 5 km von unserem Cottage entfernt liegt) um dem Distillery-Shop noch einen Besuch abzustatten. Morgen ist schließlich Sonntag und unser Glenlivet neigt sich schon bedenklich dem Flaschenboden zu. Leider vergeblich, denn der Shop hat ausgerechnet heute aus persönlichen Gründen schon geschlossen. Allerdings findet sich 2 Häuser weiter ein Tante Emma Laden, der whiskytechnisch ganz vernünftig ausgestattet ist. Zumindest mit Laddie, aber das soll man bei der Lage ja auch erwarten. Nach etwas Überlegung entscheiden wir uns für eine Flasche Infinity, den wir beide noch nicht kennen. Damit ist die Versorgung erst mal sicher gestellt.

Da für morgen Wetterbesserung angekündigt ist, verbringen wir den restlichen Tag drinnen und lassen Islay ganz gemütlich angehen.

Whiskies Of The Day:

Natürlich der Infinity. Der kommt in Faßstärke zwar recht wuchtig daher, kann aber mit dem 15jährigen meiner Meinung nach nicht so ganz mithalten. Mit etwas Wasser bekommt er noch ein paar neue Noten, aber alles in allem ist er mir im Vergleich zu seinem Bruder eine Spur zu simpel. Soll jetzt aber nicht heißen, dass wir mit der Wahl unzufrieden wären. Das ist immer noch ein hochklassiger Tropfen.

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