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Schottland X – Loch Gruinnart (Islay)

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Der erste ganze Tag auf Islay und siehe da, wir haben strahlenden Sonnenschein. Zwar weht ein straffer Wind (wie eigentlich immer auf der Insel), aber dank wolkenlosem Himmel ist es trotzdem angenehm warm. Das ist natürlich ein Wetter für Unternehmungen. Also machen wir uns nach einem sehr unschottischen Frühstück zum Loch Gruinnart auf, der ein paar Meilen nördlich unseres Hauses beginnt und von dort bis zur Küste hinauf reicht.

An der Südspitze ist ein Vogelschutzgebiet mit einer Beobachtungsstation, das soll unser erstes Ziel sein. Vom Tourist Information Center aus erreicht man die Station mit ein paar Minuten Fußmarsch. Leider sind von den weit über 100 Vogelarten auf Islay nur wenige in Sichtweite und die zählen nicht gerade zu den spektakulären Vertretern. Außerdem haben wir nur ein Fernglas und ohne das ist es gänzlich unspannend. Also weiter über einen Wanderweg Richtung Norden. Ein Stück weiter gibt es einen Woodland Trail, der vor allem Mücken zu bieten hat. Für einen Schotten mag so ein Waldlehrpfad ja ganz interessant sein, einen Bayern lockt man damit nicht hinter dem Ofen vor. Wir legen die Strecke also ziemlich zügig (und nach Mücken schlagend) zurück und schauen, dass wir wieder auf die Straße und freies Land kommen. Der folgen wir dann am Loch entlang bis hinauf zur Küste. Landschaftlich erinnert hier alles an Norddeutschland oder auch Skandinavien. Einzelne Farmen zwischen Viehweiden, zwischendrin die verfallenen Ruinen der Kilnave Church samt jahrhundertealtem celtic cross, rechterhand immer Loch Gruinnart mit dem Meer am Ende. Oben an der Küste gibt es dann einen Sandstrand mit Dünen, der direkt zum Baden einladen würde, wenn der Atlantik hier ein paar Grad wärmer wäre. Also beschränken wir uns darauf, mit den Füßen ein paar Schritte ins Wasser zu gehen und überlassen das Baden den Seehunden, die weiter draußen die Köpfe aus dem Wasser strecken und uns interessiert beobachten.

Vor den Dünen liegt eine Farm an einem kleinen See und hier legen wir ein Picknick ein, während um uns herum Kühe und Schafe grasen. Unter anderem auch ein ziemlich eindrucksvoller Stier nur ein paar Meter neben uns. Natürlich wie üblich ohne Zaun und so behalten wir den Burschen doch besser mal im Auge. Genau wie die Mutterkühe mit ihren Kälbern kann der unter Umständen doch etwas ungemütlich werden. Er zeigt sich aber komplett desinteressiert.

Generell finde ich es übrigens sehr sympathisch, dass auf Islay überwiegend komplette Herden gehalten werden, also inklusive Stieren und Böcken, die sich ganz normal fortpflanzen. Nicht reine Weibchenherden wie bei uns, die von einer zentralen europäischen Besamungsstelle aus künstlich mit Sperma eine Norm-Stieres befruchtet werden.

Nach der doch ziemlich ausgiebigen Wanderung beschränken wir unsere Abendaktivitäten auf Kochen und Lesen in den bequemen Ledersesseln unseres Kaminzimmers.

Whiskies Of The Day:

Es bleibt beim Infinity und dem Glenlivet.

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